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Martin-Luther-Straße 13: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Martin Luther Platz01.jpg|thumb|right|Martin-Luther-Platz (2010)]]
Das Haus [[Martin-Luther-Straße]] 13 bildet heute den Abschluss der Bebauung zum [[Martin-Luther-Platz]] hin. Die ehemalige Bebauung, die Häuserzeile Martin-Luther-Straße 15 bis 27, ist heute - neben einer Parkfläche - im Martin-Luther-Platz aufgegangen. Auf dem Foto von 1927 ist - schön in der Bildmitte - der Doppelhauscharakter der Martin-Luther-Straße 13 mit den zwei Eingängen noch gut zu erkennen.
Das Haus [[Martin-Luther-Straße]] 13 bildet heute den Abschluss der Bebauung zum [[Martin-Luther-Platz]] hin. Die ehemalige Bebauung, die Häuserzeile Martin-Luther-Straße 15 bis 27, ist heute - neben einer Freifläche - im Martin-Luther-Platz aufgegangen.  


== Geschichte der Hausstätte ==
== Geschichte der Hausstätte ==
[[Datei:1927 Martin-Luther Str 13.jpg|thumb|right|Martin-Luther-Straße 13 (1927)]]
[[Datei:1886 AN Martin-Luther Str 13.jpg|thumb|right|Anzeige von Wilhelm Steimann (1886)]]
[[Datei:1886 AN Martin-Luther Str 13.jpg|thumb|right|Anzeige von Wilhelm Steimann (1886)]]
Das Haus [[Martin-Luther-Straße]] 13 befindet sich auf zwei alten Hausstätten [[Häuserbuch|Nro 416]] und [[Häuserbuch|Nro 418]] in der Westhofe. Nach dem [[Stadtbrände|Stadtbrand]] von 1741 blieb das Areal zunächst unbebaut. 1802 erwarb Lederfabrikant Johann Diedrich Callwey das bereits mit der Doppelnummer versehene Haus für 2850 Reichstaler von Johann Wickel.<ref>Vermutlich handelt es sich dabei um den ehemaligen Soldaten, Bürger und Bäcker Johann Eberhard Wickel († 1815), der im Hause [[Sternstraße 17|Nro 400]] ansässig war. Da sich aber der betreffende Fortschreibungsband des alten Hypothekenbuches nicht erhalten hat, sind nähere Angaben bislang nicht möglich.</ref> Callwey hatte bereits 1778 das Elternhaus Martin-Luther-Straße 11 neu erbauen lassen. Das Areal zwischen beiden Häusern ist für 1831 als Garten des [[Bürgermeister| Bürgermeisters]] [[Heinrich Christian Quade]] ausgewiesen. Da der Sohn des Lederfabrikanten Callwey bereits frühzeitig verstarb, finden wir ab 1818 bereits den Enkel Johann Diedrich Callwey als Eigentümer vor. Später war im Hause die Tischlerfamilie Steimann ansässig.  
Das Haus [[Martin-Luther-Straße]] 13 befindet sich auf zwei alten Hausstätten [[Häuserbuch|Nro 416]] und [[Häuserbuch|Nro 418]] in der Westhofe. Nach dem [[Stadtbrände|Stadtbrand]] von 1741 blieb das Areal zunächst unbebaut. 1802 erwarb Lederfabrikant Johann Diedrich Callwey das bereits mit der Doppelnummer versehene Haus für 2850 Reichstaler von Johann Wickel.<ref>Vermutlich handelt es sich dabei um den ehemaligen Soldaten, Bürger und Bäcker Johann Eberhard Wickel († 1815), der im Hause [[Sternstraße 17|Nro 400]] ansässig war. Da sich aber der betreffende Fortschreibungsband des alten Hypothekenbuches nicht erhalten hat, sind nähere Angaben bislang nicht möglich.</ref> Callwey hatte bereits 1778 das Elternhaus Martin-Luther-Straße 11 neu erbauen lassen. Das Areal zwischen beiden Häusern ist für 1831 als Garten des [[Bürgermeister| Bürgermeisters]] [[Heinrich Christian Quade]] ausgewiesen. Der jüngere Sohn des Lederfabrikanten Callwey mit Namen Johann Hermann Callwey verstarb bereits in jungen Jahren. Dessen Witwe Johanna Charlotte Fuhrmann (1783-1825) heiratete darauf 1814 den aus Hattingen stammenden Lederhändler Johann Albert Ballauf, der ebenfalls früh verstarb. Eine dritte Ehe ging Johanna Charlotte Fuhrmann 1817 mit dem Kaufmann Friedrich Horstmann an der [[Oststraße 3]] ein. Aufgrund dieser Umstände finden wir ab 1818 bereits den erst 16-jährigen Enkel Johann Diedrich Callwey als Eigentümer vor, dessen Vormund wahrscheinlich Kaufmann Horstmann wurde.<ref> 1831 wird dieser nämlich als Eigentümer des Hauses ausgewiesen.</ref> Auch dem Enkel Johann Diedrich Callwey war kein langes Leben beschieden. Er starb schon im Jahre 1848. Ab 1867 ist im Hause die Tischlerfamilie '''Steimann''' nachzuweisen, die dort bis weit in das 20. Jahrhundert hinein eine Möbelfabrik mit Sargmagazin betrieb.


