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Nassauerstraße 25

Aus HammWiki
Nassauerstr. 25/27 (2024)
Nassauerstr. 25/27 (2012), rechts neben der Apotheke
Nassauerstr. 25 bis 37 (1931)

Unter der Adresse Nassauerstraße 25/27 ist heute ein Nachkriegsbau zu finden. Das Areal umfasst die alten Hausstätten Nro 491 (Nr. 25) und Nro 488 (Nr. 27). Auf dem Foto von 1931 ist die gesamte Häuserzeile bis einschließlich Nr. 37 gut zu erkennen. Nach der Lücke - hervorgerufen durch die nach links abbiegende Büttelstraße - geht es mit der Nr. 39 weiter.

Geschichte der Hausstätte Nro 491[1] (Nr. 25)

Das Haus Nassauerstraße 25 befand sich auf der alten Hausstätte Nro 491 in der Westhofe. Es grenzte links an das Eckhaus Sternstraße / Nassauerstraße und rechts an die Nassauerstraße 27. Nach dem Stadtbrand von 1741 blieb die Hausstätte - wie die gesamte Südseite der Nassauerstraße - unbebaut liegen. Erst um 1786 wurde die Hausstätte wieder bebaut.[2] 1820 kaufte der aus Mark stammende Kleinhändler Carl Christian Hoppe das Haus für 700 Taler, 1829 erwarb es Kaufmann Wilhelm Hellwig für 900 Taler. Für 1830 liegt ein Geschäftsanzeige für Gartenarbeiten von Theodor Laurentius vor.[3] 1843 kaufte der Schreiner Johann Wilhelm Dehler das Haus für 855 Taler. Für etwa 40 Jahre ist die Familie Dehler[4] als Eigentümerin nachgewiesen, bis 1885 der Verkauf an Böttchermeister Ludwig Schöneberg erfolgte. Dessen Erben veräußerten es vor 1929 an die Stadt Hamm. Nach der Kriegszerstörung dürfte zunächst ein Wiederaufbau unterblieben sein.[5] Erst 1960 wird es in Baueinheit mit der Nr. 27 aufgeführt. Ab 1964 finden wir Familie Junior vor, die zunächst einen Kohlenhandel betrieb, später aber als Esso-Heizöllieferant in den Adressbüchern aufgeführt ist.

Eigentümer (Nr. 25)

  • 1786/1820: Joseph Biermann (ca. 1757-1835), Fassbinder
oo 1785[6] Maria Catharina Voss († vor 1816) aus Werne
  • 1820/1829: Carl Christian Hoppe aus Mark, Kaufhändler (1821), Kleinhändler (1823)
oo 1816[7] Charlotte Weckerlin aus Herford
  • 1829/1843: Wilhelm Hellwig (ca. 1802- ), Höcker (1829), Kaufmann (1831)
oo 1824[8] Wilhelmina Wolkewitz (ca. 1800- ) aus Altena
  • 1843/1882: Johann Wilhelm Dehler, Schreiner
  • 1882/1885: Wwe OLG-Kanzlist Adolf von Zayczek geb. Wilhelmine Dehler
  • 1885/1886: Ludwig Schöneberg, Böttchermeister

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Geschichte der Hausstätte Nro 488 (Nr. 27)

Das Haus Nassauerstraße 27 befand sich auf der alten Hausstätte Nro 488 in der Westhofe. Es grenzte links an die Nassauerstraße 25 und rechts an die Nassauerstraße 29. Nach dem Stadtbrand von 1741 blieb die Hausstätte - wie die gesamte Südseite der Nassauerstraße - unbebaut liegen. Erst für 1799 liegt ein Eintrag im Hypothekenbuch der Stadt Hamm vor, dass der Eigentümer, nämlich der aus Dolberg stammende Schreiner Gerhard Heinrich Quante (ca. 1760-1805), das Haus habe neu erbauen lassen.[11] Müller Eberhard Vieter[12], der 1808 Henriette Quante geheiratet hatte, ist zusammen mit den übrigen Kindern Quante als nächster Eigentümer nachgewiesen. Nach dessen Tod 1839 erbte es seine Witwe Maria Catharina geb. Steinfort mit den gemeinsamen Kindern. Die gemeinsamen Töchter Christine (* 1825) und nachfolgend Wilhelmine (* 1833) sind als weitere Eigentümerinnen nachgewiesen. Vor 1908 erwarb die Stadt Hamm das Haus, das ebenfalls dem Kriege zu Opfer fiel. Eigentümlicherweise wird 1951 und 1956 in den Adressbüchern der Klempner Josef Grommes als Eigentümer ausgewiesen[13], ab 1958 wieder die Stadt Hamm, ab 1960 in Baueinheit mit Nr. 25. Ab 1964 ist somit die Familie Junior auch Eigentümerin der Nr. 25.

