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Brüderstraße 8

Aus HammWiki
Areal der Häusergruppe (2026)

Eine Adresse Brüderstraße 8 existiert heute nicht mehr. Bereits um 1927 wurde das Haus sowie die südlich daran anschließende Häusergruppe (Museumsstraße Nr. 4-6) im Zusammenhang mit dem Bau des Stadthauses niedergelegt. Die gesamte Häusergruppe war nach dem Stadtbrand von 1734 errichtet worden.

Geschichte der Hausstätte

Brüderstraße 8 (ca. 1925)

Das Haus Brüderstraße 8 befand sich auf der alten Hausstätte Nro 233 in der Nordhofe. Auf dem Foto ist es gut links im Vordergrund als Eckhaus zur Museumsstraße zu erkennen. Mit Blickrichtung zur Pauluskirche grenzte es an die Museumsstraße 6 an. Nach dem Stadtbrand 1734 ließ Mauermeister Philipp Sauer das Haus auf einer Brandstelle neu errichten, die er von den Erben von Rödinghausen erworben hatte. 1747 finden wir Ziegelmeister Diedrich Boll im Hause vor. Diesem war es gerichtlich für 230 Reichstaler zugesprochen worden. Soldat Johann Henrich Schmidt erwarb 1771 das Haus von Johann Caspar Boll(e), ab 1780 ist Schmidt aber in der Martin-Luther-Straße 29 als Ordonnanzwirt ansässig. 1804 verkaufte dessen Witwe das Haus an der Brüderstraße für 400 Reichstaler an den aus Hamm stammenden Musketier Heinrich Brinkmann. Wir finden dann für über 100 Jahre Familie Brinkmann / Schrage im Hause vor. Der 1813 geborene Sohn Carl Brinkmann heiratete 1835[1] Johanna Schrage aus Lippstadt. Er ist im Hause ab 1834 als Uhrmacher nachgewiesen.[2] Seine Witwe setzte 1886 einen Erbvertrag auf, in dem sie ihre Schwester, die Kolonialwarenhändlerin Friederike Schrage, zur Alleinerbin erklärte. 1927 war die Stadt Hamm Eigentümerin[3], die es - wie auch die angrenzenden Nachbarhäuser - niederlegen ließ, da es dem Westeingang des Stadthauses im Wege stand.

Eigentümer

Adjudizierungsanzeige 1747
  • 1734/1741: Erben von Rödinghausen
  • 1741/1747: Philipp Sauer, Mauermeister (1747)
  • 1747/1748: Diedrich Boll, Ziegelmeister (1747), Ziegelbrenner (1748)
  • 1771/1804: Johann Henrich Schmidt (ca. 1747-1789), Soldat (1772), Bürger (1779) (→ Nro 453)
1. oo N.N.
2. oo 1772[4] Anna Maria Goormann († nach 1809 September 3)
  • 1804/1847: Heinrich Brinkmann, Musketier (1803) im IR 9, Inspektor des Inquisitoriats (1827)[5]
oo 1803[6] Franziska Pahlplatz (1768-1836)
  • 1847/1886: Wwe Uhrmacher Carl Brinkmann (ca. 1807-1892) geb. Johanna Schrage aus Lippstadt

_________

  • 1886/1892: Wwe Carl Brinkmann
  • 1892/1910: Friederike Schrage, Spezereihändlerin (1899), Kolonialwarenhändlerin (1903)
  • 1919/1924: Wilhelmine Witthaus, Fräulein
  • 1927: Stadt Hamm[7]

Anmerkungen

  1. Vgl. 1835 (Trauregister)
  2. Vgl. Geschäftsanzeige im Westfälischen Anzeiger 27 vom 02.07.1834.
  3. Im AB 1927 werden noch vier Mieter aufgeführt
  4. Vgl. 1772 (Trauregister)
  5. Amtsblatt Düsseldorf 36 vom 04.08.1827, S. 316: II. Bei dem Inquisitoriat und der damit verbundenen Gefangen-Anstalt zu Hamm: … und bei letzterer dem vormaligen Kasernen-Inspector Brinckmann die Stelle als Gefangen-Inspectors … verliehen.
  6. Vgl. 1803 (Trauregister)
  7. AB 1929: nicht mehr aufgeführt

Literatur

  • Andreas Schulte: Häuserbuch der Stadt Hamm, unveröffentlichtes Manuskript, Nro 233.
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