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Lippepark Hamm: Unterschied zwischen den Versionen

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Unter dem Slogan „Im Westen was Neues“ entstand von [[2009]] bis [[2014]] auf dem Gelände des ehemaligen [[Schacht Franz|Schachtes Franz]] im Stadtbezirk [[Herringen]] ein neues Freizeitgelände, der '''Lippepark Hamm'''.
Unter dem Slogan „Im Westen was Neues“ entstand von [[2009]] bis [[2014]] auf dem Gelände des ehemaligen [[Schacht Franz|Schachtes Franz]] im Stadtbezirk [[Herringen]] ein neues Freizeitgelände, der '''Lippepark Hamm'''. Das Projekt ging aus einer Bewerbung der Stadt um die Austragung der Landesgartenschau 2014 hervor, bei der man sich nicht gegen Zülpich durchsetzen konnte. Heute ist der Lippepark, der den Kanal überspannt und sich bis in den Bezirk [[Bockum-Hövel]] erstreckt, ein beliebtes Ausflugsziel für Herringer.
 
== Geschichte ==
Hamm wollte sich mit dem Projekt um die Austragung der Landesgartenschau 2014 bewerben, den Zuschlag erhielt allerdings die Stadt Zülpich. Dennoch wurde das Projekt in Hamm umgesetzt, da die notwendige Finanzierung dennoch gewährt wurde.<ref>[http://web.pregocms.de/herringen/page.php?p=9756&n=9752|9756  Webseite www.herringen.de: LaGa 2014 ade]</ref> Das Projekt wurde gefördert mit Mitteln der folgenden Institutionen:<ref>[http://www.hamm.de/planen-bauen-verkehr-wohnen/planen-und-entwickeln/stadtentwicklung/im-westen-was-neues-lippepark-hamm.html Webseite www.hamm.de: Im Westen was Neues]</ref>
* Europäische Union über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
* Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
* Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
 
Offizieller Start der Baumaßnahmen war der sogenannte ''Herringer Mauerfall'' am [[17. Mai]] [[2009]], als Teile der Mauer des Schacht-Franz-Geländes eingerissen wurden.
 
Die Arbeiten zur Anlage des Parks erstreckten sich zuerst auf das nördliche Gelände von Schacht Franz. Der Endausbau des Abschnitts ''Schacht Franz Süd'' und damit der Abschluss der Errichtung des eigentlichen Parks war für Ende 2012 geplant<ref>[http://www.wa.de/nachrichten/hamm/hamm-herringen/arbeiten-lippepark-schreiten-zuegig-voran%281%29-2268158.html Westfälischer Anzeiger (WA.de) vom 6. April 2012]</ref> und wurde mit der Eröffnung am [[30. November]] [[2012]] auch offiziell plangemäß abgeschlossen. Teile waren bereits früher fertig gestellt und nutzbar, wie z. B. der [[Funsportpark  Herringen]], eine Freizeitsportanlage für Skater, Basketball, Streetball, Tischtennis, Hockey und Parkouring. Diese Anlage wurde in enger Zusammenarbeit mit den Nutzern geplant und erstellt. Anschließend erfolgte bis [[2014]] noch eine Anbindung an die [[Halde Radbod]] durch Errichtung einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke über [[Lippe]] und [[Datteln-Hamm-Kanal]].
 
=== Namensfindung (2011) ===
Zu dem Projekt „Im Westen was Neues“ gab es einen Beirat unter dem Vorsitz des ehemaligen Herringer Bezirksvorsteher [[Horst Podzun]]. Dieser Beirat favorisierte – im Gegensatz zur Stadtverwaltung, die den Namen ''Lippepark Hamm'' immer bevorzugt hatte – den Namen ''Westpark'' und brachte diesen Vorschlag beim [[Stadtrat]] ein. Der Rat stimmte jedoch in seiner Sitzung im Dezember 2011 gegen den Namen ''Westpark'' und für den Namen ''Lippepark''.
 
