Wilhelmstraße
- Länge
- 2,5 km
- Typ
- Wohn- und Geschäftsstraße
- Klasse
- Landesstraße (L736)
- Benennung
- 1863
- Namensherkunft
- nach Wilhelm I. (1797–1888), deutscher Kaiser und König von Preußen
- Alter Name
- Pelkumer Chaussee
Wilhelmstraße Ecke Wilhelmsplatz Richtung Kamener Straße
- Datenstand:
- 26.08.2026
Die Wilhelmstraße ist eine Straße im Bezirk Mitte. Sie verbindet die Neue Bahnhofstraße mit der Kreuzung von Kamener Straße, Herringer Weg und Radbodstraße bei Lippmann am Boll.
Geschichte
Ende März 1992 wurde die Wilhelmstraße zwischen Radbodstraße und Otto-Brenner-Straße verkehrstechnisch neu geregelt. Die Verkehrsführung wurde von der Zweispurigkeit in beiden Richtungen auf Einspurigkeit zurückgebaut. Dadurch konnten an wichtigen Kreuzungen wie zur Lohauserholzstraße Linksabbiegerspuren eingerichtet werden.
Seit dem Sommer 2023 gilt auf der Wilhelmstraße ein Tempolimit von 30 km/h in Höhe der Outlaw Kita.[1]
LKW-Unfälle an der Eisenbahnbrücke
Seit etlichen Jahren kommt es an der Eisenbahnbrücke über die Wilhelmstraße direkt am Hauptbahnhof zu Kollisionen von Lastkraftwagen mit der Brücke. Drei Viertel der Vorfälle registriert die Polizei dabei auf der Westseite der Unterführung. [2]
Kontext
Die Eisenbahnbrücke weist eine maximale Durchfahrtshöhe von 3,50 Meter auf den äußeren Fahrspuren (je eine stadtein- und auswärts) und 3,80 Metern auf der mittleren Fahrspur (stadteinwärts) auf. Diese Höhe wurde bei Errichtung der Brücke im Jahr 1925 noch von keinem Lastwagen erreicht,[2] heute dagegen schon. Die zulässige Durchfahrtshöhe wird jedoch regelmäßig ignoriert, da eine Umfahrung mit einem erheblichen Umweg verbunden wäre. So müssen nach Darstellung der Westfälischen Drahtindustrie bis zu 60 Zulieferer-LKW täglich Umwege zum Betriebsgelände aufgrund der Eisenbahnbrücke in Kauf nehmen.[3] Offenbar setzen einige Speditionen auch keine spezifischen LKW-Navigationsgeräte ein, die vor der nicht hinreichenden Höhe warnen könnten.
Nach jeder Kollision muss die Brücke von einem Sachverständigen der Deutschen Bahn auf ihre Integrität überprüft werden.[4] Vergleichbare Vorfälle gibt es zahlreich auch am Nordenstiftsweg, die Brücke an der Wilhelmstraße ist aber am häufigsten betroffen.[4] Bis Anfang der 2010er war auch die Eisenbahnunterführung an der Alleestraße für solche Kollisionen bekannt, hier konnte durch eine Absenkung der Fahrbahn um 30 Zentimeter Abhilfe geschaffen werden.
Installation von Warnsignalen (2018)
Am 27. Februar 2018 wurden daher Warnsignale auf beiden Seiten installiert, die auf die verringerte Durchfahrtshöhe hinweisen. Diese wurden in Verbindung mit einer zusätzlichen Ausschilderung so installiert, dass ein Abbiegen für LKW noch möglich ist. Zusätzlich wurden die Warntafeln, die bis dahin unmittelbar an der Brücke montiert waren und durch die Unfälle regelmäßig geschädigt wurden, an Ketten abgehängt (in der Berichterstattung des WA auch als „Galgen“ bezeichnet). Die Maßnahme kostete 4000 Euro.[5]
Erneute Unfälle (2023–2025)

Für die Jahre 2018 bis 2022 sind derzeit keine Unfälle durch Presseberichte belegt. Die Serie riss im Jahr 2023, als es laut Statistik der Polizei zu drei Unfällen kam, wie ein Polizeisprecher auf Anfrage des Westfälischen Anzeigers erklärte.[6] Im Verlauf des Jahres 2024 ereigneten sich dann gleich acht Unfälle,[6] für das Jahr 2025 sind zwei Unfälle belegt.
