Pfarrkirche St. Agnes

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Pfarrkirche St. Agnes 2007
Pfarrkirche St. Agnes
Blick in den Chor (vor 1944)
Grabmal des Victor Knippinck 2008
Grabmal der Katharina Harmen 2008

Die katholische Pfarrkirche St. Agnes liegt im Stadtbezirk Mitte und ist die Hauptkirche der Pfarrgemeinde St. Agnes. Seit 1985 steht die Pfarrkirche St. Agnes unter Denkmalschutz.

Geschichte und Baubeschreibung

Wie in vielen anderen mittelalterlichen Städten auch, hat auch in Hamm eine klösterliche Niederlassung das religiöse Leben geprägt, das Franziskanerkloster. So hatte der noch junge Konvent am 5. Oktober 1507 mit dem Bau einer großen Klosterkirche begonnen, nachdem durch großzügige Stiftungen des Landesherrn und der Familie Brechte[1] die erforderlichen Mittel bereitgestellt werden konnten. Die Chorweihe erfolgte am 10. August 1511 durch Weihbischof Dietrich von Caster, die Westfassade war 1512 vollendet. So konnte schließlich die neue Klosterkirche der Franziskaner am 21. Mai 1515 der heiligen Agnes wiederum durch Weihbischof Dietrich von Caster geweiht werden.

Als turmlose Hallenkirche mit einem in fünf Seiten eines Achtecks geschlossenen Langchor entspricht sie dem von den Bettelorden bevorzugten Typ der Predigtkirchen. Der heute dreischiffige Bau war über lange Zeit nur zweischiffig, da das heute nördliche Seitenschiff als Teil des Kreuzgangs der Kloster genutzt wurde. [2] Infolge schwerer Kriegsschäden wurde die Agneskirche, fast einem Neubau gleichkommend, in den Jahren 1947 bis 1953 wieder errichtet. Das Richtfest wurde am Ostersonntag 1949 gefeiert. 1977/1978 wurde der Bau insgesamt restauriert. Während die lichte Halle noch annähernd die Gestalt der alten Ordenskirche vom Ende des vorigen Jahrhunderts ahnen lässt, ist die Eingangssituation durch einen breiten Westriegel mit Taufkapelle völlig neu entstanden.

An diese zweischiffige Vorhalle von 1951 schließen sich nach Osten hin fünf Mittelschiffjoche an, deren Gewölbe auf modernen Rundpfeilern ruht. Ihr Licht erhält diese weite Halle durch große Fensteröffnungen in der Südwand, wie sie ähnlich wohl schon in der Barockzeit entstanden waren. Von der reichen alten Ausstattung ist kaum noch etwas erhalten. Erwähnenswert ist aber auf jeden Fall die an die Burgkapelle erinnernde Patronin der Kirche, die Hl. Agnes, die über den Portalen den neuen Westgiebel ziert und der aus Sandstein gefertigte Zelebrationsaltar.

Ausstattung

In der Agneskirche haben sich mehrere Grabplatten aus dem 16. und 17. Jahrhundert erhalten, die heute im Westteil des südlichen Seitenschiffs aufgestellt sind. So befindet sich dort die Grabplatten des Victor Knippinck († 1573), Herr zu Lohausen und Stockum, Droste zu Hamm, der Katharina Harmen († 1580) und deren Mutter Margarethe geb. Droste-Vischering († 1585). Die Grabplatten des Dietrich Knippinck († 1607) und seiner Gattin Elisabeth geb. Nesselrode sowie die stark beschädigte Grabplatte des Dietrich Harmen († 1589), Herr zu Haaren wurden im Vorraum an der Nordseite des Chores untergebracht.

Im Jahr 1974 erhielt die Kirche eine Orgel, die von der Bonner Orgelbaufirma Klais eingebaut worden war. Das Instrument besitzt drei Manuale und 48 Register. [3]

Video

Glockenweihe in der Pfarrkirche St. Agnes am 8. August 2010, das erste Anschlagen der Glocken:

Bücher und Dokumentationen

Presseberichte

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Weblinks

Literatur

  • Hermann Josef Berges: Wiederentdeckte Vergangenheit. Aus der Geschichte unserer Mutterkirche "St. Agnes", in: Mitten ins Leben gestellt. 50 Jahre Herz-Jesu Bad Hamm. 1929-1979, hrsg. von der Kath. Kirchengemeinde Herz-Jesu, Hamm 1979, S. 54-56.
  • Diodor Henniges: Eine Friedensinsel von brandenden Wogen fortgespült. Das Franziskanerkloster zu Hamm (Westf.), Hamm 1924.
  • Friedrich Wilhelm Jerrentrup: Mittelalterliche Kirchen in Hamm, in: Zeitspuren. Die Anfänge der Stadt Hamm, hrsg. von Georg Eggenstein – Ellen Schwinzer, Bönen 2001, S. 110
  • Dr. Friedrich Wilhelm Jerrentrup: Rhynern: Evangelische Pfarrkirche,
    in: Jerrentrup, Peter, Feußner; Alte Kirchen in Hamm, Hamm 1999, Seite 82ff
  • Andreas von Scheven: Harter Streit um den Hochaltar. Verschönerungsabsichten für die Hammer St. Agneskirche führten um 1880 zu hitzigen Fachdiskussionen, in: Unser Westfalen 2008, S. 103-104.
  • Annika Wind u.a.: 500 Jahre St. Agnes, in: Westfälischer Anzeiger vom 05.10.2007
  • Anneliese Beeck: So entstand das neue Hamm. Kriegsende und Wiederaufbau. Hamm 1992
  • Georg Dehio, unter wissenschaftlicher Leitung von Ursula Quednau: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler - Nordrhein-Westfalen II Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, Seite 387

Anmerkungen

  1. Diodor Henniges: Eine Friedensinsel von brandenden Wogen fortgespült. Das Franziskanerkloster zu Hamm (Westf.), Hamm 1924, S. 11.
  2. vgl. Grundriss der katholischen Kirche in Hamm, Zustand um 1880, Landesarchiv NRW
  3. zu weiteren Details siehe Webseite von Daniel Kunert - Musik-Medienhaus