Da Horst Podzun seinen Vorsitz im Beirat des Projektes von dem Namen ''Westpark'' abhängig gemacht hatte, trat er nach der Namensfindung ''Lippepark'' als Vorsitzender zurück. Anfang 2012 konnte er jedoch von den anderen Mitgliedern des Beirates überzeugt werden, die Position weiterhin zu bekleiden.<ref>[http://www.wa.de/nachrichten/hamm/stadt-hamm/lippepark-horst-podzun-bleib-beirats-vorsitzender-1577832.html?cmp=defrss „‚Lippepark‘: Horst Podzun bleibt Beirats-Vorsitzender“ in: wa.de vom 26. Januar 2012]</ref>
 
=== Anbindung Pelkums (bis 2012) ===
Zwei Halden der [[Zeche Heinrich-Robert]] befinden sich südlich unweit des Lipepparks: [[Halde Humbert]] und die Halde [[Kissinger Höhe]]. Sie bilden als Bergbaufolgelandschaft den Übergang zwischen Schacht Franz und den Wohngebieten von Herringen und Pelkum. Während die ''Halde Humbert'' noch unter Bergaufsicht stand, war die ''Kissinger Höhe'' bereits frei zugänglich und wurde vom neuen Eigentümer, der Regionalverband Ruhr (RVR) als „Walking-Halde“ ausgebaut.
 
Zwischen beiden Halden wurde im Rahmen des Projekts „Im Westen was Neues“ der 280 Meter lange ''[[Barfuß- und Sinneserlebnispfad]]'' mit einem ''interkulturelle Garten'' erweitert, der am 17. Juni 2012 eingeweiht wurde. Der Barfuß-Erlebnispfad verfügt neben einem intensiven Bereich am Fuß der Halde auch über einen barfußtauglichen Weg rund um die Halde. Der zwischen den Halden verlaufende Herringer Bach wird nach der geplanten  Renaturierung bzw. ökologischen Aufwertung durch den Lippeverband eine attraktive  Wasserlandschaft zwischen den Halden darstellen und der den Bach begleitende Weg zugleich eine ebenso attraktive Wegeverbindung in Richtung Pelkum bilden. <ref>[http://www.hamm.de/planen-bauen-verkehr-wohnen/planen-und-entwickeln/stadtentwicklung/im-westen-was-neues/entwicklungsbereich-suedliche-halden.html  Webseite www.hamm.de: Im Westen was Neues, südliche Halden]</ref>


== Baugeschichte ==
=== Bauabschnitt Süd (bis 2012) ===
Offizieller Start der Baumaßnahmen war der sogenannte ''Herringer Mauerfall'' am [[17. Mai]] [[2009]], an dem Teile der Mauer des Schacht-Franz-Geländes eingerissen wurden und somit das Gelände geöffnet wurde.
Auf der Südfläche des Geländes entstand zunächst die große [[Funpark Herringen|Funsport-Anlage]] und das ''[[Kunstprojekt Seilfahrt]]'', das schon wenig später von Vandalen zerstört und später in robusterer Bauweise wieder aufgebaut wurde.<ref>[http://www.hammwiki.de/wiki/Lippepark_Hamm_%28Presseberichte%29 Westfälischer Anzeiger vom 18. Juli 2012]</ref> Danach folgte der insgesamt ca. 12 ha große Wiesenpark mit Liegewiese und Grillplätzen, einem weiteren Spielplatz, dem ''[[Ort der Bergbaugeschichte]]'' und dem ''[[Ort der interreligiösen Begegnung]]''.<ref>[http://www.hamm.de/planen-bauen-verkehr-wohnen/planen-und-entwickeln/stadtentwicklung/im-westen-was-neues/entwicklungsbereich-schacht-franz/schacht-franz-suedflaeche.html „Im Westen was Neues, Schacht Franz Süd“ in: hamm.de]</ref>


Die Arbeiten zur Anlage des Parks erstrecken sich zuerst auf das nördliche Gelände des Schachtes Franz. Der Endausbau des Abschnitts ''Schacht Franz Süd'' war für Ende 2012 geplant<ref>[http://www.wa.de/nachrichten/hamm/hamm-herringen/arbeiten-lippepark-schreiten-zuegig-voran%281%29-2268158.html Westfälischer Anzeiger (WA.de) vom 6. April 2012]</ref> und wurde mit der Eröffnung am [[30. November]] [[2012]] auch offiziell plangemäß abgeschlossen. Teile waren bereits früher fertig gestellt und nutzbar, wie z. B. der [[Funsportpark  Herringen]], eine Freizeitsportanlage für Skater, Basketball,  Streetball, Tischtennis, Hockey und Parkouring – einer neuen Trendsportart. Diese Anlage wurde in enger Mitarbeit mit den Nutzern geplant und erstellt.
Offizielle Einweihung war der [[30. November]] [[2012]]. Im Frühjahr und Anfang des Sommers 2013 erfolgten noch Abschlussarbeiten in Gestalt zusätzlicher Anpflanzungen von Sträuchern und Bäumen. Im Bereich der Promenade wurden zahlreiche Sitzmöglichkeiten aufgestellt.  