Diskussion um ein Lidar-System (2025)
Im Jahr 2025 berichtete der Westfälische Anzeiger über eine Anfrage der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Mitte zum möglichen Einsatz eines Lidar-Systems, das die Maße herannahender LKW ausmessen und bei Überschreitung der Höhenbegrenzung Alarm geben könnte. Die Stadtverwaltung teilte in ihrer Antwort mit, dass solche Systeme unter Umständen nicht zuverlässig wären und daher eine gute Beschilderung effektiver sei. Schließlich würde das Warnsystem letztlich Warnlichter aktivieren, die mutmaßlich ebenso ignoriert würden. Nach Auffassung der Stadt würden die Fahrer annehmen, dass die tatsächliche Durchfahrtshöhe nicht korrekt angegeben wäre und es somit eine Toleranz gäbe.[2]
Baumaßnahmen
Der Lippeverband verlegte ab Juli 2010 einen neuen Abwasserkanal unterhalb der Bahnunterführung der Wilhelmstraße. Die Arbeiten dauerten rund drei Monate. Zwei der drei Fahrspuren wurden komplett gesperrt. Autofahrer, die von der Innenstadt kamen, wurden in dieser Zeit über den Südring, die Goethestraße, die Alleestraße und die Otto-Brenner-Straße umgeleitet. Aus Richtung Westen stand die rechte Fahrspur durch die Unterführung zur Verfügung. Lkw hatten wegen der vorhandenen Höhenbeschränkung gar kein Durchkommen mehr, für die Stadtwerke-Busse reichte die Durchfahrthöhe aber aus.
Der vorhandene Mischwasserkanal im südlichen Bereich der Unterführung stammte aus dem Jahr 1918 und zählte damit zu den ältesten in Hamm. Er war erneuerungsbedürftig, für die anfallenden Wassermengen mittlerweile zu klein und diente künftig allein der Straßenentwässerung. Der neue, mit 60 Zentimeter Durchmesser doppelt so dicke Kanal unter der nördlichen Fahrbahn im Vortrieb verlegt. Dieses unterirdische Verfahren wurde wegen der Brückenkonstruktion gewählt. So wurde das Bauwerk mit rund 35 metallenen Zugbändern stabilisiert, die sich im Erdreich befinden und über begehbare Gurtkästen gewartet werden können. Die Bänder verhindern, dass sich die beiden Widerlager trotz des Drucks von oben nicht auseinander bewegen.
Zur Durchführung der Baumaßnahme waren fünf Schachtbauwerke erforderlich; die größte Grube befindet sich inmitten der Unterführung. Von hier aus wurden die Steinzeugrohre in die Zielgruben im Bereich Schwarzer Weg und Unionstraße vorgepresst. Auch die Anschlüsse an die vorhandene Kanalisation erfordern größere Anstrengungen.
Durch die Wilhelmstraßen-Unterführung fuhren zu dieser Zeit an normalen Tagen im Schnitt rund 17.000 Fahrzeuge. Der Kanalbau, der Kosten in Höhe von 665.000 Euro verursachte, wurde bewusst in die Sommerferien gelegt, weil in dieser Zeit weniger Verkehr unterwegs war. Auch die geplante Erneuerung der gepflasterten Fahrbahn-Oberfläche könne nur in den großen Ferien über die Bühne gehen, hieß es auf Seiten der Stadt. Frühester Termin wäre also Mitte 2011. Eine parallel Durchführung beider Baumaßnahmen sei technisch nicht möglich.
