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Stadtmauer

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Hammona/Hamm nach Merian (ca. 1647)
Mündungswinkel von Lippe und Ahse 1904
Stadtmauer am Nordenwall 2007
Stadtmauer am Nordenwall 2007
Reste des "Westentors"

Geschichte

Einen natürlichen Schutz zur Verteidigung der Stadt Hamm bildete zunächst der Mündungswinkel der Flüsse Ahse und Lippe. Im Osten wurde ein Verbindungsgraben gezogen. Neben diesem äußeren Stadtgraben legte man einen inneren Stadtgraben - die Binnengräfte - an. Eine Stadtmauer wird zwar erstmals 1290 urkundlich erwähnt, der Bau des Westentores ist aber nach Wiesendahl durch eine dendrochronologische Analyse der Gründungspfosten für die Zeit um 1258 nachgewiesen.[1]
Die immer wieder zitierte Behauptung Johann Diederich von Steinens, dass die Stadt Hamm mit keinen Mauren, sondern Wällen, Pallisaden und Graben befestiget sei[2], erklärt sich aus der seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert erfolgten Anlage einer Bastionärbefestigung für den Garnisonsstandort Hamm. Die bei Steinen ebenfalls genannten Palisaden wurden 1738 errichtet, um Schwarzhandel durch Umgehung der Akzise und Desertationen aus dem Hammschen Infanterieregiment zu verhindern. 1763 - unmittelbar nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges - wurde die Stadt entfestigt; die nochmals 1762 ausgebaute Bastionärbefestigung wurde geschleift und an die Bürger zur Anlage von Wallgärten verkauft.[3]

Grabungsbefunde

Der Verlauf der in der Stadtansicht des Matthäus Merian (ca. 1647) deutlich zu erkennenden Stadtmauer konnte an verschiedenen Stellen durch archäologische Grabungen nachgewiesen werden.[4] Außerdem wurden bereits 1921 bei den Ausschachtungsarbeiten zum Neubau des Marienhospitals Reste der Stadtmauer gefunden.[5] Das 1985 unter der Fahrbahn des Nordenwalls aufgefundene, 19 m lange Teilstück der mittelalterlichen Stadtmauer befindet sich, für jedermann sichtbar, aus östlicher Richtung kommend kurz vor dem Kreuzungsbereich auf der linken Straßenseite. Seit 1986 steht es unter Denkmalschutz. Im nordöstlichen Bereich war sie mit der Stadtburg der Grafen von der Mark verbunden, wie jüngst durch Ausgrabungen belegt werden konnte. 1988/89 wurde ein Mauerabbschnitt am Westentor untersucht, der auf einem Fundament aus eingerammten Eichenpfählen ruhte, das aber nicht erhalten werden konnte (Zur Datierung um 1258 siehe oben). Auch über diese Befunde informiert eine Hinweistafel.

Viele Straßennamen in der Altstadt leiten ihren Namen von der Stadtbefestigung ab (Nordenwall, Ostenwall, Südenwall, Westenwall).

Stadttore

Die Stadttore - übrigens auch bei von Steinen erwähnt - wurden erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts abgebrochen. Im Laufe der Geschichte erhielten die Tore ihre Namen: Die Ostpforte, so nach Lipstadt führet (v. Steinen) wurde später auch Berliner Thor genannt. Dieses wurde 1796 auf Abbruch verkauft, wobei das daran befindliche Stadtwappen 1797 in die Fassade des Alten Rathaus eingemauert wurde. Die Westpforte (führet nach Camen, Lünen, v. Steinen) hieß später das Klever Tor und wurde 1798 abgebrochen, die Südpforte nach Werl nannte man das Kölnische Tor, und die Nordpforte das Münstersche Tor.

Presseartikel

Literatur

  • G. Eggenstein: V. Ab 1226 - Die Altstadt von Hamm, archäologisch gesehen, in: Zeitspuren. Die Anfänge der Stadt Hamm, hrsg. von Georg Eggenstein – Ellen Schwinzer, Bönen 2001, S. 81-91.
  • J. Wünsche: War die Stadt Hamm mit Festungsmauern umgeben oder waren die jetzt nach vorhandenen Wälle durch Palisaden befestigt, in: Heimat-Kalender für Kreis und Stadt Hamm, Unna und Kamen, Hamm 1926, S. 65-69.

Einzelnachweise

  1. Günter Wiesendahl: Der gräfliche Bezirk in der Hammer Altstadt, in: Heimatblätter 7, April 2007, S. 1, wiederum in: Unser Westfalen 2007, S. 49-51, hier: S- 50.
  2. So noch bei A. Overmann: Die Stadtrechte der Grafschaft Mark 2. Hamm, Münster 1903, S. 4*: Eine steinerne Mauer, wie Lippstadt, hat Hamm nie besessen.
  3. Eine vergleichbare Entwicklung ist auch bei anderen preußischen Bastionärbefestigungen nachweisbar, so beispielsweise 1764 für Geldern (Kr. Kleve).
  4. Vgl. die ausführliche Zusammenstellung der Befunde bei Eggenstein 2001, S. 85-88.
  5. Wünsche 1926, S. 68.