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Südstraße

Aus HammWiki

Die Südstraße ist eine Straße im Bezirk Mitte. In weiten Teilen der Region wird sie Meile genannt, womit man sich auf die gastronomische Szene zwischen Santa-Monica-Platz und Universa-Haus bezieht. Sie verbindet Martin-Luther-Straße und Theodor-Heuss-Platz. Von der Südstraße abzweigend sind der Ostenwall, der Ostring und die Brückenstraße.

Laut Polizei Hamm zählte die Südstraße 2011 zu den zehn gefährlichsten Stellen für Radfahrer in Hamm.[1]

Geschichte

Siehe auch → Häuserbuch Südstraße

Nach neuesten archäologischen Erkenntnissen – Andreas Schulte hat dazu Recherchen vor allem in Berlin, Bielefeld und Münster betrieben – lässt sich nachweisen, dass die Südstraße im Bereich der heutigen Meile im 18. Jahrhundert allerbeste Wohnlage war. Der für die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts nachweisbare Verkaufsdruck auf dem Hammer Immobilienmarkt – unter anderem veräußerten Adelsfamilien ihre Stadthäuser – konnte in der zweiten Jahrhunderthälfte durch den Erwerb von Hausbesitz seitens der Räte an der Kriegs- und Domänenkammer kompensiert werden. Schulte kann die Lage und Besitzer einzelner, wichtiger Häuser (Beamten-, Pastoren- und Professorenhäuser, Armenhäuser) beschreiben und den Standort des Stadtweinhauses an der heutigen Weststraße 4 nachweisen. Damit lassen sich Aussagen zur Bewohnerstruktur ganzer Straßenzüge und -viertel treffen, unter anderem auch der Hammer Meile.

Schulte hat eine Kartierung des Brandareals von 1741 fertiggestellt, jedoch steht die Kellerkartierung noch aus. Daraus soll dann ein Häuserbuch für die Zeit zwischen 1734 und 1886 entstehen, das auch diesen interessanten Bereich der Stadt näher beleuchten wird. Ein typisches Gebäude-Ensemble, das nach dem Stadtbrand vom 16. April 1741 entstand, war die Häuserzeile mit den Hausnummern 12–20, wobei Hausnummer 20 schon im Zweiten Weltkrieg zerstört und durch einen einstöckigen, zweckmäßigen Nachkriegsbau wurde.

Vor dem Ausbau der Weststraße, Oststraße und der Fläche rund um die Pauluskirche Ende der 1980er-Jahre führte die Südstraße bis zur Weststraße. Dort befanden sich lange Zeit vorwiegend Geschäfte des Einzelhandels und auch das Dienstleistungsgewerbe, beispielsweise die Eisenwarenhandlung Tobias Schnedlage (ab 1884), die chemische Reinigung und Textilpflege Paul Helmrich (ab 1896), der Bürohändler Artur Schilf (um 1950) oder der Musikhandel Musik-Hans (bis in die 2000er-Jahre).

Gegenwart

In der Gegenwart verlagerte sich die Geschäftstätigkeit auf der Südstraße stärker in Richtung einer gastronomischen Nutzung, was der Südstraße den Beinamen Meile einbrachte. Zu den bekanntesten Lokalitäten der Hammer Meile gehörten lange Zeit der Biergarten Jonathan (ab 1980), das alte „Meilenstein“ (Südstraße 12), das Tüt-Ei oder das Senftöpfchen. Allerdings konnten sich nicht alle ursprünglich hier angesiedelten Gaststätten halten, sodass zwischenzeitlich eine Reihe von Leerständen zu verzeichnen war. Zahlreiche Lokalitäten wechselten in regelmäßigen Abständen Pächter und Namen, vgl. Abs. → Hausnummern.

Um das Jahr 2008 bekundete ein Investor Interesse, an der Stelle der Hausnummern 12 bis 20 ein neues Ärztehaus, das Medicum, zu errichten, was auf Wohlwollen stieß. Bereits einige Jahrzehnte zuvor hatte die Südstraße durch den Bau des Universa-Hauses ihren Stellenwert als Gesundheitsstandort gesteigert. Auch Hausnummer 38 fungiert seit langem als „Phönix-Ärztehaus“ mitsamt Apotheke.