Der Zustand der Straße und des Geh- und Radwegs unter den Eisenbahnbrücken sowie der Brücken selbst blieb Gegenstand der Kritik. Im Laufe der Jahre wurde der Anstrich der Gefache drei Mal auf eigene Rechnung durch den Maler-Meisterbetrieb W. Dirks und Sohn erneuert. 2024 will die Firma den Anstrich ein viertes Mal durchführen. Ein vollständiger Neuanstrich der Brücke durch die Stadt würde Kosten im sechsstelligen Bereich verursachen und wird daher als nicht finanzierbar eingestuft. Die zusätzliche Verschönerung der Unterführung mit wechselnden Bildmotiven (bis in die 2000er-Jahre bspw. mit Werken der Jugendkunstschule, später mit historischen Fotos) blieb im Laufe der Jahre Ziel von Vandalismus. 2024 ist eine Erneuerung der Beleuchtung durch die Stadtwerke geplant, durch die auch der Geh- und Radweg heller erleuchtet werden soll.[7]
Anfang Mai 2024 stellte Bezirksbürgermeisterin Stefanie Baranski dann eine Projektgruppe von Stadtplanungsamt, Kommunalem Jobcenter (Projekt BIWAQ), der Stadtteiljugendarbeit und den Stadtteilbüro Hamm-Westen vor, die eine erneute Verschönerung der Unterführung durchführen will. Geplant ist, die historischen Motive durch Ali-Dibond-Platten zu ersetzen, auf denen sich Gruppen, Vereine, Einrichtungen, aber auch Unternehmen mit einem selbst gewählten Motiv unter dem Motto „Aktion: Hamm Westen: BUNT!“ vorstellen sollen. Am 21. Juni fand ein Aktionstag zur Gestaltung der Platten im Stadtteilzentrum statt.[8]
Ab dem 7. Juli 2024 wurde die Wilhelmstraße im Bereich zwischen der Otto-Brenner-Straße und dem Vorsterhauser Weg mit einer neuen Asphaltdeckschicht versehen. Die Dauer der Arbeiten wurde die Wilhelmstraße als Einbahnstraße, Fahrtrichtung Westen, genutzt. Die Einmündungen in die Wilhelmstraße am Vorsterhauser Weg, Silberstraße, Hugo-Bröcker-Straße, Ackerstraße, Lange Straße, und Otto-Brenner-Straße wurden für die Dauer der Arbeiten gesperrt. Eine Umleitung in Fahrtrichtung Osten wurde über die Radbodstraße, die Dortmunder Straße und die Hafenstraße eingerichtet. Im Zuge der Arbeiten an der Wilhelmstraße wurde auch die Rechtsabbiegespur von der Wilhelmstraße in die Lohauserholzstraße erneuert. Für die Dauer der Arbeiten war ein Rechtsabbiegen über die vorhandene Busspur möglich. Die Kosten beliefen sich auf 320.000 bzw. 24.000 Euro. Die Wilhelmstraße wurde am 1. August 2024 wieder freigegeben.
Am 2. September 2026 wurden auf der Wilhelmsstraße Schachtdeckel saniert, die Arbeiten wurden vom Lippeverband durchgeführt. Für die Durchführung der Arbeiten war es erforderlich, die Wilhelmstraße stadtauswärtig zeitweise vollständig zu sperren. Grund hierfür war ein zu bearbeitender Schacht, der sich im Ampelbereich zwischen zwei Fahrspuren befand. Der stadtauswärtige Verkehr wurde über die Viktoriastraße umgeleitet. Während der gesamten Arbeitszeit wat mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen.[9]
Statistik
- Die Verkehrsbelastung der Wilhelmstraße betrug 2007 etwa 23.000 KfZ/24h (in Höhe Vorsterhauser Weg).[10]
- Laut Polizei Hamm zählte die Wilhelmstraße im Jahr 2011 zu den zehn gefährlichsten Stellen für Radfahrer in Hamm.[11]
- Seit 2010 sind 37 Unfälle an der Eisenbahnbrücke mit Quellen belegt.
Hausnummern
- 7 Westfälische Drahtindustrie
- 32 eh. Buchhandlung Bertram – Christliche Literatur[12]
- 54 Wabu Sushi
- 58 Leerstand
- 58 eh. Schlecker
- 58 eh. Plus[13]
- 58 eh. Tengelmann[14]
- 58 eh. Heinrich Hill-Supermarkt
- 75 eh. Quelle-Shop Doris Matzka
- 75a eh. Fotostudio Kaiser
- 83 Karl Fischell Elektro GmbH
- 96 Friseursalon Manuel Birwe
- 105 Akçaabat Restaurant
- 105 eh. Ess Bahn
- 105 eh. Dalmatija
