Grafschaft Mark

Aus HammWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grafschaft Mark

Die Grafschaft Mark (regional auch „Die Mark“ genannt) war ein Territorium des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation im Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis zu beiden Seiten der Ruhr sowie entlang von Volme und Lenne, zwischen dem Vest Recklinghausen, der Grafschaft Dortmund, dem Fürstbistum Münster, der Grafschaft Limburg, den Herzogtümern Westfalen und Berg, der Grafschaft Gimborn, der Reichsabtei Werden und dem Reichsstift Essen gelegen.

Die Grafen von der Mark zählten im Hochmittelalter zu den mächtigsten und einflussreichsten westfälischen Regenten im Heiligen Römischen Reich. Ihr Name lebt heute noch weiter im Märkischen Kreis und im Märkischen Sauerland.

Geografie

Die Grafschaft Mark umfasste ein Areal von ungefähr 3.000 km² und erstreckte sich sowohl in Nord-Süd-Richtung zwischen Lippe und Agger wie in West-Ost-Richtung zwischen Gelsenkirchen und Bad Sassendorf über ungefähr 75 km.

Die in Ost-West-Richtung fließende Ruhr trennt das Gebiet der Grafschaft in zwei landschaftlich sehr unterschiedliche Bereiche, die nördliche, fruchtbare Tiefebene der Hellweg-Börden und das südliche, rauhe Mittelgebirge des Süderberglands bzw. Sauerlands.

In Süd-Nord-Richtung wird der südliche Teil der Grafschaft von der Lenne durchquert. Im Bereich der unteren Lenne befand sich bis 1808 die nach 1243 entstandene Grafschaft Limburg, die ein Lehen der Grafen von Berg war.

Stammsitz der Grafen von der Mark war ursprünglich die Burg Altena im Sauerland, seit den 1220er Jahren dann die Burg Mark bei Hamm.

Graf Adolf III. von der Mark und Herzog Adolf I. (IV.)

Geschichte

Im Jahr 1160 spalteten sich die Grafen von Altena von den Grafen von Berg ab. Nach der 1198 von den Herren von Rüdenberg käuflich erworbenen Burg Mark bei Hamm, die auch als "Oberhof Mark" bezeichnet wurde, nannte sich das Geschlecht fortan "Grafen von der Mark" und verlegte seinen Hauptsitz dorthin.

In der Schlacht von Worringen 1288 kämpfte Graf Eberhard II. von der Mark (1278-1308) auf der Seite Brabants und seines Verwandten, des Grafen von Berg. Eberhard bezog somit Stellung gegen seinen Lehnsherrn, den Erzbischof von Köln, in dessen Funktion als Herzog von Westfalen. Da Brabant mit seinen Verbündeten siegreich war, konnte Eberhard II. die kölnische Lehnshoheit über die Grafschaft Mark abschütteln. Den Grafen gelang in der Folgezeit der erfolgreiche Ausbau einer Landesherrschaft im südlichen Westfalen, die durch zahlreiche Stadtrechtsverleihungen dokumentiert ist.

Graf Adolf III. von der Mark († 1394), der Sohn Adolfs II. von der Mark und der Margarete von Kleve, wurde 1368 zunächst Graf von Kleve. 1391 trat er mit dem Erbe Engelberts III.- seines ohne männliche Nachkommen verstorbenen Bruders - auch die Nachfolge in der Grafschaft Mark an. Unter seinem Sohn Adolf IV. - 1417 als Adolf I. zum Herzog von Kleve erhoben - blieben das Herzogtum Kleve und die Grafschaft Mark zwar nominell vereinigt; gleichwohl musste er seinem Bruder - Grafen Gerhard - weite Teile der Grafschaft Mark überlassen. Nach dessen Tod 1461 wurden die Besitztümer, die zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis gehörten, dauerhaft vereint. Als Folge der siegreich überstandenen Soester Fehde (1444 - 1449) gegen den Erzbischof von Köln gelangte die Stadt Soest mit der Soester Börde zur Grafschaft Mark.

Das älteste Schatzbuch Schatboik in Mark aus dem Jahre 1486 wird heute im Staatsarchiv Münster aufbewahrt. Die an Herzog Johann II. zu zahlende allgemeine Landsteuer wurde auf den Landtagen zu Wickede am 24. April und 4. Mai 1486 beschlossen. Weitere Steuerlisten zur Erhebung der Türkensteuer stammen aus 1542 und 1598.

1609 fiel nach dem Tode des Herzogs Johann Wilhelm von Kleve die Mark bei der Teilung der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg provisorisch, 1666 beim Erbvergleich dann definitiv an Brandenburg. Seit der preußischen Verwaltungsreform von 1753 bestand die Grafschaft Mark aus den Kreisen Altena, Hamm, Hörde und Wetter. Ab 1767 existierte für die Grafschaft Mark eine Kammerdeputation mit Sitz in Hamm, die jedoch der Klever Kriegs- und Domänenkammer unterstellt blieb. 1787 wurde sie zur eigenständigen Mittelbehörde (Märkische Kriegs- und Domänenkammer) aufgewertet. Auch das Forstamt und ein Medizinalkollegium für die Grafschaft Mark befanden sich in Hamm.

Vorübergehend kam die Mark durch den Tilsiter Frieden 1807 an Frankreich. Von Frankreich wurde die Grafschaft Mark dann am 21. Januar 1808 an das Großherzogtum Berg gegeben, wo sie das Ruhrdepartement bildete, bis die Initiative nach dem Zusammenbruch der französischen Herrschaft 1813 wieder an Preußen überging.

Am 30. April 1815 wurde die Grafschaft Mark in die Preußische Verwaltungsreform einbezogen und gehörte von da an zum Regierungsbezirk Arnsberg in der preußischen Provinz Westfalen mit den kurz darauf gebildeten Kreisen Altena, Bochum, Dortmund, Hagen, Hamm, Iserlohn (teilweise) und Soest (teilweise).

Heute entspricht dieses Gebiet in seiner Gesamtheit ungefähr dem Ennepe-Ruhr-Kreis, dem Märkischen Kreis, den Kreisen Soest, Unna, sowie den kreisfreien Städten Bochum, Hagen, Hamm und Herne sowie großen Teilen von Dortmund, der Südhälfte von Gelsenkirchen bis zur Emscher und kleineren Teilen von Essen.

„Preußische Grafschaft Mark“ blieb als gräflicher Nebentitel des preußischen Souverains nominell noch bis zur Auflösung des Staates Preußen durch den Alliierten Kontrollrat vom 25. Februar 1947 erhalten. Allerdings hatte diese reine Namensfunktion keine nennenswerte Bedeutung mehr vor Ort. Trotzdem blieb der Name der Grafschaft Mark als regionale Landschaftsbezeichnung erhalten.

Wappen

Stadtwappen der kreisfreien Stadt Hamm

Das Wappen der Grafschaft trägt einen aus drei roten und silbernen Schachreihen bestehenden Querbalken, den märkischen Schachbrettbalken, auf gelb-goldenen Grund. Dieses ist heute Wappen der Stadt Hamm. Des Weiteren taucht der Schachbrettbalken im Kreiswappen und in allen Wappen der Gemeinden des Märkischen Kreises, außer der Städte Balve und Menden, sowie im Kreiswappen des Kreises Unna, des Ennepe-Ruhr-Kreises und weiterer Kommunen der Region auf.