In weiteren Bauabschnitten wurde durch einen Brückenschlag nach Norden über den [[Datteln-Hamm-Kanal]] und die namensgebende [[Lippe]] nach [[Bockum-Hövel]] die Einbindung der [[Halde Radbod]] hergestellt.
==== Bauabschnitt Nord (bis 2014) ====
Die Gestaltung der Nordfläche erfolgte in großen Teilen im Rahmen des sogenannten ''Abschlussbetriebsplans'' durch die [[RAG]] selbst, die zuletzt die [[Zeche Heinrich-Robert]] und den dazugehörigen Schacht Franz betrieben hatte.  


== Namensfindung ==
Die RAG übergab die Fläche somit in gestaltetem Zustand an die Stadt Hamm. Dabei wurden die eingebrachten Bürgerideen, z. B. der ''Mountainbike-Parcours'' oder ein ''Rodelhang'', berücksichtigt oder durch die Stadt Hamm ergänzt.<ref>[http://www.hamm.de/planen-bauen-verkehr-wohnen/planen-und-entwickeln/stadtentwicklung/im-westen-was-neues/entwicklungsbereich-schacht-franz/schacht-franz-nordflaeche.html „Im Westen was Neues, Schacht Franz Nord“ in: hamm.de]</ref>  
Zu dem Projekt "Im Westen was Neues" gab und gibt es einen Beirat unter dem Vorsitz des ehemaligen Herringer Bezirksvorsteher [[Horst Podzun]]. Dieser Beirat favorisierte - im Gegensatz zur Stadtverwaltung, die den nun verabschiedeten Namen ''Lippepark Hamm'' immer bevorzugt hatte - den Namen ''Westpark'' und hat diesen als Vorschlag beim Rat der Stadt Hamm eingebracht.<br>
Der Rat stimmte jedoch in einer Sitzung im Dezember 2011 gegen den Beirats-Vorschlag ''Westpark'' und für den Namen ''Lippepark''. Da Horst Podzun seinen Vorsitz im Beirat des Projektes von dem Namen ''Westpark'' abhängig gemacht hatte, trat er nach der Namensfindung ''Lippepark'' als Vorsitzender zurück. Anfang 2012 konnte er jedoch von den anderen Mitgliedern des Beirates überzeugt werden, die Position weiterhin zu bekleiden.<ref>[http://www.wa.de/nachrichten/hamm/stadt-hamm/lippepark-horst-podzun-bleib-beirats-vorsitzender-1577832.html?cmp=defrss Westfälischer Anzeiger (WA.de) vom 26. Januar 2012]</ref>


== Projektförderung / Finanzierung ==
Die offizielle Eröffnung fand am [[27. April]] [[2014]] statt.
Das Projekt wird gefördert mit Mitteln der folgenden Institutionen: <ref>[http://www.hamm.de/planen-bauen-verkehr-wohnen/planen-und-entwickeln/stadtentwicklung/im-westen-was-neues-lippepark-hamm.html Webseite www.hamm.de: Im Westen was Neues]</ref>
* Europäische Union, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
* Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
* Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen


== Landesgartenschau 2014 ==
=== Anbindung Bockum-Hövels (bis 2016) ===
Hamm wollte sich mit dem Projekt um die Austragung der Landesgartenschau 2014 bewerben, der Zuschlag für 2014 erfolgte allerdings an die Stadt Zülpich. Dennoch wird das Projekt in Hamm fort- und umgesetzt, die Finanzierung ist gesichert. <ref>[http://web.pregocms.de/herringen/page.php?p=9756&n=9752|9756  Webseite www.herringen.de: LaGa 2014 ade]</ref>
[[Bild:20121130_WA_Anzeige_Stadt_Hamm_Brueckenschlag_Lippepark.jpg|thumb|right|Anzeige der Stadt Hamm zur Ankündigung des Brückenschlages, [[WA]] vom 30. November 2012]]
Der südlich an die Lippe-Altaue angrenzende Bereich wird von der begradigten [[Lippe]] und dem [[Datteln-Hamm-Kanal]] geprägt. Zwischen Lippe und Kanal erstreckt sich ein Mitteldamm, auf dem unter anderem überregionale Radwanderrouten verlaufen. In weiteren Bauabschnitten wurde durch einen Brückenschlag nach [[Bockum-Hövel]] die Einbindung der [[Halde Radbod]] sowie der auf dem Damm verlaufenden Radrouten hergestellt.