Ermöglicht wurde der Bau des Medicums durch Gewährung des Erbbaurechts durch das St. Marien-Hospital. Im Zuge dieses Projekts wurden das gesamte Gebäude Südstraße 12 (Meilenstein), das seit 2003 unter Denkmalschutz steht, sowie die Fassen der Hausnummern 14 bis 18 erhalten. Das Haus Südstraße 20, in dem zuletzt Helmrich ansässig war, wurde abgebrochen. Im November und Dezember 2010 wurden dazu Einzelfundamente gegossen, auf denen wiederum Stahlstützen errichtet wurden. Die gesamte Stahlkonstruktion wog rund 15 Tonnen und diente zur Stabilisierung der Hausfassaden der Häuser Südstraße 14, Südstraße 16 und Südstraße 18.[2] Im Zuge der Baumaßnahmen wurden alte Brunnen in den Hausstätten gefunden und unter Mitwirkung des Landesamts für Archäologie NRW dokumentiert. Das der Janßen Grundstücksgesellschaft mbH aus Bremen gehörende Gesundheitszentrum wurde schließlich am 21. September 2012 eingeweiht.

Ab dem 8. September 2021 wurde die Südstraße vom Ostenwall bis Marktplatz mit Ausnahme der Kreuzung mit der Königstraße komplett für den Autoverkehr gesperrt. Ab dem 27. Februar 2023 wurde dieser Teil der Südstraße offiziell zur Fußgängerzone.[3] Nur noch der Lieferverkehr (7 bis 12 Uhr), Krankentransporte und Fahrräder dürfen die Südstraße befahren.

Vorschlag eines Kreisverkehrs

Einen originellen Vorschlag machte die Linke im Februar 2023 zur Lösung der Verkehrsprobleme auf der Südstraße: „Meile“ und Ostenwall sollten durch einen Kreisverkehr verbunden werden, schlug Roland Koslowski, parteiloser Bezirksvertreter für die Linke, vor. Die Sperrung der Meile habe sich bewährt, die Verkehrssituation sei aber nicht optimal. Immer wieder komme es zu brenzligen Situationen, vor allem für Fußgänger und Radfahrer. Deshalb sei hier der Bau eines Kreisverkehres geboten. Darüber hinaus fordere die Linke eine Weiterentwicklung des gesperrten Teils der Südstraße. „Zur nachhaltigen Belebung braucht es eine Auflockerung der großflächig versiegelten Fläche“, so Koslowski. Begrünung mache den Stadtraum attraktiver und komme dem Klima zugute.[4]

Mitte März 2023 wurde der Antrag von der Bezirksvertretung Hamm-Mitte abgelehnt.[5] Ab April 2024 wurde stattdessen eine Querungshilfe errichtet, vgl. Abs. → Baumaßnahmen.

Serie von Gewaltdelikten (2023)

Ab dem Frühjahr 2023 eskalierten auf der Meile zahlreiche Streitigkeiten, im Sommer kam es dann zu zwei Übergriffen mit erheblichen Folgen. Vergleichbare Vorfälle hatte es zwar schon immer gegeben, nicht aber eine derartige zeitliche Häufung teils massiver Gewalttaten:

  • Am 11. März endete der Konflikt eines 24-Jährigen mit einer Gruppe von drei Männern mit einem Reizgasangriff in die Augen. Die drei Unbekannten flüchteten.[6]
  • Am 12. März kam es gegen 4:35 Uhr vor einem Lokal zum Streit einer 19-Jährigen mit einer unbekannten Frau. Durch einen Flaschenwurf an die Stirn und den Splitterflug wurde die 19-Jährige leicht verletzt. Der Versuch einer 22-Jährigen, den Streit zu de-eskalieren, wurde durch die Unbekannte mit Tritten beantwortet.[6]
  • Am 20. März gerieten gegen 3:30 Uhr zwei Männer in Streit. Ein 41-Jähriger aus Bergkamen fiel zu Boden und wurde von seinem Kontrahenten gegen den Kopf getreten. Das Opfer kam stationär in eine Klinik.[7]
  • Am frühen Morgen des 2. April setzte ein Mann aus Ahlen in einer Diskothek nach erfolglosen Annäherungsversuchen ein Tierabwehrspray gegen eine 19- und eine 21-jährige Frau ein. Bei seiner Festnahme verhielt er sich aggressiv gegenüber den Beamten und wurde in Gewahrsam genommen.[8] Wenig später wurden zwei Polizeibeamte bei der Schlichtung eines Konflikts zwischen zwei Gruppen durch Widerstandshandlungen leicht verletzt. Die Polizisten mussten den Einsatzmehrzweckstock („Schlagstock“) einsetzen und ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte einleiten.[9]
  • Am 8. April endete die Störung eines Polizeieinsatzes durch einen betrunkenen 26-Jährigen aus Herbern mit dessen Unterbringung im Polizeigewahrsam. Er hatte einen Beamten unvermittelt geschlagen, beleidigt und dann zum Kampf herausfordert. Sein 20-jähriger Bruder wurde ebenfalls in Gewahrsam genommen, da er sich trotz eines Platzverweises ebenfalls in die Sache eingemischt hatte. Es wurde ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eröffnet.[10]

