Eduard Windthorst

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Photo (undatiert)
Grabmal auf dem Ostenfriedhof 2007
Friedrichplatz 1914: Blick aus dem damaligen Oberlandesgericht nach Norden in die Südstraße, das rote Haus in der Bildmitte die Villa Windthorst (abgerissen)

Eduard Windthorst (* 25. August 1834 in Halle/Westf.; † 14. November 1914 in Hamm) war ein linksliberaler Politiker und Rechtsanwalt am Oberlandesgericht in Hamm.

Leben

In Münster aufgewachsen erlebte Eduard Windthorst die Revolution von 1848 bewusst mit. Nach dem Abitur am Paulinum in Münster studierte er in Bonn und Berlin Rechtswissenschaften. Von 1866 bis zum Jahr 1873 war Eduard Windthorst Kreisrichter in Werne an der Lippe. Aus Protest gegen das Unfehlbarkeitsdogma schloss sich Windthorst den Altkatholiken an. Als bekennender Linksliberaler gehörte er von 1870 bis 1873 dem Abgeordnetenhaus des Deutschen Reichstages an, wo er bei der Jesuitendebatte am 15. Mai 1872 als Sprecher der Fortschrittspartei dezidiert Stellung bezog. Im Herbst 1872 wurde er zudem für Bochum in den preußischen Landtag gewählt, von 1873 bis 1879 vertrat er dort Bielefeld, wo er bis 1884 zunächst als Kreisrichter, später als Landgerichtsrat tätig war. Er gab jedoch diese Stelle auf, um Rechtsanwalt am Oberlandesgericht in Hamm zu werden. Von 1886 bis 1914 war Windthorst Stadtverordnetenvorsteher in Hamm.

In seinem Testament verfügte Windthorst, dass die Stadt Hamm sein Haus in der Südstraße 42 nach seinem Tode günstig ankaufen könne, wenn sie es geeigneten städtischen Zwecken zuführe. Der Museumsverein und der Magistrat der Stadt Hamm erwarben das Haus und nutzten es für das städtische Museum, aus dem später das Gustav-Lübcke-Museum erwuchs. 1958 bezog die Städtische Musikschule das Gebäude. Seine letzte Ruhestätte fand Eduard Windthorst auf dem Hammer Ostenfriedhof.

Werke

  • Lebenserfahrungen eines Idealisten, Bonn 1912.

Ehrungen

1907 verlieh die Stadt Hamm Eduard Windthorst die Ehrenbürgerwürde.

Literatur

  • Wilhelm Ribhegge: Preußen im Westen. Kampf um den Parlamentarismus in Rheinland und Westfalen 1789-1947, Münster 2008, bes. S. 219ff. und S. 237.
  • Städtische Musikschule Hamm. Drei Jahrzehnte kulturelle Leistung, Hamm 1972 (= Tatsachen und Berichte 5), S. 5.
  • Herbert Zink: Das Städtische Gustav-Lübcke-Mueseum in Hamm, Hamm 1981.

Weblinks