== Entwicklungsbereiche ==
Durch seine Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zum Siedlungsbereich von Bockum-Hövel kam dem ''Entwicklungsbereich Radbod'' eine besondere Rolle bei der Anbindung dieses Stadtteils an den Lippepark zu. Dabei sollte das „passive“ Landschaftserleben im Vordergrund stehen, bei dem sich dem Besucher die vielgestaltige Auenlandschaft erschließt, die durch die jüngere Industriegeschichte geprägt worden ist und in großen Teilen Landschafts- und Naturschutzstatus genießt. Der Aussichtspunkt auf der [[Halde Radbod|Halde Radbod]] ist zudem ein geeigneter Ort zur Information über die Auenlandschaft mit ihrer unter FFH-Schutz<ref>Flora-Fauna-Habitat, die höchste europäische Schutzkategorie</ref> stehenden Fauna und Flora und darüber hinaus über das Flussgebietsmanagement im [[Lippe|Lipperaum]].
Ds Gesamtprojekt ''Lippepark Hamm'' ist in mehrere Entwicklungsbereiche bzw. Bauabschnitte aufgeteilt: <ref>[http://web.pregocms.de/herringen/page.php?p=9753&n=9752|9753  Webseite www.herringen.de: Projektvorstellung Lippepark Hamm]</ref>


==== Schacht Franz Süd ====
In einem Kooperationsprojekt sollte auf dem Gelände der ehemaligen [[Zeche Radbod|Kokerei Radbod]] im Zuge der Errichtung des Umlagerungsbauwerkes die von Bürgern angeregte Trainingsstrecke für Radfahrer in Zusammenarbeit mit der RAG MI realisiert werden. Die Bauarbeiten sollten Ende 2011 abgeschlossen sein.  
* fertig seit November 2012, offizielle Einweihung am [[30. November]] [[2012]]
Auf der Südfläche des Geländes entstand zunächst die große [[Funpark Herringen|Funsport-Anlage]] und das ''[[Kunstprojekt Seilfahrt]]'' <ref>Die Anlage ist teilweise zerstört, siehe auch  ''Presseberichte'':  [http://www.hammwiki.de/wiki/Lippepark_Hamm_%28Presseberichte%29  Westfälischer Anzeiger vom 18. Juli 2012 über Zerstörungen im Lippepark]</ref>, danach folgte der insgesamt ca. 12 ha große Wiesenpark mit Liegewiese und Grillstellen, einem weiteren Spielplatz, dem ''[[Ort der Bergbaugeschichte]]'' und dem ''[[Ort der interreligiösen Begegnung]]''. <ref>[http://www.hamm.de/planen-bauen-verkehr-wohnen/planen-und-entwickeln/stadtentwicklung/im-westen-was-neues/entwicklungsbereich-schacht-franz/schacht-franz-suedflaeche.html  Webseite www.hamm.de: Im Westen was Neues, Schacht Franz  Süd]</ref> <br>
Im Frühjahr und Anfang des Sommers 2013 erfolgten Abschlussarbeiten in Form zusätzlicher Anpflanzungen von Sträuchern und Bäumen und im Bereich der Promenade wurden zahlreiche Sitzmöglichkeiten aufgestellt.


