Brüderstraße 24 (historisch): Unterschied zwischen den Versionen
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Die Adresse '''[[Brüderstraße]] 24''' ist im [[Klosterdrubbel]] aufgegangen. Schon gegen 1900 wurde das Haus, das an der Ecke zur [[Antonistraße]] stand, im Zuge der Modernisierung der [[Kloster-Brauerei Pröpsting|Klosterbrauerei]] abgebrochen. Das ehemalige Eckhaus, das 1792 errichtet worden war, spielt allerdings für die Wirtschaftsgeschichte der Stadt Hamm eine nicht unwesentliche Rolle. Es kann als das eigentliche Stammhaus der '''Familie Pröpsting''' bezeichnet werden. Auf der Aufnahme von 1961 wurde die Grundfäche des Hauses farbig markiert. | Die Adresse '''[[Brüderstraße]] 24''' ist im [[Klosterdrubbel]] aufgegangen. Schon gegen 1900 wurde das Haus, das an der Ecke zur [[Antonistraße]] stand, im Zuge der Modernisierung der [[Kloster-Brauerei Pröpsting|Klosterbrauerei]] abgebrochen. Das ehemalige Eckhaus, das 1792 errichtet bzw. renoviert worden war, spielt allerdings für die Wirtschaftsgeschichte der Stadt Hamm eine nicht unwesentliche Rolle. Es kann als das eigentliche Stammhaus der '''Familie Pröpsting''' bezeichnet werden. Auf der Aufnahme von 1961 wurde die Grundfäche des Hauses farbig markiert. | ||
== Geschichte der Hausstätte == | == Geschichte der Hausstätte == | ||
[[Datei:1900c Brüderstr 24.jpg|thumb|right|Brüderstraße 24 (um 1900), links das Gebäude der Klosterbrauerei]] | |||
Das Haus '''[[Brüderstraße]]''' 24 befand sich auf der alten Hausstätte [[Häuserbuch|Nro 268]] in der Osthofe. | Das Haus '''[[Brüderstraße]]''' 24 befand sich auf der alten Hausstätte [[Häuserbuch|Nro 268]] in der Osthofe. | ||
Leonhard Redicker ist im Hause seit 1734 nachweisbar. Dessen Sohn, der Schmied Anton Redicker, verstarb am 4. Januar 1791 und hatte laut Testament vom 18. November 1790<ref>Im Testament heißt es weiter: ''seinen leiblichen Vettern den H. Apothekern Christian Anton Redicker hieselbst, von dem er immerhin sehr viele Freundschaft und Gefälligkeit genoßen''; der Begriff Vetter ist hier allerdings nicht im heutigen Sinne zu verstehen, sondern gibt allgemein ein enges Verwandtschaftsverhältnis an.</ref> als Erben den Apotheker Christian Anton Redicker eingesetzt, der am [[Marktplatz 12]] die heutige [[Adler-Apotheke]] führte. Dieser verkaufte 1791 das Haus für 575 Reichstaler an Gerhard Pröpsting, der es 1797 seinem Sohn Caspar übertrug. So wurde das Haus zum Stammhaus der Familie '''Pröpsting''' und zur eigentlichen Keimzelle der [[Kloster-Brauerei Pröpsting]]. | |||
== Eigentümer == | == Eigentümer == | ||
* [[1797]]/[[1825]]: '''Caspar Pröpsting''' (1766-1836), Bürger, Bäcker und Gastwirt | [[Datei:2006 OF Grab Pröpsting Leffert.jpg|thumb|right|Grabmal der Eheleute Johann und Christine Pröpsting geb. Leffert (2006) auf dem [[Ostenfriedhof]]]] | ||
:: oo 1791<ref> Vgl. 1791 (Trauregister)</ref> Anna Sybilla Osthaus (1765-) | * [[1734]]/[[1762]]: '''Leonhard Redicker''' († 1762) | ||
* [[1762]]/[[1791]]: '''Anton Redicker''' (ca. 1733-1791), Bürger und Schmied, [[Richtleute|Richtmann]] der Schmiede (1770, 1778) | |||
__________ | * [[1791]]/[[1797]]: '''Gerhard Pröpsting''' (1735-?), Bäcker, Brauer und Branntweinbrenner (→ [[Widumstraße 26|Nro 349]]) | ||
* [[1902]]/[[1956]]: '''F. u. W. Pröpsting''', Klosterbrauerei | ::: oo ca. 1759 Anna Catharina Wiemann (1735-1810) | ||
* [[1967]]/[[1972]]: | * [[1797]]<ref>1797 Übertragung durch den Vater Gerhard Pröpsting</ref>/[[1825]]: '''Caspar Pröpsting''' (1766-1836), Bürger, Bäcker und Gastwirt | ||
* [[1974]]/[[1976]]: '''[[Brauerei Isenbeck]]''' AG, [[Holzkamp]] 1a <ref> AB 1974, 1976 </ref> | :: oo 1791<ref> Vgl. [[1791 (Trauregister)]]: Propsting / Osthaus </ref> Anna Sybilla Osthaus (1765-1813<ref> Chronik Klosterbrauerei, S. 6.</ref>), T des Johann Hermann Osthaus (→ Nro 119) | ||
* [[1825]]/[[1860]] '''Johann Pröpsting''' (1796-1867), Wirt, [[Gemeinderat]] | |||
:: oo 1820<ref> Vgl. [[1820 (Trauregister)]]: Proebsting / Leffert </ref> Christine Leffert (1797-1858), T des Moritz Leffert (→ [[Widumstraße 28|Nro 348]]) | |||
* [[1860]]/[[1886]]: [[Friedrich Pröpsting II|'''Friedrich Pröpsting''']] (1822-1879), Bäcker und Wirt (1861), Bierbrauereibesitzer, [[Stadtverordnetenversammlung|Stadtverordneter]] | |||
::: oo 1861<ref> Vgl. [[1861 (Trauregister)]]</ref> Wilhelmine Bettermann (1833-1917) aus Kessebüren<ref>Ksp. Frömern, Kreis Unna</ref> | |||
* [[1860]]/[[1886]]: '''Wilhelm Pröpsting''' (1827-1873), Bierbrauereibesitzer | |||
::: oo 1855 in Frömern Caroline Bettermann (1829-?) aus Kessebüren | |||
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* [[1891]]/[[1902]]: '''Wwe Friedrich Pröpsting''' geb. Wilhelmine Bettermann (1833-1917) | |||
* [[1902]]/[[1956]]: '''F. u. W. Pröpsting''', Klosterbrauerei | |||
* [[1967]]/[[1972]]: '''F. und H. Pröpsting KG''' <ref> AB 1967, 1970, 1972 </ref> | |||
* [[1974]]/[[1976]]:'''[[Brauerei Isenbeck]]''' AG, [[Holzkamp]] 1a <ref> AB 1974, 1976 </ref> | |||
== Anmerkungen == | == Anmerkungen == | ||
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== Literatur == | == Literatur == | ||
* Andreas Schulte: ''Häuserbuch der Stadt Hamm'', unveröffentlichtes Manuskript, Nro | * Andreas Schulte: ''Häuserbuch der Stadt Hamm'', unveröffentlichtes Manuskript, Nro 268. | ||
[[Kategorie:Alte Hausstätten]] | [[Kategorie:Alte Hausstätten]] | ||
Aktuelle Version vom 22. Oktober 2025, 15:39 Uhr

