Familiennamen
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Familiennamen lassen sich im Wesentlichen aus Berufs- und Amtsbezeichnungen (Berufsname), vom Vornamen des Vaters (Patronym) oder der Mutter (Metronym / Matronynm), von Eigenschaften der Person (Übername), von der geographischen Herkunft (Herkunftsname) oder von Besonderheiten der Wohnstätte (Wohnstättenname) ableiten. Der Namensbestand im Raum Hamm weist im 17. Jahrhundert noch deutliche Einflüsse des Niederdeutschen auf, wie besonders an den Herkunftsnamen ablesbar ist.
- Aecker (Herkunftsname): Es mag erstaunen, den Familiennamen unter den Herkunftsnamen einsortiert zu sehen.[1] Belege des 17. Jahrhunderts - frühere Namensnachweise können bisher nicht erbracht werden - weisen jedoch auf einen Herkunftsnamen hin. So findet die Familie des Henrich von Acken, der 1681 selbst verläutet wird (Henrich von Acken), mehrfach in den Kirchenbüchern Erwähnung[2] 1715 ist sein gleichnamiger Sohn Henrich von Acken belegt. Aus dem Jahr 1722 stammt der bislang letzte Beleg mit einem von. Danach findet sich durchweg der Name Aecker belegt.[3] Der um 1700 in Hamm tätige Richter Johann Peter von Acken (auch von Achen) stammte hingegen aus Dinslaken.
- Asbeck (Herkunftsname)[4]: Belege des 16. Jahrhunderts weisen zunächst den Herkunftsnahmen mit van (niederdeutsch) auf, später wird der Wechsel zu von deutlich. Im 17. Jahrhundert schwand das van/von völlig und es blieb der Familienname Asbeck in den verschiedenen Schreibvarianten übrig. Dieser ist für das 18. Jahrhundert in Hamm so zahlreich belegt, dass hier keine Einzelauflistung erfolgen kann.[5]
Belege
- 1549 Juni 10: Peters van Asbecke, burgers thom Hamme
- 1582 April 6: Christoffer von Aßbecke, Richter zum Hamme
- 1608 August 28: Johan Asbecke vom Hamme bürtig erwirbt das Bürgerrecht in Werl[6]
- 1609: Conradt Aßebecke (als Provisor der reformierten Gemeinde)[7]
- 1614: Von Frantz Aßbecken vor eine Manßstedde[8]
- 1619 Juli 9: Gerdt Aßbecke, Fleischhauer zu Hamm[9]
- 1769 Dezember 7: Alb. Joh. Asbeck (als Provisor der reformierten Gemeinde; siehe Quittung)
- Hobbelt (Wohnstättenname / Berufsname): Der Familienname Hobbelt leitet sich als Wohnstättenname von Hobel (niederdeutsch: Hovel) für Hügel oder als Berufsname metonymisch von Hobel (niederdeutsch ebenfalls: Hovel) für den Beruf des Tischlers ab.[10] Im 17. Jahrhundert ist der Name in der Form Hobbelt in Hamm mehrfach belegt.[11] Im 18. Jahrhundert finden wir mit Kaufmann Gerhard Friedrich Hobbelt († 1759) in der Weststraße 10[12] und Kaufmann Johann Hobbelt († 1736) in der Weststraße 16 gleich zwei bekannte Namensträger vor.
- Unckenbolt (Unckenboldt, Unkenbold) (Übername): Der in Hamm ehemals in seinen verschiedenen Schreibvarianten[13] weit verbreitete Übername Unckenbolt geht in seinem ersten Namenbestandteil auf das niederdeutsche Wort Unke für Kröte zurück, das Suffix -bolt / -bald ist häufiger Bestandteil altdeutscher Namen und ist wohl von althochdeutsch bald (= kühn, tapfer) abgeleitet.[14] Dieser Name ist für das 18. und 19. Jahrhundert in Hamm so zahlreich belegt, dass hier keine Einzelauflistung erfolgen kann.[15]
Anmerkungen
- ↑ Familiennamen. Herkunft und Bedeutung, 2000, S. 73 weist Aecker als Wohnstättenname zu Acker aus.
- ↑ 1670: Henrich von Akens Kind; 1672: Henrich von Ackens Kind; 1686: Wittib Henrich von Acken.
- ↑ Das Stammhaus der Familie befand sich Oststraße 15.
- ↑ Herkunftsname zu dem Ortsnamen Asbeck (Westfalen), vor allem im Raum Hagen verbreitet; Familiennamen. Herkunft und Bedeutung, 2000, S. 93; der Raum Hamm könnte hier ebenfalls erwähnt werden.
- ↑ Vgl. beispielsweise Marktplatz 1; Nordstraße 2; Nordstraße 3; Nordstraße 13; Südstraße 12; Weststraße 11
- ↑ Heinrich Josef Deisting: Werler Bürgerbuch, Münster 1979, S. 72 Nr. 138.
- ↑ Kirchenrechnungen der ref. Pfarrkirche 1609, fol. 127
- ↑ Kirchenrechnungen der ref. Pfarrkirche 1614, fol. 201: von Bänken; Kontext: Kirchenbänke konnten gegen eine Geldzahlung angekauft und vererbt werden.
- ↑ Diethard Aschoff: Quellen und Regesten zur Geschichte der Juden in der Stadt Hamm (1287-1664), Münster 2005, S. 402.
- ↑ Familiennamen. Herkunft und Bedeutung, 2000, S. 328.
- ↑ 1654: Henrich Hobbelt (Kirchenrechnung, fol. 7); 1657: Wittib Henrich Hobbelts Kindt (Kirchenrechnung, fol. 23).
- ↑ Sein Sohn Friedrich Hobbelt wurde reformierter Pfarrer in Mark.
- ↑ frühe Namensbelege sind z.B. Gerhard Unckenboldten (Kirchenrechnung 1670); Wittwe Gerhardt Unckenbolten (Kirchenrechnung 1689, fol. 20); Henrich Unkenbold (Sterberegister ev 1829, Nr. 60)
- ↑ Vgl. Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS, Eintrag: bald, abgeschwächt: bold)
- ↑ Vgl. beispielsweise Oststraße 33 (historisch); Südstraße 20; Weststraße 8; Weststraße 20; Weststraße 43