Lebensgefährlicher Übergriff auf einen 32-jährigen Afghanen

Am 10. Juni wurde ein 32-Jähriger Afghane gegen 3:00 Uhr Opfer eines mutmaßlichen Hinterhalts. Das spätere Opfer und sein Begleiter hatten gerade den Saloon Cheyenne verlassen, als ein fremder Mann auftauchte und dem Opfer ins Gesicht schlug. Das Opfer verfolgte daraufhin den Täter auf den Santa-Monica-Platz. „Für uns sah das so aus, als wäre das ein geplantes Vorgehen gewesen“, so eine Polizistin im Prozess.[11] Auf dem Platz traf das Opfer auf eine „bis zu zehnköpfige“ Gruppe. Im Verlauf der Tat soll ihm mit einer Glasflasche auf den Kopf geschlagen worden sein, der Afghane fiel zu Boden und musste in kritischem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Zeugen konnten drei Tatverdächtige beschreiben, die in Tatortnähe festgenommen wurden. Es handelte sich um drei algerische Asylbewerber (41, 29 und 25 Jahre), die zu dieser Zeit in der Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Uentrop gemeldet waren.[12]

Das Opfer schwebte noch sechs Wochen nach der Tat in Lebensgefahr,[13] erwachte erst gegen Jahresende aus dem Koma, musste sich zahlreichen Operationen unterziehen und trug dennoch eine dauerhafte „hirnorganische Schädigung“ davon, die sich verlangsamend auf Denken und Handeln auswirkt.[11]

Die mutmaßlichen Täter mussten sich ab 11. Dezember vor dem Dortmunder Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.[14] Nebenklage-Vertreter Michael von Glahn zeigte sich mit der rechtlichen Einstufung der Tat seitens der Staatsanwaltschaft unzufrieden, die ein Jahr Haft auf Bewährung sowie dreieinhalb Jahren Haft für zwei der drei Angeklagten in ihrem Plädoyer gefordert hatte. Die Verteidiger der Angeklagten erklärten hingegen, niemand habe den angeblichen Schlag mit einer Bierflasche beobachtet und könne sicher sagen, was die einzelnen Angeklagten genau getan hätten. Daher forderten sie Freispruch für alle Angeklagten.[15]

Das Urteil fiel im Februar 2024. Gegen den vermeintlichen Haupttäter wurde eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verhängt, ein Mittäter erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr, da zumindest die direkte Beteiligung an den Übergriffen nicht nachgewiesen werden konnte. Der dritte Angeklagte wurde nicht juristisch zur Verantwortung gezogen, da seine Tatbeteiligung nicht hinreichend belegt werden konnte.[11]

Gefährliche Körperverletzung an einem 34-jährigen Bochumer

Am 25. Juni hatte der Versuch eines 34-jährigen Bochumers und seines 28-jährigen Begleiters, eine fünfköpfige Gruppe zur Rede zu stellen, die sie und andere Passanten bei einer Pizzeria mit Bier bespritzt hatte, schwerwiegende Folgen. Im Zuge von Handgreiflichkeiten wurde der 34-Jährige zwei mal mit einem Bierkrug sowie ein mal mit einer Bierflasche[16] auf den Kopf geschlagen und lebensgefährlich verletzt, sodass er notoperiert werden musste.[17]

