Haus Haaren

Haus Haaren (auch Horne) war ein Herrenhaus im Stadtbezirk Uentrop (Stadtteil Haaren). Auf einer Karte von 1590 sieht man die Lage des Hauses.
Geschichte
Haus Haaren diente den Grafen von der Mark zur Sicherung der Grenze gegen das Bistum Münster. Seit dem 14.Jahrhundert sind folgende Besitzer bekannt: von Horne, Harmen, von Recke und seit 1763 von Haaren-Uentrop. Seitdem blieb Haus Haaren unbewohnt, 1839 war es größtenteils eingefallen[1] und 1851 bereits abgebrochen[2]. Allein der dazugehörige Hof und die Wirtschaftsgebäude samt der Lippebrücke blieben erhalten. Noch heute steht an der Stelle jenes Hofes ein Haus.
Haus Haaren hatte eine bedeutende Gerichtsbarkeit[3], die Besitzer entschieden also in Gerichtsfällen über Leben und Tod. Daher stand unweit des Adelshauses, an der sogenannten Poststraße von Hamm nach Lippstadt, der Galgen, gut sichtbar für alle Vorbeiziehenden.
Johann Dietrich von Steinen schrieb 1757, dass Haus Haaren ein köstlicher Rittersitz sei und um dies Schloss merkwürdige Hügel, als der Brunsberg, Harsberg, Hunenberg und Altersberg lägen. Was es damit auf sich hat, bleibt ein Rätsel.[4]
An der Zufahrt zu Haus Haaren lag lange Zeit die Gaststätte Schifffahrt, auch Schiffwirth genannt, die erst im 19.Jahrhundert verschwand.
Besitzer
Das Haus Haaren war vom 14. bis 17. Jahrhundert im Besitz zweier Familien, nämlich der Familien Harmen und von der Recke. Erst mit Konrad von der Recke, der 1621 Gerberga von Wylich, die Witwe des Johann Wilhelm Harmen, heiratete, wurden beide Teile des Hauses wieder vereint.[5]
Familie Harmen
Grabplatten der Familie Harmen, nämlich der Eheleute Dietrich Harmen († 1589) und Margarethe geb. Droste-Vischering († 1585) sowie Tochter Katharina Harmen († 1580), haben sich in der St. Agneskirche erhalten.[6]
Anmerkungen
- ↑ Richtering 1976, S. 133.
- ↑ Essellen 1851, S. 146.
- ↑ Johann Dietrich von Steinen, „Historie der Kirchspiele im Amt Hamm“, 1757
- ↑ Johann Dietrich von Steinen, „Historie der Kirchspiele im Amt Hamm“, 1757
- ↑ Richtering 1976, S. 132.
- ↑ Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen 43. Stadt Hamm, Münster 1936, Nachdruck Warburg 1994, S. 124 und 126; vgl. Peter 1922, S. 219.
Literatur
- Essellen 1851, S. 145f.
- Heinrich Peter: Haaren, in: Heimatbuch Kreis und Stadt Hamm, Hamm 1922, S. 218f.
- Helmut Richtering: Adelssitze und Rittergüter im Gebiet der Stadt Hamm, in: 750 Jahre Stadt Hamm, Hamm 1976, S. 132f.
- Johann Dietrich von Steinen: „Historie der Kirchspiele im Amt Hamm“, Lemgo 1757