Eigentümer (Nr. 27)

  • 1799/1825: Gerhard Heinrich Quante (ca. 1760-1805) aus Dolberg, Schreiner
oo 1787[14] Anna Elisabeth Voss (ca. 1750-1825)
  • 1831/1839: Eberhard Vieter (ca. 1779-1839) aus Bork, Müller
1. oo 1808[15] Henriette Quante (1789-1819)
2. oo 1822[16] Maria Catharina Steinfort (ca. 1797-1865)

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(M) 1958/60: Josef Grommes, Installationsgeschäft
  • ab 1964: siehe Nr. 25

Anmerkungen

  1. 1805: im alten Hamm; 1820: im alten Hamm; 1830: im alten Hamm
  2. Dem Eigentümer, Fassbinder Joseph Biermann (ca. 1757-1835), wurde 1816 attestiert, dass das Haus vor ungefähr 30 Jahren neu erbaut worden sei.
  3. Nro 491, im alten Hamm, bei Wilhelm Helwig; Westfälischer Anzeiger vom 17. Februar 1830.
  4. Bei der 1882 nachgewiesenen Witwe des OLG-Kanzlisten Adolf von Zayczek geb. Wilhelmine Dehler handelt es sich um die Tochter des JOhann Wilhelm Dehler.
  5. Im AB 1951 wird nämlich die Nr. 25 nicht aufgeführt; im AB 1956 und 1958 ist es als Eigentum der Stadt Hamm, aber ohne Mieter aufgeführt.
  6. vgl. 1785 (Trauregister)
  7. vgl. 1816 (Trauregister)
  8. vgl. 1824 (Trauregister)
  9. AB 1899: Ehefrau; AB 1908/1919: Wwe Louise Schöneberg; AB 1929: Erben Louise Schöneberg
  10. AB 1960: erstmalig als Nr. 25-27 aufgeführt
  11. Auf dem Foto von 1931 steht es unter einem Dach mit der Nr. 25, so dass es wohl zeitgleich errichtet wurde. Der Eintrag im Hypothekenbuch steht dazu nicht im Widerspruch, da dieser auch später erfolgt sein kann.
  12. Eberhard Vieter und sein Bruder, der Schmied Gerhard Vieter (vgl. zu diesem Martin-Luther-Straße 31), stammten beide aus Bork und waren katholisch.
  13. Ob tatsächlich ein Eigentümerwechsel vorliegt oder die Adressbücher hier irren, ist bislang nicht weiter untersucht worden.
  14. vgl. 1787 (Trauregister); im Kirchenbuch St. Agnes steht beim Traueintrag ex Währen. Bislang konnte nicht zweifelsfrei ermittelt werden, ob es sich dabei um die Stadt Werne handelt. Ein weiterer KB-Eintrag von 1787 (ex Währen im Bistum Münster) spricht allerdings ebenso dafür wie die Herkunftsangabe bei Maria Catharina Voss 1785 (aus Werne) anlässlich ihrer Heirat mit Joseph Biermann. Ob es sich bei den Voss um Schwestern aus Werne gehandelt hat, könnten genealogische Nachforschungen absichern.
  15. vgl. 1808 (Trauregister)
  16. vgl. 1822 (Trauregister)

Literatur

  • Andreas Schulte: Häuserbuch der Stadt Hamm, unveröffentlichtes Manuskript, Nro 488 und Nro 491.
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