- 105 eh. Haus Schlepphege
- 128 eh. Kinderheim Vorsterhausen (abgebrochen 1985)
- 135 eh. ARAL-Tankstelle
- 146–148 Volksbank Hamm eG
- 147 Malerfachbetrieb W. Dirks und Sohn GmbH
- 150 Westenschützenhof
- 151 Malerfachbetrieb W. Dirks und Sohn GmbH
- 164 eh. Pinninghoff
- 166 Hammer Kebab Haus
- 166 eh. Drogerie Aloys Reder
- 168 Pizzeria Little Italy
- 170a eh. West-Apotheke
- 173 eh. Engel Apotheke
- 178 Bike-Center Hallmann
- 184 Markant Tankstelle
- 186 Siemes Schuhcenter
- 186 eh. co op
- 187 Friseur Klatsch & Tratsch
- 187 eh. Friseur Klaus Hahne
- 189 eh. Deutsche Post
- 189 eh. Shell-Tankstelle
- 191 Topas
- 191 eh. Autohaus Zentrum Kamps
- 191a Holzland Bunzel
- 192 eh. Nordhaus
- 193 Erdemli Hiperstore
- 194 Jacques’ Wein-Depot
- 195 Restaurant Hasan Usta Ocakbaşi
- 195 eh. Lippmann am Boll
- 196–198 Bodis Bodendiscount
- 197 Kaufland
- Rossmann (Nebengebäude von Kaufland, seit 2019)
- Pinguin Apotheke (im Kaufland, separater Eingang)
- Bäckerei Hosselmann (im Kaufland)
- Asia-Imbiss (im Kaufland)
- Wolsdorff Tabakwaren / DHL Paket- und Deutsche Post-Filiale
- Deichmann (im Kaufland, seit 2019)
- Kik Textil-Diskont (im Kaufland)
- Ernsting‘s Family (im Kaufland)
- Jeans Fritz (im Kaufland)
- Änderungsschneiderei Korkmaz (im Kaufland)
- Schusterei und Schlüssel Acar (im Kaufland)
- Bäckerei Anton Hosselmann (Filiale) (im Kaufland)
- Volksbank Hamm–Dortmund Geldautomat (im Kaufland)
- 197 eh. famila-Center
- 197 eh. Lippe-Einkauf-Zentrum/LEZ
- 197 eh. Zoohandlung Zoo West (im famila)
- 197 eh. Schlecker (im Kaufland)
- 197 eh. Vitex Datentechnik (im Kaufland)
- 197 eh. Deko Blobel (im Kaufland)
- 197 eh. Friseur Klier (im Kaufland)
Stolpersteine
Im Gehweg vor dem Haus Wilhelmstraße 55 wurde am 9. Dezember 2008 ein Stolperstein zum Gedenken an den jüdischen Kinderarzt Dr. Josef Kleinstraß verlegt.
Fotos
Ehemalige Telefonzellen
In der Wilhelmstraße befanden sich bis zum Abbau ab 2016 mehrere Telefonzellen:
- an der Haltestelle Westenschützenhof stadteinwärts
- am Wilhelmsplatz stadteinwärts
- vor dem Westenschützenhof
- Ecke Lohauserholzstraße (vor der alten Postfiliale)
Presseberichte
Besonderheiten
- 3,5 m Höhe an der Eisenbahnbrücke
- 30 km/h zwischen Josefstraße und Augustastraße (Kita, zwischen 7:00 und 17:00)
Einzelnachweise
- ↑ Jörn Funke: Ab Sommer Tempo 30 auf der Werler Straße in Hamm. In: wa.de vom 12. Mai 2023.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Jörn Funke: Lastwagen bleiben unter Brücke hängen – Fahrer missachten Warnhinweise. In: wa.de vom 12. Juni 2025.
- ↑ Markus Hanneken: Wieder Lkw an Bahnbrücke verkeilt - Kritik an Beschilderung. In: wa.de vom 10. Juli 2024.
- ↑ 4,0 4,1 Markus Hanneken: Schon wieder! Lkw bleibt unter der Brücke stecken. In: wa.de vom 19. März 2013.
- ↑ Markus Hanneken: Blinkende Warnschilder sollen in Hamm Brücken-Crashs verhindern. In: wa.de vom 27. Februar 2018.
- ↑ 6,0 6,1 Maximilian Gang: Wie ein Déjà-vu: Erneut bleibt Lkw stecken – Strafe für Fahrer. In: wa.de vom 26. Januar 2025.
- ↑ Frank Osiewcz: Bahnunterführung: Mehr Farbe und Licht für ‚Tor zum Westen‘. In: wa.de vom 28. Juli 2023.
- ↑ Ulrich Wille: Unterführung Wilhelmstraße: Tor zum Westen wird bunter. In: wa.de vom 3. Mai 2024.
- ↑ Pressemeldung der Stadt Hamm vom 25. August 2026
- ↑ Stadt Hamm, Masterplan Verkehr 2007
- ↑ Westfälischer Anzeiger vom 20. August 2011
- ↑ Hammmagazin 06/07 1984, S. 9.
- ↑ Adressbuch Stadt Hamm 1980. Essen: Beleke, S. 196.
- ↑ Adressbuch Stadt Hamm 1976. Essen: Beleke, S. 935.
- ↑ 15,0 15,1 Hilse et. Al. (2017): Hamm – Ein Spaziergang durch die Zeit. Soest: Blundus Media, S. 57.
- ↑ Hammmagazin 04/1980, S. 8.
