Johann Gottfried Rademacher II

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Dr. med. Johann Gottfried Rademacher (* 4. August 1772 in Hamm; † 9. Februar 1850 in Goch) war Arzt und Naturheilkundler.

Familie

Der Vater - Johann Gottfried Rademacher der Ältere (1723-1780) - war Landrichter und Justizrat in Hamm. Dieser war verheiratet mit Anna Wilhelmina Brande, Tochter der Eheleute Kriegsrat Brande. Der Großvater mütterlichseits war Christian Heinrich Brande aus Hannover, der Apotheker des Königs von England war - nachweislich ab 1723. Auch der Onkel August Hermann Brande war seit 1752 Apotheker am englischen Hof. Der Sohn August Hermanns mit Namen August Everhard - also ein Vetter Johann Gottfried Rademachers - folgte ihm als Hofapotheker nach. Insofern stammt Johann Gottfried Rademacher aus einer medizinisch engagierten Familie.

Im Jahr 1798 heiratet Johann Gottfried Rademacher die Witwe seines Bruder, eine geborene von Manger.

Leben

Zunächst besuchte Johann Gottfried Rademacher die Schule in Hamm, wechselte dann zur Lateinschule in Schwelm und begann um 1790 das Studium der Medizin an der Universität Jena. Seine akademischen Lehrer waren Loder, Gruner, Stark, Bretschneider und Hufeland.

1794 promovierte Rademacher zum Doktor der Medizin. Er tat dies mit einer Arbeit über Rheuma und Gicht. Nach der Promotion ging er nach Berlin, um dort seine Studien zu vervollständigen und das Staatsexamen abzulegen.

Nach einer Zwischenstation in Kleve ließ er sich 1797 in Goch nieder und blieb dort bis an sein Lebensende. Er betraute dort die Stelle des Stadtphysikus und des Armenarztes, in der Zeit der napoleonischen Besatzung auch das Amt des Distriktarztes, das er aber wegen unzureichender Vergütung im Jahr 1809 wieder aufgab.

In den Jahren 1846 (Städtischer Armenarzt), 1848 (Waisenarzt in Goch) und 1849 (eigene Praxis in Goch) gab er nach und nach seine Tätigkeiten auf.

Rademachers medizinische Lehre

allgemeine Lehre

Die Lehre Johann Gottfried Rademachers beruht auf der Grundannahme, dass die Ursache der Krankheit nicht durch die Symptome der Krankheit zu ermitteln sind. Die Symptome können vilemehr durchaus allgmeiner Natur sein (z.B. Abgeschlagenheit) oder sogar in die Irre führen (Schmerzen an Organen oder Körperteilen, die gar nicht direkt betroffen sind).

Statt dessen schlägt Rademacher in seiner Erfahrungsheillehre vor, die Krankheitsentwicklung an Hand der Wirkung der angewendeten Medikamente zu beobachten und entsprechend der Wirksamkeit der Medikation auf die Krankheitsursache zurückzuschließen.

Aus diesem Grunde widmete er sich insbesondere der Heilwirkung von Kräutern.

Heilkräuter

Johann Gottfried Rademacher propagierte die Mariendistel und fertigte daraus die nach ihm benannte Rademacher'sche Tinktur an, die er zur Behandlung von Leber-, Milz- und Gallenleiden anwendete.

Literatur

Das Hauptwerk von Rademacher ist:

  • Johann Gottfried Rademacher: Rechtfertigung der von den Gelehrten mißkannten, verstandesrechten Erfahrungsheillehre der alten scheidekünftigen Geheimärzte und treue Mittheilung des Ergebnisses einer 25-jährigen Erprobung dieser Lehre am Krankenbette. 2 Bände, Berlin 1842

Es erfuhr mehrere weitere Auflagen in den Jahre 1846, 1847, 1849 und die vierte Ausgabe 1851.

Weblinks

  • Allgmeine Deutsche Biografie [1]
  • Ein Bildnis von Dr. Johann Gottfried Rademacher [2]