Ärzte der St. Barbara-Klinik operierten an einer großen Hirnblutung und retten dem 34-Jährigen damit wohl das Leben, nachdem er in der ersten Klinik wieder nach Hause geschickt worden war, dann aber schwerwiegende Symptome zeigte.[18] Sein Begleiter erlitt leichte Verletzungen. Die Polizei wertete den Vorfall zunächst als versuchtes Tötungsdelikt.[19]

Am Morgen des 28. Juni konnte die Polizei durch Videos der Tatnacht und Zeugenhinweise einen albanischen Tatverdächtigen festnehmen, die Fahndung nach vier anderen Beteiligten wurde zunächst fortgesetzt.[16]

Der Prozess begann am 11. Dezember des selben Jahres am Dortmunder Schwurgericht.[20] Ende Juni 2024 fiel das Urteil. Wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilten die Richter den Angeklagten zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Sie schenkten damit der Aussage einer Zeugin Glauben, die den Angeklagten vom Sehen gekannt und ihn im Prozess eindeutig als Täter identifiziert hatte. Einen versuchten Totschlag wollte das Gericht aufgrund der Trunkenheit des Angeklagten jedoch nicht erkennen.[18]

Sicherheitsdebatte (2023)

Nach der Serie von Gewaltdelikten im Jahr 2023, insbesondere dem Vorfall vom 25. Juni 2023, erhoben verschiedene Gastwirte im Gespräch mit dem WA und der Lippewelle Forderungen nach mehr Kontrollen und der Möglichkeit, den Einlass auf die Meile selbst zu regeln, zum Beispiel mit Bauzäunen. Die Stadt und die Polizei zeigten sich dialogbereit, allerdings verwies die Stadt darauf, dass die Probleme durch Einlasskontrollen nur verlagert würden. Die FDP forderte eine „dauerhafte Polizeipräsenz“ und eine verlängerte Einsatzzeit des Kommunalen Ordnungsdienstes.[21] Zudem sollten die Meilenwirte ein glasfreies Mehrweg-System in Betracht ziehen.[13] Die CDU forderte neben einer mobilen Wache zudem die Wiedereinführung der „Strategischen Fahndung“.[13]

Am 8. August fand im Rathaus ein Gespräch zwischen Oberbürgermeister Marc Herter, Polizeipräsident Thomas Kubera, weiteren Vertretern von Stadt und Polizei und einigen Meilenwirten, darunter Ben Böhm (Ulrikeee), Jakup Jakupi (Eis Oase), Heinz Lepper (Cheyenne), Stephanie Moritz (Havanna) und Karsten Plaß (Pirates), statt. Die Beteiligten verabredeten, die Meile durch Marketingmaßnahmen neu zu positionieren und die Sicherheit durch einen regelmäßigen Dialog zwischen den Wirten und der Stadt, eine bessere Vernetzung der Security-Mitarbeiter der Etablissements und mehr Präsenzstreifen und Schwerpunktkontrollen der Polizei zu stärken. Die Polizei sollte dem Konzept zufolge in Zukunft schon bei sich andeutenden Konflikten hinzugezogen werden.[22]

Videoüberwachung (seit 2024)

Videobeobachtungsanlage

Zusammen mit dem Bahnhofsumfeld wurde die Südstraße zum Jahreswechsel 2024 von Polizeipräsident Kubera offiziell zum Kriminalitätsschwerpunkt deklariert. Daraufhin wurde eine vorläufig auf ein Jahr festgesetzte Videoüberwachung angeordnet.[23]

Zum Einsatz kommt eine mobile Anlage (Anhängerlösung), die vom Landesamt für zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) selbst entwickelt und bereitgestellt wird. Der Anhänger ist mit einem ausfahrbarem Teleskop-Kamerasystem ausgestattet und wird mit Akkus betrieben. Eine Eigensicherung mit zwei Kameras und Alarmanlage soll den Anhänger vor Angriffen schützen. Von den zehn verleihbaren Anlagen wurden Hamm zwei zugeteilt. Die zweite Anlage steht an der Bahnhofstraße. Am 19. April wurde die Anlage an der Südstraße erstmalig in Betrieb genommen,[24] die an folgenden Standorten auf und an der „Meile“ zum Einsatz kommen soll:[25]