Die Adresse Brüderstraße 24 ist im Klosterdrubbel aufgegangen. Schon gegen 1900 wurde das Haus, das an der Ecke zur Antonistraße stand, im Zuge der Modernisierung der Klosterbrauerei abgebrochen. Das ehemalige Eckhaus, das 1792 errichtet bzw. renoviert worden war, spielt allerdings für die Wirtschaftsgeschichte der Stadt Hamm eine nicht unwesentliche Rolle. Es kann als das eigentliche Stammhaus der Familie Pröpsting bezeichnet werden. Auf der Aufnahme von 1961 wurde die Grundfäche des Hauses farbig markiert.
Geschichte der Hausstätte

Das Haus Brüderstraße 24 befand sich auf der alten Hausstätte Nro 268 in der Osthofe. Leonhard Redicker ist im Hause seit 1734 nachweisbar. Dessen Sohn, der Schmied Anton Redicker, verstarb am 4. Januar 1791 und hatte laut Testament vom 18. November 1790[1] als Erben den Apotheker Christian Anton Redicker eingesetzt, der am Marktplatz 12 die heutige Adler-Apotheke führte. Dieser verkaufte 1791 das Haus für 575 Reichstaler an Gerhard Pröpsting, der es 1797 seinem Sohn Caspar übertrug. So wurde das Haus zum Stammhaus der Familie Pröpsting und zur eigentlichen Keimzelle der Kloster-Brauerei Pröpsting.
Eigentümer

- 1734/1762: Leonhard Redicker († 1762)
- 1762/1791: Anton Redicker (ca. 1733-1791), Bürger und Schmied, Richtmann der Schmiede (1770, 1778)
- 1791/1797: Gerhard Pröpsting (1735-?), Bäcker, Brauer und Branntweinbrenner (→ Nro 349)
- oo ca. 1759 Anna Catharina Wiemann (1735-1810)
- 1825/1860 Johann Pröpsting (1796-1867), Wirt, Gemeinderat
- 1860/1886: Friedrich Pröpsting (1822-1879), Bäcker und Wirt (1861), Bierbrauereibesitzer, Stadtverordneter
- oo 1855 in Frömern Caroline Bettermann (1829-?) aus Kessebüren
__________
- 1891/1902: Wwe Friedrich Pröpsting geb. Wilhelmine Bettermann (1833-1917)
- 1902/1956: F. u. W. Pröpsting, Klosterbrauerei
- 1967/1972: F. und H. Pröpsting KG [8]
- 1974/1976:Brauerei Isenbeck AG, Holzkamp 1a [9]
Anmerkungen
- ↑ Im Testament heißt es weiter: seinen leiblichen Vettern den H. Apothekern Christian Anton Redicker hieselbst, von dem er immerhin sehr viele Freundschaft und Gefälligkeit genoßen; der Begriff Vetter ist hier allerdings nicht im heutigen Sinne zu verstehen, sondern gibt allgemein ein enges Verwandtschaftsverhältnis an.
- ↑ 1797 Übertragung durch den Vater Gerhard Pröpsting
- ↑ Vgl. 1791 (Trauregister): Propsting / Osthaus
- ↑ Chronik Klosterbrauerei, S. 6.
- ↑ Vgl. 1820 (Trauregister): Proebsting / Leffert
- ↑ Vgl. 1861 (Trauregister)
- ↑ Ksp. Frömern, Kreis Unna
- ↑ AB 1967, 1970, 1972
- ↑ AB 1974, 1976
Literatur
- Andreas Schulte: Häuserbuch der Stadt Hamm, unveröffentlichtes Manuskript, Nro 268.