==== Schacht Franz Nord ====
==== Verzögerungen beim Brückenbau ====
* Fertigstellung erfolgt, Übergabe/Eröffnung am 27. April 2014
Die Finanzierung der Lippe- und Kanalbrücken und deren Fertigstellung bis 2014 galt laut Pressebericht vom 30.11.2012 als gesichert,<ref>[http://www.hammwiki.de/wiki/Datei:20121130_WA_Lippepark_Finanzierung_Brueckenschlag.jpg Westfälischer Anzeiger vom 30. November 2012]</ref> geriert aber anschließend wegen Verzögerungen, Pannen und Mehrkosten zur Lokalposse.
Die Gestaltung der Nordfläche erfolgt in großen Teilen im Rahmen des  sog. Abschlussbetriebsplans durch die [[RAG]]. Das bedeutet, dass die RAG die Fläche in einem gestalteten Zustand an die Stadt Hamm übergibt. Dabei werden die abgestimmten Bürgerideen wie z.B. der ''Mountainbike-Parcours'' oder ein ''Rodelhang'' berücksichtigt. bzw. durch die Stadt Hamm ergänzt. <ref>[http://www.hamm.de/planen-bauen-verkehr-wohnen/planen-und-entwickeln/stadtentwicklung/im-westen-was-neues/entwicklungsbereich-schacht-franz/schacht-franz-nordflaeche.html Webseite www.hamm.de: Im Westen was Neues, Schacht Franz Nord]</ref>


==== Herringer Bachtal und südliche Halden ====
Ein erster Versuch, die Lippe-Brücke auf die vorgesehenen Positionen einzuschwenken, scheiterte am [[9. Dezember]] [[2015]] an einem unerwartet hohen Gewicht. Kalkuliert war eine Masse von rund 135 Tonnen, die Waage des Krans zeigte dann jedoch 166 t an, wofür die Anschlagseile und die Gegengewichte nicht ausgelegt waren. Die Brücke wurde daher wieder auf dem Kohlehafen abgesetzt. Die Verschwendung der zweiten Brücke über den Datteln-Hamm-Kanal am 10. Dezember wurde daraufhin verschoben.<ref>Stefan Gehre, Marc Borgmann, Maike Geißler: [https://www.wa.de/hamm/posse-hamm-brueckenschlag-lippepark-zwischen-herringen-bockum-hoevel-gescheitert-5943715.html „Brückenschlag im Lippepark gescheitert - Video mit Drohnenbildern“] in: wa.de vom 9. Dezember 2015</ref>
* tw. Bestand und in Planung
Die beiden Halden im Süden, die [[Halde Humbert]] und die [[Kissinger Höhe]], bilden als klassische Bergbaufolgelandschaft den Übergang zwischen dem  Kernbereich Schacht Franz und den südlichen Wohngebieten von Herringen und Pelkum. Während die ''Halde Humbert'' noch unter Bergaufsicht steht, ist die ''Kissinger Höhe'' bereits frei zugänglich und wurde vom neuen Eigentümer, der Regionalverband Ruhr (RVR) als  "Walking-Halde" ausgebaut: Zahlreiche ausgeschilderte Walking-Strecken verlaufen  über  die Halde mit ihren prägnanten drei Kuppen.
Dieses Angebot wurde im  Rahmen von "Im Westen was Neues" um einen 280 langen ''[[Barfuß- und Sinneserlebnispfad]]'' mit  interkulturellem Garten erweitert, der am 17. Juni 2012 eingeweiht wurde. Der Barfuß-Erlebnispfad verfügt neben einem intensiven Bereich am  Fuß der Halde auch über einen barfußtauglichen Weg rund um die Halde. Der zwischen den Halden verlaufende Herringer Bach wird nach der geplanten  Renaturierung bzw. ökologischen Aufwertung durch den Lippeverband eine attraktive  Wasserlandschaft zwischen den Halden darstellen und der den Bach begleitende Weg zugleich eine ebenso attraktive Wegeverbindung in Richtung Pelkum bilden. <ref>[http://www.hamm.de/planen-bauen-verkehr-wohnen/planen-und-entwickeln/stadtentwicklung/im-westen-was-neues/entwicklungsbereich-suedliche-halden.html Webseite www.hamm.de: Im Westen was Neues, südliche Halden]</ref>