Am 12. Mai 2024 kam es gleichwohl zu einem Messerangriff. In den frühen Morgenstunden soll ein Iraker (22) einem Bekannten aus der Schulzeit zwei Schnitte an Hals und Gesicht zugefügt haben,[26] nachdem man sich zunächst „aus Spaß“ gegenseitig beleidigt hatte.[27] Das Einschreiten eines Zeugen und ein schneller Fluchtreflex des Opfers sollen scheinbar Schlimmeres verhindert haben.[26] Das Dortmunder Schwurgericht verurteilte den Täter im Mai 2025 zu drei Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung. „Das ist ohnehin ein Ort, wo man nicht hingehen sollte“, so der Vorsitzende in seiner Urteilsbegründung.[28]

Die Polizei zog Anfang 2025 eine positive Bilanz. An der Südstraße sei ein deutlicher Rückgang der Straftaten von 157 Straftaten im Jahr 2022 bzw. 150 Straftaten im Jahr 2023 auf 111 Straftaten in 2024 zu erkennen gewesen. Videobeobachter hätten „in mehreren Fällen“ sich anbahnende körperliche Auseinandersetzungen im Vorfeld erkennen und eine Eskalation vereiteln können. Der zunächst auf ein Jahr befristete Einsatz wurde Anfang 2025 um ein weiteres Jahr verlängert.[29]

Waffenverbotszone (2024)

Seit dem 30. August 2024 ist die Südstraße zwischen Marktplatz und Südring an Wochenenden eine Waffenverbotszone. Das Verbot gilt in den Nachtstunden von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag (jeweils 18:00 bis 06:00 Uhr) und umfasst neben Schusswaffen auch Reizgas, Elektroschocker und Messer mit einer Klingenlänge von mehr als vier Zentimetern.[30]

Ein weiterer Messerangriff ereignete sich jedoch bereits am 15. September. Ein polizeibekannter Intensivtäter (20) war mit einer Frau in Streit geraten. Ein 56-Jähriger, der diesen zu schlichten versuchte, wurde daraufhin von dem 20-Jährigen mit einem Messer angegriffen und am Oberkörper verletzt. Gegen 3:30 Uhr konnte der Täter an seiner Wohnanschrift von Beamten verhaftet werden. Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung auf.[31]

Baumaßnahmen

Ab 15. April 2024 ließ die Stadt Hamm an der Ecke Ostenwall eine Querungshilfe errichten, etwa dort, wo Die Linke zuvor einen Kreisverkehr vorgeschlagen hatte. In diesem Zuge wurde der „Einmündungsbereich der Südstraße neu gestaltet, indem Bordstein- und Rinnenführung geändert und die Asphaltdeckschicht erneuert werden.“[32] Die bis Mai andauernden Arbeiten wurden mit ca. 90.000 € beziffert. Bis zum 13. Mai wurde der Ostenwall dafür halbseitig gesperrt.[33] Eine Baustellenampel regelte den Verkehr. Ab dem 20. Mai wurde der Bereich komplett gesperrt, was ursprünglich schon am 13. geplant war. Unter anderem war eine Umleitung von der Widumstraße auf die Heßlerstraße ausgeschildert.[34]

2026 soll zwischen Theodor-Heuss-Platz und Ostenwall die Fahrbahndecke erneuert werden. Hierfür sind 72.000 € eingeplant.

Alte Namen

Zuystrate (1511); Suedtstrasse (1710); Süd-Straße (1742); Süd-Straaße (1748); Südstraße (1751); Cöllnische Straße (1768); Coelner-Strasse (1802); Südstraße (1833, 1877, 1886)

