Ostenfriedhof

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Ostenfriedhof aus der Luft
Falkdenkmal vor dem Ostenfriedhof 2006
Blick auf den jüdischen Teil des Ostenfriedhofs 2007
Ostenfriedhof im Winter 08/09

Der Ostenfriedhof wurde gegen 1800 als Gemeinschaftsfriedhof der jüdischen, katholischen, lutherischen und reformierten Gemeinde vor den Toren der Stadt an der Ostenallee angelegt. Seit 1992 steht der jüdische Teil unter Denkmalschutz.

Geschichte

Schon 1793 legte Hofrat Kühlenthal Pläne zur einer Friedhofsverlegung vor. Am 18. Juni 1799 wurde für 971 Reichstaler ein passendes Grundstück am Großen Exerzierplatz angekauft und auf die vier Konfessionen aufgeteilt. Allerdings durfte der alte jüdische Friedhof am Nordenwall noch bis 1825 von den jüdischen Gemeinde weitergenutzt werden. Die Einsegnung des katholischen Teils erfolgte am 3. Juli 1800 durch Pater Guardian Theophil Happe († 1817) vom Franziskanerkloster in Hamm.

Grabmalbestand

Vor allem auf dem evangelischen und jüdischen Teil des Ostenfriedhofs hat sich eine Vielzahl von Grabmalen aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Das älteste Grabmal des evangelischen Teils stammt aus dem Jahre 1827. Von den zahlreichen Hammer Ehrenbürgern fanden unter anderem Franz Borberg († 1885), Adalbert Falk († 1900), Wilhelm von der Marck († 1900), Richard Matthaei († 1922), Josef Schlichter († 1952) und Eduard Windthorst († 1914) auf dem Ostenfriedhof ihre letzte Ruhestätte. Über den jüdischen Teil des Friedhofs informiert ein bebilderter Katalog (siehe Literaturverzeichnis). Am Haupteingang des Ostenfriedhofs an der Ostenallee steht seit 1905 das Falkdenkmal.

Historische Grabmale auf dem Ostenfriedhof (Katalog)

Wegen der Vielzahl der behandelten Grabmale wurde den drei ersten Abteilungen des Katalogs jeweils eine Unterseite eingeräumt (wird fortlaufend ergänzt).

I. Abteilung: Evangelischer Teil (bis 1918)
II. Abteilung: Jüdischer Teil (bis 1918)
III. Abteilung: Katholischer Teil (bis 1918)

IV. Abteilung: nicht erhaltene Grabmale

Grabmale 1810 bis 1918

Das Grabmal des Professors Eylert (1731-1813) und seiner Gattin Katharina Elisabeth Biermann († 1810) bestand aus zwei aneinanderliegenen Steinplatten (vgl. Grabmal des Karl von Rabenau († 1832). Die beiden Grabplatten waren 1980 bereits abgeräumt.

Grabplatte
des Rulemann Ludwig Eilert
Grabplatte
der Katharina Elisabeth Eilert geb. Biermann
Beleg
HIER RUHET IN GOTT

DES SELIGEN VATERS
RULEMANN
LUDWIG EILERT
PROFESSOR U. PREDIGER
IM HAMM
GB. D. 16. OCKTOBER
IM AMT GEKOMMEN 1756
DEN 17. JANUAR
IM EHESTAND GETRETEN
1757 IM JANUAR
GESTORBEN
D. 1. SEPTEMBER 1813.

DANIEL 12. VERS.
DIE LEHRER SOLLEN
LEUCHTEN WIE DES
HIMMELS GLANS.
UND DIE SO VIELE ZUR
GERECHTIGKEIT WEISEN
WIE DIE STERNE IMMER
UND EWIGLICH

UND SEINE GATTIN

DER SELIGEN MUTTER
CATARINA ELISABET
EILERT
GEBOHREN. BIERMANN
GEBOHREN 1732
D. 25. JULI
GESTORBEN DEN 21.
NOVEMBER 1810.

SPRICHWÖRTER
SALOMO 1. C. V. 7
DAS GEDÄCHTNIS DER
GERECHTEN BLEIBT
IM SEGEN

Im Novemberlicht.
An den Gräbern bedeutender Hammer Persönlichkeiten, in: Unser Westfalen 1980, S. 142-143 (nach Abschrift von 1925).


Das Grabmal der Eheleute Spener befand sich noch 2001 nahe der westlichen Außenmauer. 2006 war das Grabmal aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgeräumt.

(Beleg: Heinrich Peter: Ein Mann des Volkes, ein Denker und Poet. Gedenkblatt für Justizrat Wilhelm Rauschenbusch, in: Heimat am Hellweg. Kalender 1955 für Hamm und den Landkreis Unna, S. 134).

(Beleg: Susanne Birker: 150 Jahre archäologische Forschungen in Hamm. Von Moritz Friedrich Essellen zu Rose Löbke, in: Zeitspuren. Die Anfänge der Stadt Hamm, hrsg. von Georg Eggenstein – Ellen Schwinzer, Bönen 2001, S. S. 113).

Das Grabmal befand sich an der östlichen Außenmauer und wurde zwischen 2001 und 2006 abgeräumt.

Historische Fotos nicht erhaltener Grabmale

Presseberichte

Literatur zum Ostenfriedhof

  • Diodor Henniges: Eine Friedensinsel von brandenden Wogen fortgespült. Das Franziskanerkloster zu Hamm (Westf.), Hamm 1924.
  • Falkfeier-Gedenkbüchlein. Zur Erinnerung an die Enthüllung des Falkdenkmals in Hamm i.W. am 10. Juni 1905, zusammengestellt und herausgegeben vom Kreislehrerverein Hamm i.W.
  • Elke Hilscher: "...die Liebe kann nicht untergehen..." Jüdischer Friedhof in Hamm. Eine Dokumentation in Bildern. Photographie: Heinz Feußner, Hamm 1994.
  • Josef Osterhoff: 971 Taler kostete 1799 die Fläche für den Ostenfriedhof. Aus hygienischen Gründen wurden die Begräbnisstätten Hamms außerhalb des Stadtkern verlegt, in: Unser Westfalen 2007, S. 9-10.