== Eigentümer ==
== Eigentümer ==
* [[1802]]/[[1818]]: '''Johann Diedrich Callwey''' (ca. 1739-1818), Lederfabrikant, [[Gemeinheitsvorsteher]], [[Provisoren|Provisor]] der lutherischen Gemeinde
* [[1802]]/[[1818]]: '''Johann Diedrich Callwey''' (ca. 1739-1818), Lederfabrikant, [[Gemeinheitsvorsteher]], [[Provisoren|Provisor]] der lutherischen Gemeinde
::: oo 1775<ref> Vgl. [[1775 (Trauregister)]]</ref> Clara Catharina Osthaus  
::: oo 1775<ref> Vgl. [[1775 (Trauregister)]]</ref> Clara Catharina Osthaus  
::: Johann Hermann Callwey (* 1783; 1814+), Lederhändler
::: oo 1810<ref> Vgl. [[1810 (Trauregister)]]</ref> Johanna Charlotte Fuhrmann (1783-1825), T des Carl Fuhrmann ([[Marktplatz 14|→ Nro 72)]]
::: Johann Albert Ballauf (1777-1816) aus Hattingen, Lederhändler
::: oo 1814<ref> Vgl. [[1814 (Trauregister)]]</ref> Johanna Charlotte Fuhrmann Wwe Callwey; sie {'''3'''} oo 1817 Friedrich Horstmann ([[Oststraße 3|→ Nro 66)]]
* [[1818]]/[[1848]]: '''Johann Diedrich Callwey''' (1812-1848), Lederhändler
* [[1818]]/[[1848]]: '''Johann Diedrich Callwey''' (1812-1848), Lederhändler
::: oo 1840<ref> Vgl. [[1840 (Trauregister)]]</ref> Henriette Aecker (1820- ), T des Johann Arnold Aecker ([[Oststraße 15| → Nro 55)]]
::: oo 1840<ref> Vgl. [[1840 (Trauregister)]]</ref> Henriette Aecker (1820- ), T des Johann Arnold Aecker ([[Oststraße 15|→ Nro 55)]]
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* [[1848]]<ref> 1848 Kauf von den Ehel. Callwey</ref>/[[1851]]: '''Johann Arnold Aecker''', Schenkwirt ([[Oststraße 15|→ Nro 55)]]
* [[1851]]/[[1861]]: '''Gebrüder Lohmann''' (zu [[Mark]] und Elberfeld)
::: (M) 1855/58: Kaufmann [[Hugo Garschagen]] ([[Lackfabrik Carl Rollmann|Rollmann & Garschagen]]) 
* [[1867]]/[[1886]]: '''Wilhelm Steimann''' (1839-), Tischlermeister, S des Christian Steimann (→ Nro 487)
* [[1867]]/[[1886]]: '''Wilhelm Steimann''' (1839-), Tischlermeister, S des Christian Steimann (→ Nro 487)
::: oo 1868<ref> Vgl. [[1868 (Trauregister)]]</ref> Wilhelmine Geveler (1843-), T des Johann Geveler (→ Nro 622)
::: oo 1868<ref> Vgl. [[1868 (Trauregister)]]</ref> Wilhelmine Geveler (1843-), T des Johann Geveler (→ Nro 622)
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== Anmerkungen ==
== Anmerkungen ==

Aktuelle Version vom 18. Januar 2026, 21:48 Uhr

Das Haus Martin-Luther-Straße 13 bildet heute den Abschluss der Bebauung zum Martin-Luther-Platz hin. Die ehemalige Bebauung, die Häuserzeile Martin-Luther-Straße 15 bis 27, ist heute - neben einer Parkfläche - im Martin-Luther-Platz aufgegangen. Auf dem Foto von 1927 ist - schön in der Bildmitte - der Doppelhauscharakter der Martin-Luther-Straße 13 mit den zwei Eingängen noch gut zu erkennen.