====  Radbod / Brückenschlag und Kanalpark ====
Die endgültige Freigabe der 6 Millionen Euro teuren Brücken durch Oberbürgermeister [[Thomas Hunsteger-Petermann]] konnte erst am [[20. Mai]] [[2016]] erreicht werden,<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/bockum-hoevel-ort370528/lippepark-bruecken-hamm-herringen-bockum-hoevel-werden-freigegeben-6407880.html „Lippepark-Brücken werden am Freitag freigegeben“ in: wa.de vom 18. Mai 2016]</ref> auch danach war allerdings ein Übergang auf den Mitteldeich zunächst nicht möglich, da der Bodenbelag erst wenig später fertiggestellt werden konnte.
* sowohl Bestand, im Bau und in Planung
Durch seine Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zum Siedlungsbereich von Bockum-Hövel kommt dem ''Entwicklungsbereich Radbod'' eine besondere Rolle bei der Anbindung dieses Stadtteils an die neue Freiraumspange zu. Dabei soll das "passive" Landschaftserleben im Vordergrund stehen, bei dem sich dem Besucher die  vielgestaltige Auenlandschaft erschließt, die durch die jüngere  Industriegeschichte überprägt worden ist und in großen Teilen Landschafts- und Naturschutzstatus genießt. Der Aussichtspunkt auf der [[Halde Radbod|Halde]] ist zudem ein geeigneter Ort zur Information über die  Auenlandschaft mit ihrer unter FFH-Schutz stehenden Fauna und Flora  (FFH= Flora-Fauna-Habitat = höchste europäische Schutzkategorie) und darüber hinaus über das Flussgebietsmanagement  im Lipperaum und kann auch als außerschulischer Lernort genutzt  werden. In einem Kooperationsprojekt wird auf dem Gelände der ehemaligen [[Zeche Radbod|Kokerei Radbod]] im Zuge der Errichtung des Umlagerungsbauwerkes die im Rahmen der Bürgerbeteiligung angeregte Trainingsstrecke für Radfahrer in Zusammenarbeit mit der RAG MI realisiert. Die Bauarbeiten haben bereits  begonnen und sollen Ende  2011 abgeschlossen sein. Der südlich an die Lippe-Altaue angrenzende  Bereich wird von der begradigten [[Lippe]] und dem [[Datteln-Hamm-Kanal]] geprägt. Zwischen Lippe und Kanal erstreckt sich der Mitteldamm, auf dem u.a.  überregionale Radwanderrouten  verlaufen.<br>
Durch den Neubau von zwei Brückenbauwerken für Fußgänger  und Radfahrer über Lippe und Kanal wird nicht nur  eine Verbindung  zwischen Bockum-Hövel und Herringen/Pelkum, sondern auch  zugleich eine  Anbindung dieser touristischen Routen auf dem Mitteldamm geschaffen. Damit wird der neue Brückenschlag zum wichtigen Bindeglied innerhalb der Kulisse von "Im Westen was Neues". Die Finazierung der Brücken und eine Fertigstellung bis 2014 ist laut Pressebericht vom 30.11.2012 gesichert <ref>[http://www.hammwiki.de/wiki/Datei:20121130_WA_Lippepark_Finanzierung_Brueckenschlag.jpg Westfälischer Anzeiger vom 30. November 2012]</ref>.<br>
[[Bild:20121130_WA_Anzeige_Stadt_Hamm_Brueckenschlag_Lippepark.jpg|800px||Anzeige der Stadt Hamm zur Ankündigung des Brückenschlages am 30. November 2012 im Westfälischen Anzeiger]]<br>
Anzeige der Stadt Hamm zur Ankündigung des Brückenschlages am 30. November 2012 im Westfälischen Anzeiger<br>
<br>
Der ''Kanalpark'' am Südufer des Datteln-Hamm-Kanals stellt die grüne Anbindung des Schacht-Franz-Geländes ans Wasser her. Mit der Ansiedlung des [[Kanuverein Herringen|Kanuvereins]] und der [[DLRG]] in Ergänzung zum bestehenden [[Club Nautico]] und dem [[Yachtclub Hamm]] sind entsprechende Entwicklungsansätze bereits angelegt. In Teilflächen ist auch eine Gewerbeflächenentwicklung denkbar. <ref>[http://www.hamm.de/planen-bauen-verkehr-wohnen/planen-und-entwickeln/stadtentwicklung/im-westen-was-neues/entwicklungsbereich-radbod-lippeaue.html Webseite www.hamm.de: Im Westen was Neues, Entwicklungsbereich Radbod Lippeaue]</ref>


== Fotos ==
== Fotos ==

Version vom 14. Juni 2023, 09:36 Uhr

Unter dem Slogan „Im Westen was Neues“ entstand von 2009 bis 2014 auf dem Gelände des ehemaligen Schachtes Franz im Stadtbezirk Herringen ein neues Freizeitgelände, der Lippepark Hamm. Das Projekt ging aus einer Bewerbung der Stadt um die Austragung der Landesgartenschau 2014 hervor, bei der man sich nicht gegen Zülpich durchsetzen konnte. Heute ist der Lippepark, der den Kanal überspannt und sich bis in den Bezirk Bockum-Hövel erstreckt, ein beliebtes Ausflugsziel für Herringer.