Hausnummern

 1 S-One Club · (Geschichte der Hausstätte Nro 380)
 1 eh. Route66Diner & The Kitchen (2024 Umzug ins Allee-Center)
 1 eh. Twenty Up
 1 eh. The Kitchen
 1 eh. Bullhouse
 1 eh. Der Club Bertelsmann
 1 eh. Hammer Fischzentrale (1974)
 †2 unbebaut · (Geschichte der Hausstätte Nro 379: Neues Rathaus)
 3 By Usta · (Geschichte der Hausstätte Nro 382)
 3 eh. Lebensmittelpunkt
 3 eh. Boutique Jolie
 3 eh. Koziol’s Antiquitätenstuben[35]
 †4 unbebaut · (Geschichte der Hausstätte Nro 381)
 5 Der Haarschnitt
 5 eh. Pauls Plattenladen
 5 eh. Specht Moden
 †6 unbebaut · (Geschichte der Hausstätte Nro 559)
 6 eh. Artur Schilf Büromaschinen
 7 Hausstätte Südstraße 7
 7 (EG links) NewLook Haarstudio
 7 eh. Deja Vu Shisha Cafe Hamm (2017)[36]
 7 eh. Versatel
 7 eh. Salon Rump (1980er)
 7 (EG rechts) Koko Döner (Januar 2024)
 7 eh. Orient Grill
 7 eh. Nalin’s Dinner
 7 eh. Erciyes Pide/Pizza/Döner (2017)[36]
 7 eh. Tapasbar La Escalera (2008–2011)
 7 eh. Schnellrestaurant Athen (bis 2007)
 7 eh. Bei Antonio (bis mindestens 1986)
 7 eh. Buchhandlung Weltermann-Kampa (1942)
 8 Haus Vorschulze · Baudenkmal Südstraße 8
 9–13 Hotel Stadt Hamm
 9–13 eh. Team-Hotel Reuter[37]
 9–13 Harvey’s Bar & Restaurant
 9–13 eh. Reisebüro Buchmann[38]
10 Pirates · Baudenkmal Südstraße 10
10a unbebaut
10a Imbiss Pieper (Imbisswagen, um 1980)
12 Eis Oase · Baudenkmal Südstraße 12
12 eh. Meilenstein
12 eh. Eisenwaren Tobias Schnedlage
14 Medicum (Südstraße 14)
14 eh. Pizzeria Calabria (1980er)
15 Ulrikeee die Party-Kneipe
15 eh. Papillon Inh. Daniel Peters (um 2004)
16 Medicum (Südstraße 16)
16 eh. Musik-Hans
17 (Geschichte der Hausstätte Nro 553)
17 eh. Halli Galli
17 eh. Tüt-Ei
18 Fitness & Co. (Medicum) · (Geschichte der Hausstätte Nro 541)
18 eh. Senftöpfchen
18 eh. Schwarze Katz
19 (EG rechts) Podium · (Geschichte der Hausstätte Nro 551)
19 eh. Unique
19 eh. Crocodil
19 eh. Windsor Club
19 eh. Astoria
19 eh. Star-Club
19 eh. Musik Express
19 (EG links) 9zehn Café & Bar
19 eh. Veganalina Café
19 eh. Nina's Café Klatsch
19 eh. Queens Pub
19 eh. Tijuana
19 eh. Cappuchino
19a Havanna · (Geschichte der Hausstätte Nro 549)
19a eh. Manhattan
19a eh. MYЯ Bar
