Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei – Kreis Hamm
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) war eine in der Weimarer Republik entstandene politische Partei. Ihr Programm und ihre Ideologie, der Nationalsozialismus, waren geprägt von radikalem Antisemitismus, ausgeprägtem Nationalismus sowie der Ablehnung von Demokratie und Marxismus.
Auch in Hamm war die Partei entsprechend den reichsweiten Vorgaben als streng hierarchisch aufgebaute Führerpartei organisiert.
Geschichte in Hamm
Aufstieg der NSDAP in Hamm (1929–1933)
In Hamm gelang der Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei im November 1929 erstmals der Einzug in den Stadtrat. Der Erfolg blieb jedoch begrenzt: Die Partei errang mit Franz Schütte lediglich ein Mandat und erhielt dabei weniger als 500 Stimmen.
Die kommunalpolitischen Mehrheitsverhältnisse blieben zunächst stabil. Gleichzeitig waren die Wahlkämpfe auf Reichs- und Landesebene von zunehmender Gewalt geprägt. Immer wieder kam es zu Übergriffen und gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen nationalsozialistischen Anhängern und Aktivisten anderer radikaler Parteien. Erst um 1930 entstanden in Hamm eigene Gliederungen der SA und der SS.
Im Jahr 1932 nahmen gewalttätige Vorfälle deutlich zu. In Rhynern wurden Anhänger der Zentrumspartei von Nationalsozialisten angegriffen. Franz Schütte, der erste Stadtverordnete der NSDAP in Hamm, wurde während des Wahlkampfs beim nächtlichen Anbringen von Plakaten von Kommunisten überfallen und durch mehrere Messerstiche schwer verletzt. Am 1. November 1932 griffen Nationalsozialisten zudem den SPD-Vorsteher der Gemeinde Ostwennemar an.
Parallel dazu stieg die Beteiligung an öffentlichen Versammlungen der NSDAP. Veranstaltungen im Westenschützenhof, im Ostenschützenhof – dem heutigen Kurhaus – sowie im Lutherhaus an der Königstraße verzeichneten wachsenden Zulauf. Besonders im unteren und mittleren Bürgertum gewann die Partei an Unterstützung. Damit wurden bereits vor 1933 wichtige Voraussetzungen für den späteren Machtgewinn der Nationalsozialisten geschaffen.
Machtübernahme ab 1933
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 vertrieb Erich Deter, seit 1933 Fraktionsführer der NSDAP in der Stadtverordnetenversammlung in Hamm, durch eine Schmutzkampagne den Oberbürgermeister Josef Schlichter aus dem Amt und fungierte zunächst als kommissarischer Oberbürgermeister.
Am 27. Juli 1933 wurde Deter durch die Stadtverordnetenversammlung für zwölf Jahre zum Oberbürgermeister der Stadt Hamm gewählt, musste jedoch noch ein Jahr auf die Bestätigung des damaligen Regierungspräsidenten Max von Stockhausen warten, da Deter aus dessen Sicht bei Amtsantritt noch mangelnde Qualifikationen für dieses Amt hatte. Die Bestätigung seiner Wahl erfolgte am 15. Juni 1934 aus Arnsberg.
Oberbürgermeister von Hamm
Liste der Oberbürgermeister der Stadt Hamm aus den Reihen der NSDAP.
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Erich Deter
1933–1945
Kreisleiter
Die nachfolgend aufgeführten Personen waren als Kreisleiter der NSDAP in der Stadt Hamm tätig. Ab dem 1. Juli 1937 war Hamm dem neu gebildeten Hellwegkreis zugeordnet, der aus den bisherigen Kreisen Hamm, Unna und Lünen hervorging; ab dem 1. Januar 1944 gehörte Lünen nicht mehr zu diesem Kreisgebiet.
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Erich Deter
1932–1937 -
Josef Seideneck
1937–1938 -
Gottfried Joest
1938–1940 -
Karl Nieper
1940–1942 -
Gottfried Joest
1942 -
Otto Braunheim
1942–1944 -
Wilhelm Fischer
1944–1945