St. Pankratius (Mark)

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Evangelische Pfarrkirche St. Pankratius
PLZ 59071
Bezirk Hamm-Uentrop
Stadtteil Mark
Straße Hausnr. Marker Kirchplatz
Typ Sakralbau
existiert seit Anfang 12. Jahrhundert
Denkmalliste Stadt Hamm No. 26 sei dem 11.12.1985

Stand: 7. Mai 2012
Blick in den gotischen Chorraum
St. Pankratius 1976

Die evangelische Pfarrkirche St. Pankratius liegt in Mark und befindet sich somit im Stadtbezirk Uentrop.

Kirchengemeinde

Genutzt wurde und wird die Kirche St. Pankratius von der früheren Evangelischen Kirchengemeinde Mark und der heutigen Evangelische Kirchengemeinde Mark-Westtünnen.

Geschichte und Baubeschreibung

Umgeben von dem ehemaligen Friedhof und einem Ensemble alter Fachwerkhäuser unterscheidet sich die äußerlich bescheidene Anlage kaum von mancher einfachen Dorfkirche in unserem Land. Das weit ausladende Querschiff mit dem dreiseitig geschlossenem Chor überragt das niedrige Langhaus und der ein wenig nach Süden verschobene zweigeschossige Turm geben Anlass zu der Vermutung, dass der Kirchenbau einfachen romanischen Ursprungs um 1100 ist. Wie bei allen Kirchen aus dieser Zeit besteht das Mauerwerk aus grünem Sandstein. Unbehauen und nur grob verfugt, war es über viele Jahre der Witterung stark ausgesetzt, dass es 1989 mit einer weiß gekälkten Putzschicht überzogen wurde.

1735 wurde das heutige Glockengeschoss aus Ziegeln aufgemauert und 1909 mit Schiefer verblendet. Seit 1796 krönt die Wetterfahne mit einem Posaune blasenden Engel den Turm. Eindrucksvoll sind die Glasmalereien in den Fenstern, die Anfang des letzten Jahrhunderts eingebaut wurden. Bis 1337 war die Kirche zu Mark die Mutterkirche von Hamm. Denn die Hammer Hauptkirche, den Heiligen Laurentius und Georg geweiht, die heutige Pauluskirche, wurde erst in diesem Jahr zur selbständigen Pfarrei erhoben.

Ihren kunstgeschichtlichen Rang erhält die schlichte Dorfkirche durch ihre Wandmalereien im Chor, die bei einer Erneuerung 1908/1909 entdeckt wurden. Diese Fresken dürften nach der Erbauung des Chores in der Mitte des 14. Jahrhundert. entstanden sein. Sie bilden eine gemalte Predigt, die nach Umfang und Vollständigkeit in Westfalen einzig ist.

Ausstattung

Ältestes Ausstattungsstück der Kirche ist der aus Baumberger Sandstein gefertigte Taufstein, der aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammt. Außerdem hat sich im Chor eine Anzahl von Grabmälern erhalten, von denen das des Generalleutnants Carl Friedrich von Wolffersdorff († 1781) am bekanntesten ist.

Baudenkmaleintrag

Die Marker Dorfkirche wurde wohl nach der Jahrtausendwende im 11. Jahrhundert gegründet. Sie stand bis 1254 unter dem Patronat der Grafen von der Mark und war bis 1337 zugleich Pfarrkirche für Hamm. Der einschiffige kreuzförmige Bau mit Westturm besitzt Querarme in der Größe des Vierungsquadrats, ebenso das Chorjoch, das mit 3/6-Schluss endet. Das Langhaus und der Turm zeugen noch – bis zur Höhe des Glockengeschosses – von einer romanischen Anlage des frühen 12. Jahrhunderts. Das Glockengeschoss wurde 1251 aus strategischen Gründen entfernt, 1735/36 neu errichtet und 1909 verschiefert. Die Flachdecke des Langhauses wurde 1868 durch eine sargdeckelförmige Holzdecke ersetzt. Querschiff und Chor aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit tief herabgeführten Kreuzrippengewölben auf Konsolen. Das Vierungsgewölbe wurde nach Kriegsschäden 1950 erneuert. Die Schlusssteine im Chor sind mit Holzreliefs vom Kopf Christi und Lamm Gottes besetzt. Spitzbogige Maßwerkfenster. Um die Kirche befindet sich ein ehemaliger Friedhof mit Grabsteinen.

Die Kirche ist ein Denkmal, da sie für die Kultur- und Siedlungsgeschichte der Stadt Hamm von fundamentaler Bedeutung ist. [1]

Presseberichte

Literatur

  • BKD 1959, S. 306-322.
  • Friedrich Wilhelm Jerrentrup: Pankratius-Kirche und Burganlage in Hamm-Mark, Münster 1982 (Westfälische Kunststätten 18).
  • Dr. Friedrich Wilhelm Jerrentrup: Mark: Evangelische Pfarrkirche St. Pankratius,
    in: Jerrentrup, Peter, Feußner; Alte Kirchen in Hamm, Hamm 1999, Seite 52 bis62
  • Paul Wittmann: Zur Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Mark, Bielefeld 1949.
  • Georg Dehio, unter wissenschaftlicher Leitung von Ursula Quednau: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler - Nordrhein-Westfalen II Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, Seite 396f

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Denkmalwertbegründung - zitiert nach Denkmalliste der Stadt Hamm, Bestandsverzeichnis lfd. Nummer 26