20 Medicum · (Geschichte der Hausstätte Nro 539)
20 eh. Helmrich
20 eh. Bastler-Zentrale Sickler
20 eh. Bastler-Zentrale Dierkes[39]
22–24 Salon Taglio Moderno
22–24 eh. First Reisebüro Hans Adler
22–24 eh. First Reisebüro Daniela Friedrich
22–24 eh. Neckermmann Reisebüro Adler
21 (EG rechts) Pizzeria Pino · (Geschichte der Hausstätte Nro 547)
21 eh. Sara Döner Kebap (um 2000)[40]
21 (EG links) Revolution Empire (seit 03/2024)[41]
21 eh. Saloon Cheyenne (bis Januar 2024)
21 eh. Bar Rio (2021–2023)
21 eh. New Orleans (um 2000)
21 eh. Bäckerei Kreienfeld-Bäumer (bis in die 1980er)
23 loqum (Geschichte der Hausstätte Nro 543)
23 eh. #my shisha lounge
23 eh. Harmonie
23 eh. Kayra
23 eh. St. Louis
23 eh. Jonathan
24 Atelier für Fotografie Golz / Die Spielzeugkiste
24 eh. Second Hand Gerlach
†25 unbebaut (Geschichte der Hausstätte Nro 542)
†27 unbebaut (Geschichte der Hausstätte Nro 540)
28 Jugendzentrum Südstraße (KUBUS)
28 Netzwerk Jugendkultur
29 Universa-Haus
29 Diakonisches Werk
29 (EG links) Freiwilligenzentrale Hamm
29 eh. Restaurant Amadeus
29 eh. Praxis für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Mechthild Reinecke
29 eh. Praxis für Kinder- und Jugendmedizin Elisabeth Amborska-Flügel
29 (EG rechts) eh. Bären Apotheke
38 Phönix Ärztehaus
38 Phönix Apotheke
38 eh. Dr. med. Schüring Praxis für Allgemeinmedizin
38 eh. Tabakwaren Biermann
38 eh. Uhren/Optik Ernsting
42 eh. Städtische Musikschule
43 (EG links) S’Royal Barbershop
43 eh. Backshop Am Bärenbrunnen (2022–2023)
43 eh. eDampf-Shop
43 eh. Lifestyle (2015–2017)
43 eh. FEEL-GOOD Tattoo Shop (ab ca. 2009, ca. 2015 Umzug zur Oststraße)
43 eh. Eiscafé Caruso (1990er)
43 eh. Eiscafé Santa Lucia (ca. 1983–1990)
43 eh. Metzgerei Meyer (bis ca. 1983)
43 (EG rechts) Babylon Grill (seit Anfang 2019)
43 eh. Imbiss Medour (2017 bis Sommer 2018)
43 eh. Hellas Grill (1987 bis Frühjahr 2017)
43 eh. Kunststopferei Hilde Frek
44 Baudenkmal Südstraße 44
44 Kanzlei von Glahn
†45 (abgerissen 2022)[42]
45 eh. Bäckerei Hake
45 eh. DVD-Game-Shop An- und Verkauf
45 eh. Zoo Bruse
45 eh. Salon Rochell
45 eh. Textilwaren Schuller
45 eh. Buchhandlung und Leihbücherei Walter Krohn (um 1930)

