Haus Heidemühle
Haus Heidemühle war ein Herrenhaus auf einer Lippeinsel im Stadtbezirk Uentrop (Stadtteil Schmehausen).
Das Haus gliederte sich in die Burg Oberheidemühle und das 1541 errichtete Haus Niederheidemühle. Laut einer Karte von 1590 gehörten zwei Mühlen zum Anwesen: eine Kornmühle auf der Lippeinsel und eine Ölmühle am südlichen Lippeufer, wo auch das Haus Niederheidemühle stand.
Geschichte
Erstmals erwähnt wird die Heydemolen auf einer Tauschurkunde aus dem Jahr 1345 vom Stift Freckenhorst an das Bistum Münster. Auf Grund eines Erbstreites wurde 1541 ein weiteres Haus, die Niederheidemühle, am linken Lippeufer erbaut.
Im 15. Jahrhundert war Haus Heidemühle im Besitz der Familie Vollenspit, aus der der Hammer Drost Dietrich Vollenspit hervorging. Teile der Familie waren berüchtigte Raubritter, die im Umkreis von Hamm bis Soest ihr Unwesen trieben, Korn verbrannten, Kaufleute überfielen und die Bauern drangsalierten. In Folge taten sich im Jahre 1445 Bürger aus Soest, Hamm, Unna und Kamen zusammen und zogen gegen Burg Heidemühle aus, brannten sie nieder und nahmen die Brüder Vollenspit gefangen.[1]
Später kam das Anwesen durch Schenkung, Erbe, Tausch und Heirat an verschiedene andere Adelsfamilien, u.a. an die von der Recke und von Vincke. Im Laufe des 18. und 19.Jahrhunderts zerfielen die Burg und die Wirtschaftshäuser allmählich und heute sieht man in den Lippewiesen nichts mehr von den einstigen Gebäuden. Beim LIFE-Projekt Lippeaue wurden jedoch Holzbalken des Mühlenwehrs gefunden.[2]
Baureste
1881 berichtet Nordhoff von dem Anwesen: Heute besteht hier nur eine Pächterwohnung und der am Graben kenntliche Burgplatz ... Man trifft dort nur mehr die Reste eines Aussenwalles und inneren Ringgrabens, und auf dem Burgplatze ein vierkantiges zweistöckiges Backsteinhaus mit Walmdach, wahrscheinlich eine Anlage der zur Heiden vom Jahre 1783. Eine zierlich geschmiedete Eisenschranke an der Haustreppe hat in der Mitte unter einer Krone die Buchstaben Z. 11. H. 1783.[3]
Heute sind keine oberflächlichen Baureste der Burg Oberheidemühle und des Hauses Niederheidemühle mehr vorhanden. Die letzten Reste wurden um 1900 abgetragen und sind mutmaßlich bei Haus Vellinghausen verbaut worden. Lediglich die Gräftenanlage für beide Bauten ist als Bodendenkmal noch erhalten.
Trivia
Erwähnung finden Burg Heidemühle und der Kampf mit den Raubrittern Vollenspit im Versepos Dietwald Vrischemai, das der Dinker'sche Pfarrer Wilhelm Wilms im Jahre 1907 veröffentlichte.
Mühle
--> vgl. hierzu Mühle von Haus Heidemühle
Literatur
- Heinrich Peter: Uentrop und Heidemühl, in: Heimatbuch Kreis und Stadt Hamm, Hamm 1922, S. 215-218.
- Richtering 1976, S. 134f.
- Ein Schmoisener Raubritter. Archäologen begleiten Life+-Maßnahme in Schmehausen. Burg auf der Lippeinsel. Westfälischer Anzeiger vom 19. November 2014
- Dr. Nordhoff: "Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Kreises Hamm", Leipzig 1881
- Karte "Lippe Flußlauf von der Heidemühle hinter Uentrop bis Stockum", 1590, im Landesarchiv NRW, W 051 / Karten A (Allgemein), Nr. 6668
- Heimatbuch Kreis und Stadt Hamm, Hamm 1922