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Erlebensraum Lippeaue
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Als Erlebnisraum Lippeaue bezeichnet die Stadt Hamm ein derzeit in der Ausführung befindliches Naturschutz- und Tourismusprojekt in den Lippeauen nahe des Flugplatzes.
Anstelle des Baus des 2006 an einem Votum der Bürger gescheiterten Lippesees wird seit 2018 die Lippeaue renaturiert und in diesem Zuge der Hochwasserschutz verbessert. Für Touristen entstehen Wander- und Radwege, ein Aussichtsplateau und ein öffentlicher Auenpark mit Veranstaltungsflächen. Die Fertigstellung ist für 2022 avisiert.
Geschichte
Das Projekt umfasst etwa 195 Hektar zwischen der Fährstraße im Osten der Stadt und der Römerstraße im Westen; es reicht damit vom Bezirk Mitte in den Bezirk Bockum-Hövel. Mit der Schaffung des „Erlebnisraums“ werden u. a. eine Lipperenaturierung, die Verbesserung des Hochwasserschutzes sowie eine naturschonende Erschließung des Areals zur Freizeitnutzung verfolgt. Wesentliche Beteiligte am Projekt sind der Lippeverband und die Stadt Hamm.
Der symbolische erste Spatenstich erfolgte im Beisein von Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann am 18. Dezember 2018. Als erste Maßnahme wurde ein neuer Abwasserkanal von der Kläranlage Mattenbecke zur Münsterstraße verlegt, der u. a. den Abfluss aus einem Regenrückhaltebecken in die Lippe ermöglichen soll.[1]
Anschließend wurde der Verlauf der Lippe durch den Aushub einer neuen Schleife renaturiert. In den Armen des Flusslaufs entstanden dadurch Überflutungsflächen bzw. Feuchtwiesen. Zudem wurde ein neuer Deich errichtet. Mit dem Aushub der Renaturierungsarbeiten wurde ferner ein Plateau aufgeschüttet, das eine bessere Aussicht über die Auen gewährleisten soll.
Von 2021 bis 2022 sollen zudem ein Auenpark und neue Rad- und Wanderwege angelegt werden.
Projektumfang
Hochwasserschutz und Renaturierung
Durch den Einbau natürlich geformter Schleifen in der Lippe wurde deren Flusslauf in den Jahren 2018 und 2019 um 800 Meter verlängert und verlangsamt.[2] Im regenreichen Sommer des Jahres 2021 wurden die dadurch entstandenen Feuchtwiesen erstmals, wie geplant, geflutet.
Seit Juli 2020 wurde durch Versenkung von Spundwänden und Aufschüttung des Erdreichs ein neuer Lippedeich errichtet.[3][4] Auf dem Deich wurde ein Kronenweg angelegt, der ab der Überführung an der Münsterstraße bis zum Klärwerk verläuft. Zu diesem Zweck musste der alte Deichweg im Jahr 2020 längerfristig für den Verkehr gesperrt werden. Mit seiner sandfarbenen Asphaltdecke setzt der neue Weg nunmehr einen optischen Akzent in der Landschaft.[5]
Für die Beweidung der neu geschaffenen Wiesen werden seit Juli 2021 ganzjährig schottische Hochlandrinder eingesetzt.[6]
Aussichtsplateau
Mit dem Abraum der Renaturierungsarbeiten wurde zwischen Flugplatz und Lippedeich ein Aussichtsplateau errichtet. Es ist ca. 450m lang und 70m hoch und wurde 2021 vollendet. Das Plateau wird von einer geteerten Straße durchkreuzt, die Kanuten als Zubringer auf den Kanal dient. [7]
Auenpark
Im Auenpark, der von der Stadt Hamm gestaltet werden soll, wird es neben Veranstaltungsflächen für 400 Gäste auch eine temporäre Gastronomie sowie Sportangebote wie Bouldern und Disc Golf geben. Die Pläne hierzu wurden im September 2021 vorgestellt. [8] Der Park wird von der Münsterstraße aus erschlossen.
Archäologischer Aussichtspunkt Nienbrügge
Im Westen des Areals (nahe der Bahnbrücken bzw. an der Kornmersch) plant die Stadt einen Erdhügel aufzuschütten, von dem aus der Blick auf das Gelände der 1225 zerstörten Burg Nienbrügge ermöglicht werden soll.[9] Die Maßnahme wird mit einer Förderung von 156.000 € bezuschusst, die 2020 erteilt wurde.[10]