Ehemalige Telefonzellen

In der Südstraße befand sich mindestens eine Telefonzelle:

Fotos

Mehr Fotos auf der Fotoseite

Presseberichte

Zum Artikel gibt es eine Sonderseite mit Presseberichten.

Besonderheiten

Einzelnachweise

  1. Westfälischer Anzeiger vom 20. August 2011
  2. Jürgen Menke: Stahlgerüst sichert Südstraßen-Fassaden. In: wa.de vom 1.Dezember 2010.
  3. Frank Osiewacz: Schilder stehen: Südstraße jetzt offiziell Fußgängerzone. In: wa.de vom 27. Februar 2023.
  4. Westfälischer Anzeiger vom 24. Februar 2023.
  5. Frank Osiewacz: Kreisverkehr an der Südstraße: Entscheidung gefallen. In: wa.de vom 9. März 2023.
  6. 6,0 6,1 Markus Hanneken: Fliegende Flasche und Reizgas: Verletzte auf der Meile. In: wa.de vom 13. März 2023.
  7. Streit auf der Meile: Kopftritte gegen am Boden liegenden Mann. In: wa.de vom 20. März 2023.
  8. Anmache gescheitert: Ahlener sprüht Tierabwehrspray auf Frauen. In: wa.de vom 3. April 2023.
  9. Handfester Streit auf der Meile endet mit verletzten Polizisten. In: wa.de vom 3. April 2023.
  10. Hannah Decke: Mann fordert Polizei zum Kampf heraus - betrunkene Brüder landen in Gewahrsam. In: wa.de vom 8. April 2023.
  11. 11,0 11,1 11,2 Martin von Braunschweig: Brutale Bierflaschen-Attacke auf der „Meile“: Das Urteil ist da. In: wa.de vom 21. Februar 2024.
  12. Frank Lahme, Cedric Sporkert: Mann nach Schlägerei nahe der Meile in Hamm noch immer in Lebensgefahr. In: wa.de vom 14. Juni 2023.
  13. 13,0 13,1 13,2 Cedric Sporkert: Nach blutigen Vorfällen: Stadt, Polizei und Meilenwirte beraten über neue Maßnahmen. In: wa.de vom 21. Juli 2023
  14. Frank Lahme: Nach Attacke mit Flaschen und Fäusten: Meilen-Opfer aus Koma erwacht. In: wa.de vom 9. Dezember 2023.
  15. Martin von Braunschweig: [Bierflaschen-Attacke in Hamm: Keine harte Bestrafung in Sicht]. In: wa.de vom 13. Februar 2024.
  16. 16,0 16,1 Frank Lahme: Flaschen-Attacke auf der Meile in Hamm: Verdächtiger wurde festgenommen. In: wa.de vom 28. Juni 2023.
  17. Frank Lahme: Versuchtes Tötungsdelikt auf Meile in Hamm: So kam’s dazu. In: wa.de vom 26. Juni 2023.
  18. 18,0 18,1 Martin von Braunschweig: Brutale Attacke mit einem Bierkrug auf der Meile in Hamm: Kein Freispruch für 28-Jährigen. In: wa.de vom 20. Juni 2025.
  19. Svenja Jesse: Attacke mit Flasche auf der Meile: Mann (34) lebensgefährlich verletzt. In: wa.de vom 25. Juni 2023.
  20. Frank Lahme: Hirnblutung bei Opfer: Meilen-Schläger wegen versuchten Totschlags vor Gericht. In: wa.de vom 19. Dezember 2023.
  21. Frank Lahme: Gewaltproblem auf Meile in Hamm: Das sagen Stadt und Polizei. In: wa.de vom 5. Juli 2023.
  22. Mehr Sicherheit auf der Meile - So soll das künftig gelingen. In: wa.de vom 10. August 2023.
  23. Polizei Hamm (Hg.): Polizeiliche Videobeobachtung in Hamm. Zul. abgerufen am 21. April 2024 (14:30 Uhr). Archiv
  24. Polizei erweitert Überwachung: Kameras jetzt auch auf der Meile. In: wa.de vom 18. April 2024.
  25. Polizei Hamm (Hg.):Wo stehen die Anlagen?.
  26. 26,0 26,1 Martin von Braunschweig: Messer am Hals: Prozessbeginn offenbart Dramatik. In: wa.de vom 6. Februar 2025.
  27. Martin von Braunschweig: Blutige Messerattacke auf der Meile: Opfer will sich „an nichts mehr erinnern“ können. In: wa.de vom 28. Februar 2025.
  28. Martin von Braunschweig: Urteil nach Messerangriff auf der Meile – „ohnehin ein Ort, wo man nicht hingehen sollte“. In: wa.de vom 16. Mai 2025.
  29. N. N.: Zahlen belegen Erfolg: Videobeobachtung in Hamm wird verlängert. In: wa.de vom 28. Januar 2025.
  30. Frank Osiewacz, Alexander Schäfer, Jörn Funke: Reaktion auf Messer-Kriminalität: Waffenverbote und Videoüberwachung in Hamm. In: wa.de vom 29. August 2024.
  31. Maximilian Gang: 56-Jähriger auf der Meile mit Messer attackiert – Angreifer in U-Haft. In: wa.de vom 17. September 2024.
  32. Pressemitteilung der Stadt Hamm
  33. Markus Hanneken, Jörn Funke: Ostenwall/Südstraße: Stadt lässt Querungshilfe errichten. In: wa.de vom 15. April 2024.
  34. Markus Hanneken, Jörn Funke: Straßensperrung vor der Meile - Umleitungen ausgeschildert. In: wa.de vom 12. Mai 2024.
  35. Hammagazin 02/1973, S. 11.
  36. 36,0 36,1 Hilse et. Al. (2017): Hamm – Ein Spaziergang durch die Zeit. Soest: Blundus Media, S. 57.
  37. Hammmagazin 02/1973, S. 20.
  38. Hammmagazin 06/07 1984, S. 4.
  39. Hammmagazin 01/1986, S. 9.
  40. vgl. Hamm (Buch Niermann), S. 38.
  41. Frank Osiewacz: Neues auf der Meile: Club „Revolution Empire“ folgt auf „Cheyenne“. In: wa.de vom 6. März 2024.
  42. Sarah Hanke: Abriss in Etappen: Markantes Haus an Südstraße bald weg. In: wa.de vom 17. Januar 2022.
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