Geschichte

Hamm wollte sich mit dem Projekt um die Austragung der Landesgartenschau 2014 bewerben, den Zuschlag erhielt allerdings die Stadt Zülpich. Dennoch wurde das Projekt in Hamm umgesetzt, da die notwendige Finanzierung dennoch gewährt wurde.[1] Das Projekt wurde gefördert mit Mitteln der folgenden Institutionen:[2]

  • Europäische Union über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
  • Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
  • Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen

Offizieller Start der Baumaßnahmen war der sogenannte Herringer Mauerfall am 17. Mai 2009, als Teile der Mauer des Schacht-Franz-Geländes eingerissen wurden.

Die Arbeiten zur Anlage des Parks erstreckten sich zuerst auf das nördliche Gelände von Schacht Franz. Der Endausbau des Abschnitts Schacht Franz Süd und damit der Abschluss der Errichtung des eigentlichen Parks war für Ende 2012 geplant[3] und wurde mit der Eröffnung am 30. November 2012 auch offiziell plangemäß abgeschlossen. Teile waren bereits früher fertig gestellt und nutzbar, wie z. B. der Funsportpark Herringen, eine Freizeitsportanlage für Skater, Basketball, Streetball, Tischtennis, Hockey und Parkouring. Diese Anlage wurde in enger Zusammenarbeit mit den Nutzern geplant und erstellt. Anschließend erfolgte bis 2014 noch eine Anbindung an die Halde Radbod durch Errichtung einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke über Lippe und Datteln-Hamm-Kanal.

Namensfindung (2011)

Zu dem Projekt „Im Westen was Neues“ gab es einen Beirat unter dem Vorsitz des ehemaligen Herringer Bezirksvorsteher Horst Podzun. Dieser Beirat favorisierte – im Gegensatz zur Stadtverwaltung, die den Namen Lippepark Hamm immer bevorzugt hatte – den Namen Westpark und brachte diesen Vorschlag beim Stadtrat ein. Der Rat stimmte jedoch in seiner Sitzung im Dezember 2011 gegen den Namen Westpark und für den Namen Lippepark.

Da Horst Podzun seinen Vorsitz im Beirat des Projektes von dem Namen Westpark abhängig gemacht hatte, trat er nach der Namensfindung Lippepark als Vorsitzender zurück. Anfang 2012 konnte er jedoch von den anderen Mitgliedern des Beirates überzeugt werden, die Position weiterhin zu bekleiden.[4]

Anbindung Pelkums (bis 2012)

Zwei Halden der Zeche Heinrich-Robert befinden sich südlich unweit des Lipepparks: Halde Humbert und die Halde Kissinger Höhe. Sie bilden als Bergbaufolgelandschaft den Übergang zwischen Schacht Franz und den Wohngebieten von Herringen und Pelkum. Während die Halde Humbert noch unter Bergaufsicht stand, war die Kissinger Höhe bereits frei zugänglich und wurde vom neuen Eigentümer, der Regionalverband Ruhr (RVR) als „Walking-Halde“ ausgebaut.

Zwischen beiden Halden wurde im Rahmen des Projekts „Im Westen was Neues“ der 280 Meter lange Barfuß- und Sinneserlebnispfad mit einem interkulturelle Garten erweitert, der am 17. Juni 2012 eingeweiht wurde. Der Barfuß-Erlebnispfad verfügt neben einem intensiven Bereich am Fuß der Halde auch über einen barfußtauglichen Weg rund um die Halde. Der zwischen den Halden verlaufende Herringer Bach wird nach der geplanten Renaturierung bzw. ökologischen Aufwertung durch den Lippeverband eine attraktive Wasserlandschaft zwischen den Halden darstellen und der den Bach begleitende Weg zugleich eine ebenso attraktive Wegeverbindung in Richtung Pelkum bilden. [5]

Bauabschnitt Süd (bis 2012)

Auf der Südfläche des Geländes entstand zunächst die große Funsport-Anlage und das Kunstprojekt Seilfahrt, das schon wenig später von Vandalen zerstört und später in robusterer Bauweise wieder aufgebaut wurde.[6] Danach folgte der insgesamt ca. 12 ha große Wiesenpark mit Liegewiese und Grillplätzen, einem weiteren Spielplatz, dem Ort der Bergbaugeschichte und dem Ort der interreligiösen Begegnung.[7]

Offizielle Einweihung war der 30. November 2012. Im Frühjahr und Anfang des Sommers 2013 erfolgten noch Abschlussarbeiten in Gestalt zusätzlicher Anpflanzungen von Sträuchern und Bäumen. Im Bereich der Promenade wurden zahlreiche Sitzmöglichkeiten aufgestellt.

