Müllverbrennungsanlage

Aus HammWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Müllverbrennungsanlage Hamm
Müllerbrennungsanlage aus der Luft
Mülverbrennungsanlage, Funktionsskizze

Die Müllverbrennungsanlage (MVA) Hamm dient der thermischen Behandlung von Siedlungsabfällen unter optimaler Erfüllung der Kriterien Entsorgungs- sicherheit, Umweltschutz, Energienutzung und Wirtschaftlichkeit. Im Jahr 1985 ist die MVA Hamm mit einer genehmigten Jahreskapazität in Höhe von 245.000 Tonnen in Betrieb genommen worden. Seither wurden umfangreiche Optimierungs- maßnahmen durchgeführt. Der Großteil der Investitionskosten floss in die Rauchgasreinigung. Dadurch erzielt die MVA Hamm Emissionswerte, die deutlich unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten liegen (Umwelt- und Energieeffizienz).

Um die Müllverbrennungsanlage Hamm optimal auszulasten und damit die Verbrennungspreise auf niedrigem Niveau zu halten, haben sich die Städte Hamm und Dortmund sowie die Kreise Unna, Soest und Warendorf zu einer regionalen Kooperation zusammengeschlossen. Die MVA Hamm garantiert für rund 900.000 Einwohner und zahlreiche Gewerbebetriebe eine sichere, umweltgerechte und preisgünstige Entsorgung.

Verbrennung

Nach Eingangskontrolle und Verwiegung werden die Abfälle ohne weitere Zerkleinerung oder Vorbehandlung in den Müllbunker abgekippt. Für sperrigen Abfall besteht die Option der Zerkleinerung mit einer Rotorschere, die im Bunkerbereich untergebracht ist. Die Kesselbeschickung der vier baugleichen Verbrennungslinien erfolgt durch zwei Krananlagen mittels derer der Abfall auch durchmischt wird, um einen möglichst gleichmäßigen Heizwert zu erzielen. Dies ist für eine optimale Verbrennung erforderlich.

Der Abfall - bis auf An- und Abfahrvorgänge - verbrennt eigenständig, also ohne Zufuhr von weiteren Energieträgern. Die für die Verbrennung erforderliche Luft wird aus dem Müllbunker abgesaugt, so dass durch den leichten Unterdruck keine Geruchsbelästigung in der Umgebung der Anlage auftreten kann.

Der Abfall gelangt über den Aufgabetrichter auf den dreistufigen Vorschubrost in den Kesselraum, der eine Grundfläche von ca. 33 m² hat. Durch die Bewegung der Roststäbe wird der Abfall durch den Ofen geschoben. Die Verweilzeit im Feuerraum beträgt je nach Abfallzusammensetzung zwischen 30 und 60 Minuten. Die Temperatur im Kesselraum beträgt zwischen 900 °C und 1050 °C.

Die bei der Verbrennung entstehenden Rauchgase werden auf 230 °C bis 280 °C abgekühlt und durchlaufen die weiteren Reinigungsstufen (Rauchgasreinigung). Die dabei erzeugte Dampfmenge wird den beiden Turbinen/Generatoren-Anlagen zur Stromerzeugung zugeführt (Energienutzung).

Über den Nassentschlacker wird die feuchte Schlacke auf Muldengurten aus dem Gebäude zum Schlackeplatz transportiert (Verbrennungsrückstände). Durch die thermische Behandlung wird der Abfall auf ca. 30 % des Eingangsgewichtes und auf ca. 10 % des Eingangsvolumens reduziert.

Technische Daten

  • Inbetriebnahme_ 1985
  • Verbrennungseinheiten: 4 Verbrennungslinien
  • Genehmigte Verbrennungskapazität: 245.000 t pro Jahr
  • Mitarbeiter: Ca. 80 Mitarbeiter bei der MHB Hamm Betriebsführungsgesellschaft mbH
  • Anlagenfläche: 16.150 m2
  • Baufläche: 6.000 m2 / Grundfläche Baukörper
  • Bunker: 13.000 m3 Gesamtvolumen (aufgeteilt in zwei Bereiche mit insgesamt 11 Abkippstellen)
  • Krananlage: 2 Brückenkräne mit je einem 4-Seil-Mehrschalengreifer
  • Greiferinhalt: ca. 4 m3
  • Schornstein: Kamin mit 4 Zügen, 90 m Höhe
  • Feuerungssystem: Vorschubrost
  • Rostfläche: 33,1 m2 je Kessel
  • Durchsatz: 9 bis 10 t Abfall pro Stunde und Linie
  • Verbrennungsleistung: 23 MW je Linie
  • Dampfparameter: 40 bar bei 400 °C
  • Verbrennungstemperatur: i.d.R. zwischen 950 und 1050 °C
  • Rauchgasmenge: ca. 50.000 Nm³ pro Stunde und Kessel
  • Stromerzeugung: 2 Turbogeneratoren mit je 9 MW Nennleistung

Anschrift

Am Lausbach 2
59075 Hamm
Telefon: (02381) 4835 91
Fax: (02381) 4835 92
eMail: info@mva-hamm.de

Weblinks