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Autobahnkapelle

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Autobahnkapelle
PLZ 59069
Bezirk Rhynern
Stadtteil Rhynern
Straße Hausnr. BAB 2 Richtung Oberhausen,
über Rasthof Rhynern-Nord
oder: Ostendorfstraße 60
Typ technisches Bauwerk / Sakralbau
existiert seit 1948 (Tankstellengebäude)
2009 (Autobahnkapelle)
Denkmalliste Stadt Hamm No. 148 seit dem 11. Juli 1990

Hamm_Autobahnkapelle_01.jpg

Innenraum Autobahnkapelle

Stand: 6. April 2012

Im früheren denkmalgeschützten Tankstellengebäude des Rasthof Rhynern auf der Nordseite der A2 wurde im Sommer 2009 eine Autobahnkapelle eingerichtet und am 29. November im Rahmen eines Gottesdienstes der Öffentlichkeit übergeben.

Baugeschichte

Planungen für eine Rastanlage Rhynern auf beiden Seiten der neuen Reichsautobahn von Köln nach Berlin gab es bereits seit Mitte der 1930er Jahre. Während auf der Südseite am 27. August 1939 eine erste provisorische Rastanlage nach Planungen des Düsseldorfer Architekten Helmut Hentrich in Betrieb genommen wurde, kam der weitere Ausbau aufgrund des Krieges jedoch zum Erliegen.

Erst Ende der 1940er Jahre wurde die Raststätte Rhynern-Nord komplett aufgebaut und in Betrieb genommen. Dabei wurde auf den seinerzeitigen Entwurf von Hentrich zurückgegriffen, da die Tankstellenbereiche als Tor Westfalens beidseitig der Autobahn gegenüberliegend angeordnet sein sollten.

In den Jahren zwischen 2004 und 2006 wurde die Autobahn A2 an dieser Stelle sechsstreifig ausgebaut und die bestehende Tankstelle Rhynern-Nord durch eine moderne, östlich vorgelagerte Tankanlage ersetzt. Das bereits seit dem 11. Juli 1990 unter Denkmalschutz stehende Gebäude stand nun leer und konnte durch eine Initiative des Kirchenkreises Hamm zur jetzigen Autobahnkapelle umgenutzt werden.

Im Rahmen der Denkmalschutzauflagen wurden auch die Außenanlagen inklusive der alten Pflasterung vor dem Gebäude wieder hergestellt.

Autobahnkirche

Erste Überlegungen zur Nutzung des Tankstellengebäudes als Autobahnkirche stammen bereits aus dem Jahr 2005. Im Herbst 2007 gründete sich dazu der ökumenische Förderverein „Autobahnkapelle Hamm“, dessen alleiniger Zweck und Ziel zunächst die Planung und den Bau der Kapelle zu unterstützen war. Mittlerweile engagiert sich der Förderverein auch beim Betrieb und Unterhalt der Kapelle. Eine Finanzierung der Umbaukosten innerhalb des Gebäudes in Höhe von EUR 85.000 stand recht schnell, die endgültigen Kosten haben sich jedoch, auch wegen der aufwändigen Skulptur, auf rund EUR 120.000 summiert. Der Bund als Eigentümer hat über Straßen.NRW die erforderlichen Sicherungs- und Sanierungsarbeiten am Gebäude übernommen. Der evangelische Kirchenkreis übernimmt als Träger die laufenden Kosten. Außerdem versprach die Stadt Hamm, sich mit einem Drittel an den Umbaukosten zu beteiligen.

Im Gebäude befinden sich nun Betriebsräume der Autobahnmeisterei zur Steuerung von Autobahnanlagen und ein Kubus in Holzrahmenbauweise mit der eigentlichen Kapelle, quasi ein Raum im entkernten Raum. Es gibt einen schlichten Altar, ein Stehpult mit Fürbitten-Buch, einen Kerzenleuchter sowie Bänke. Alle diese Elemente wurden in der Schmiede der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede aus COR-TEN-Stahl hergestellt. Bewusst wird auf allzu christliche Symbole verzichtet, denn die Kapelle soll ein spiritueller Raum für jeden Menschen sein, der für einen kurzen Moment in der Ruhe des Raumes innehalten kann. So findet man für die Autobahnkapelle auch schon Bezeichnungen wie Tankstelle für die Seele oder Raum der Entschleunigung.

Im Vorraum liegen Bibeltexte in den unterschiedlichsten Sprachen aus und geöffnet ist die Kapelle über ein automatisches Schließsystem jeden Tag von 9.00 Uhr bis 21.00 Uhr.

Kunstwerk

Skulptur von Michael Düchting

Westlich der Autobahnkirche steht ein Kunstwerk des Künstlers Michel Düchting aus Soest. Auftraggeber der Skulptur mit dem Namen "Tor" war der Kirchenkreis Hamm. Es handelt sich dabei um eine sechs Meter hohe und rund 7,5 Tonnen schwere Plastik aus Stahlplatten mit einem schmalen Durchgang in der Mitte. Der Bildhauer beschreibt sein Kunstwerk als Metapher für die aktuelle Reise wie auch für das Unterwegs sein im Leben. In einer aufwändigen Kranaktion wurde das Kunstwerk am 14. November 2009 aufgestellt.

Baudenkmaleintrag

Der Denkmalschutz erstreckt sich auf die beiden Tankstellengebäude außen mit Dach ohne Zapfsäulenanlage. Es besteht ein öffentliches Interesse an der Erhaltung des Denkmals, da wissenschaftliche und volkskundliche Gründe vorliegen.
Wissenschaftliche Gründe, weil mit ihrer Bauform und Zeitstellung diese Tankstellenanlage ein wichtiges Dokument in der Entwicklungsgeschichte des Tankstellenbaus darstellt. Es handelt sich im Bereich Westfalen-Lippe um die letzte, komplett erhaltene unverbaute Doppelanlage aus den Jahren 1938-1947.
Volkskundliche Gründe, weil sich mit dieser Tankstellenanlage die zentrale Ausbildung von Tankstellenwärtern verbinden lässt. [1] [2]

Fotos

Westfälischer Anzeiger 13.03.2013
  • Zu diesem Artikel gibt es zusätzlich eine Fotoseite.

Presseberichte

Geografische Koordinaten

Koordinaten: 51° 37' 49.75" N, 7° 52' 14.35 " O

Literatur

  • Sandra Sander: Die Geschichte der Gemeinde Rhynern von 1843 bis 1967,
    in: 1000 Jahre Rhynern, Beiträge zur Dorfgeschichte / Heimatverein Rhynern 1991 e.V., Hamm 1999, Seite 141 bis 143
  • Christian Hoebel: Die Geschichte des Autobahnbaus im Deutschen Reich zwischen 1933 und 1945,
    in: Zeitschrift "Denkmalpflege in Westfalen-Lippe", Ardey-Verlag Münster, 17. Jahrgang Ausgabe 2/2011, ISSN 0947-8299, Seiten 57 bis 63

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vollständigen Text siehe Baudenkmal Im Zengerott 1
  2. Denkmalwertbegründung - zitiert nach Denkmalliste der Stadt Hamm, Inventar-No. 148

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