Geschichte der Hausstätte

Martin-Luther-Straße 13 (1927)
Anzeige von Wilhelm Steimann (1886)

Das Haus Martin-Luther-Straße 13 befindet sich auf zwei alten Hausstätten Nro 416 und Nro 418 in der Westhofe. Nach dem Stadtbrand von 1741 blieb das Areal zunächst unbebaut. 1802 erwarb Lederfabrikant Johann Diedrich Callwey das bereits mit der Doppelnummer versehene Haus für 2850 Reichstaler von Johann Wickel.[1] Callwey hatte bereits 1778 das Elternhaus Martin-Luther-Straße 11 neu erbauen lassen. Das Areal zwischen beiden Häusern ist für 1831 als Garten des Bürgermeisters Heinrich Christian Quade ausgewiesen. Der jüngere Sohn des Lederfabrikanten Callwey mit Namen Johann Hermann Callwey verstarb bereits in jungen Jahren. Dessen Witwe Johanna Charlotte Fuhrmann (1783-1825) heiratete darauf 1814 den aus Hattingen stammenden Lederhändler Johann Albert Ballauf, der ebenfalls früh verstarb. Eine dritte Ehe ging Johanna Charlotte Fuhrmann 1817 mit dem Kaufmann Friedrich Horstmann an der Oststraße 3 ein. Aufgrund dieser Umstände finden wir ab 1818 bereits den erst 16-jährigen Enkel Johann Diedrich Callwey als Eigentümer vor, dessen Vormund wahrscheinlich Kaufmann Horstmann wurde.[2] Auch dem Enkel Johann Diedrich Callwey war kein langes Leben beschieden. Er starb schon im Jahre 1848. Ab 1867 ist im Hause die Tischlerfamilie Steimann nachzuweisen, die dort bis weit in das 20. Jahrhundert hinein eine Möbelfabrik mit Sargmagazin betrieb.

Eigentümer

oo 1775[3] Clara Catharina Osthaus
Johann Hermann Callwey (* 1783; 1814+), Lederhändler
oo 1810[4] Johanna Charlotte Fuhrmann (1783-1825), T des Carl Fuhrmann (→ Nro 72)
Johann Albert Ballauf (1777-1816) aus Hattingen, Lederhändler
oo 1814[5] Johanna Charlotte Fuhrmann Wwe Callwey; sie {3} oo 1817 Friedrich Horstmann (→ Nro 66)
  • 1818/1848: Johann Diedrich Callwey (1812-1848), Lederhändler
oo 1840[6] Henriette Aecker (1820- ), T des Johann Arnold Aecker (→ Nro 55)
(M) 1855/58: Kaufmann Hugo Garschagen (Rollmann & Garschagen)
  • 1867/1886: Wilhelm Steimann (1839-), Tischlermeister, S des Christian Steimann (→ Nro 487)
oo 1868[8] Wilhelmine Geveler (1843-), T des Johann Geveler (→ Nro 622)

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Anmerkungen

  1. Vermutlich handelt es sich dabei um den ehemaligen Soldaten, Bürger und Bäcker Johann Eberhard Wickel († 1815), der im Hause Nro 400 ansässig war. Da sich aber der betreffende Fortschreibungsband des alten Hypothekenbuches nicht erhalten hat, sind nähere Angaben bislang nicht möglich.
  2. 1831 wird dieser nämlich als Eigentümer des Hauses ausgewiesen.
  3. Vgl. 1775 (Trauregister)
  4. Vgl. 1810 (Trauregister)
  5. Vgl. 1814 (Trauregister)
  6. Vgl. 1840 (Trauregister)
  7. 1848 Kauf von den Ehel. Callwey
  8. Vgl. 1868 (Trauregister)

Literatur

  • Andreas Schulte, Häuserbuch der Stadt Hamm, unveröffentlichtes Manuskript, Nro 416/418.
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