Gut Ostholz

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Gut Ostholz
Alter Uentroper Weg 263
PLZ 59071
Bezirk Hamm-Uentrop
Stadtteil Uentrop
Straße Hausnr. Alter Uentroper Weg 263
Typ Guts- und Hofanlage
existiert seit 18./19. Jahrhundert
Alter / Anderer Name Gut Osthof
Denkmalliste Stadt Hamm No. 178 sei dem 8. November 1991
Stand: 23. September 2013

Das Gut Ostholz am Alter Uentroper Weg 235 ist eine Guts- und Hofanlage in Werries. Das Gut wurde bereits 1221 als Gut Osthof erstmals als Besitz des Grafen Adolf I. von der Mark urkundlich erwähnt. Das Anwesen ist damit vermutlich älter als die Stadt Hamm.

Baubeschreibung

Die bis heute auf dem Grundstück vorhandenen Baulichkeiten stammen aus den 18. und 19. Jahrhundert. Die Anlage besteht im Einzelnen aus dem Haupthaus, dem Wirtschaftsgebäude, welches vermutlich aus dem Ende des 18. Jahrhunderts stammt (ohne die neueren Anbauten) und einem Teil der alten Grundstücksmauer, die ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt.

Bei dem Haupthaus aus dem Jahre 1869 handelt es sich um einen zweigeschossigen fünfachsigen Putzbau mit Rechteckfenstern, dessen Eingang in der Mittelachse über eine einfache Freitreppe zu erreichen ist. Das Dachgeschoss mit einem pfannengedeckten Satteldach auf hohem Drempel wird jeweils durch eine Reihe kleiner quadratischer Fensterluken auf beiden Längsseiten des Gebäudes belichtet.

Das Wirtschaftsgebäude mit Gesindewohnräumen, Deele und Stallungen ist ebenfalls symmetrisch gegliedert mit einer mittig angeordneten Durchfahrtsdeele. Der Gebäudeteil westlich der Deele war das so genannte Kammerfach mit Gesindewohnräumen. Im Gebäudeteil östlich der Deele waren Stallungen und Lagerräume. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein voll verputztes Fachwerkhaus mit einfachen Stuckgesimsen.

Die noch vorhandenen Grundstücksmauern aus Ziegelstein befinden sich vor allem an der nördlichen Grundstücksgrenze und an der südlichen Grundstückseinfahrt. Die Mauern stammen vermutlich aus dem frühen 18. Jahrhundert und waren zu Zeiten Wolffersdorffs schon vorhanden.

Mehrere Wappensteine, Grabsteine und alte Steinplattenreste an den Gebäuden deuten auf die wechselvolle Geschichte der Gutsanlage hin.

Gut Ostholz und seine Besitzer

In seiner wechselvollen Geschichte - die Gebäude wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrmals zerstört und wieder neu errichtet - gehörte es u.a. der Familie von Beverförde und im 18. Jahrhundert dem Generalmajor von Wolffersdorff.

Wappen der Familie von Beverförde

Gut Ostholz im Besitz der Familie von Beverförde

Am 16. Juni 1662 wurde Gut Osthoff - wie es damals hieß - von Johan Friederich von Beverförde als Lehen erworben. Johan Friedrich von Beverförde hinterließ nach dem Tod seines ältesten Sohnes Ferdinand nur den Bernhard Engelbrecht Christian von Beverförde, der am 11. Juni 1696 mit dem Gut belehnt worden ist. Nach dessen Tode wurde im Jahre 1713, (18. Februar), sein Sohn, der Freiherr Friedrich Christian Heidenreich von Beverfoerde mit Gut Ostholz belehnt. Dieser starb am 30. Januar 1768 kinderlos. Zum Zeitpunkt seines Todes bestand das Lehen aus:

a) 2 1/2 Maltersaat ganz schlechtem Bauland,
b) 12 Morgen Weideland, und
c) einem Gehölz, das Osthoff genannt wird, in dem 3 Kötter wohnen.

Der Wert wurde in einem Regierungsbericht auf etwa 2.000 Reichstaler geschätzt. [1]

Gut Ostholz im Besitz von Generalmajor von Wolffersdorff

Am 5. September 1769 wird das Gut dem Generalmajor von Wolffersdorff übertragen, aber nicht mehr als Lehen, sondern als Allod (Eigentum). [2]

Weitere Besitzer

Gut Ostholz war zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Besitz der Familie Spener. Johann Friedrich Christian Spener, Rat an der Märkischen Kriegs- und Domänenkammer in Hamm und ab 1809 Bürgermeister der Stadt, stirbt am 3. Juli 1825 auf Gut Ostholz.

Baudenkmaleintrag

Die beschriebenen Baulichkeiten dokumentieren eine der ältesten Gutsanlagen auf dem heutigen Hammer Stadtgebiet und sind bedeutend für die geschichtliche Sozialstruktur dieser Region und die Entwicklung der Menschen der Stadt Hamm. An der Erhaltung und Nutzung besteht aus wissenschaftlichen und volkskundlichenGründen ein öffentliches Interesse. [3]

Einzelnachweise

  1. vgl. Urkunde 1768 Februar 11
  2. vgl. Urkunde 1769 November 13
  3. Denkmalwertbegründung - zitiert nach Denkmalliste der Stadt Hamm, Bestandsverzeichnis lfd. Nummer 178

Literaturnachweis

  • N.N.: Baudenkmalbeschreibung No. 178, Stadt Hamm - 65/Untere Denkmalbehörde

Geografische Koordinaten

Koordinaten: 51° 41' 32.31" N, 7° 54' 22.58" O