Bauabschnitt Nord (bis 2014)

Die Gestaltung der Nordfläche erfolgte in großen Teilen im Rahmen des sogenannten Abschlussbetriebsplans durch die RAG selbst, die zuletzt die Zeche Heinrich-Robert und den dazugehörigen Schacht Franz betrieben hatte.

Die RAG übergab die Fläche somit in gestaltetem Zustand an die Stadt Hamm. Dabei wurden die eingebrachten Bürgerideen, z. B. der Mountainbike-Parcours oder ein Rodelhang, berücksichtigt oder durch die Stadt Hamm ergänzt.[8]

Die offizielle Eröffnung fand am 27. April 2014 statt.

Anbindung Bockum-Hövels (bis 2016)

Anzeige der Stadt Hamm zur Ankündigung des Brückenschlages, WA vom 30. November 2012

Der südlich an die Lippe-Altaue angrenzende Bereich wird von der begradigten Lippe und dem Datteln-Hamm-Kanal geprägt. Zwischen Lippe und Kanal erstreckt sich ein Mitteldamm, auf dem unter anderem überregionale Radwanderrouten verlaufen. In weiteren Bauabschnitten wurde durch einen Brückenschlag nach Bockum-Hövel die Einbindung der Halde Radbod sowie der auf dem Damm verlaufenden Radrouten hergestellt.

Durch seine Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zum Siedlungsbereich von Bockum-Hövel kam dem Entwicklungsbereich Radbod eine besondere Rolle bei der Anbindung dieses Stadtteils an den Lippepark zu. Dabei sollte das „passive“ Landschaftserleben im Vordergrund stehen, bei dem sich dem Besucher die vielgestaltige Auenlandschaft erschließt, die durch die jüngere Industriegeschichte geprägt worden ist und in großen Teilen Landschafts- und Naturschutzstatus genießt. Der Aussichtspunkt auf der Halde Radbod ist zudem ein geeigneter Ort zur Information über die Auenlandschaft mit ihrer unter FFH-Schutz[9] stehenden Fauna und Flora und darüber hinaus über das Flussgebietsmanagement im Lipperaum.

In einem Kooperationsprojekt sollte auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei Radbod im Zuge der Errichtung des Umlagerungsbauwerkes die von Bürgern angeregte Trainingsstrecke für Radfahrer in Zusammenarbeit mit der RAG MI realisiert werden. Die Bauarbeiten sollten Ende 2011 abgeschlossen sein.

Verzögerungen beim Brückenbau

Die Finanzierung der Lippe- und Kanalbrücken und deren Fertigstellung bis 2014 galt laut Pressebericht vom 30.11.2012 als gesichert,[10] geriert aber anschließend wegen Verzögerungen, Pannen und Mehrkosten zur Lokalposse.

Ein erster Versuch, die Lippe-Brücke auf die vorgesehenen Positionen einzuschwenken, scheiterte am 9. Dezember 2015 an einem unerwartet hohen Gewicht. Kalkuliert war eine Masse von rund 135 Tonnen, die Waage des Krans zeigte dann jedoch 166 t an, wofür die Anschlagseile und die Gegengewichte nicht ausgelegt waren. Die Brücke wurde daher wieder auf dem Kohlehafen abgesetzt. Die Verschwendung der zweiten Brücke über den Datteln-Hamm-Kanal am 10. Dezember wurde daraufhin verschoben.[11]

Die endgültige Freigabe der 6 Millionen Euro teuren Brücken durch Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann konnte erst am 20. Mai 2016 erreicht werden,[12] auch danach war allerdings ein Übergang auf den Mitteldeich zunächst nicht möglich, da der Bodenbelag erst wenig später fertiggestellt werden konnte.

Fotos

Zum Artikel gibt es eine Fotoseite.

Presseberichte

Zum Artikel gibt es eine Sonderseite mit Presseberichten.

Quellen

Lesenswerter Artikel
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