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Urkunde 1389 November 20

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Wappen der Grafen von der Mark

Graf Engelbert von der Mark schließt am 20. November 1389 Frieden mit der Stadt Dortmund. Als einer der anwesenden Verhandlungspartner für den Friedensschluss wird Lambert Hake genannt, der Burgmann auf der Burg Mark war.

Wortlaut

Die Urkunde ist in niederdeutscher Sprache verfasst und wird hier nach Rübel (Band II, S.215-218) zitiert: [1]

Wy Engelbrecht greve to der Marke bekennet openbarlichen in diesen breyve, dat wy vor uns, unse helpere und unser helperer helpere hebbet eyne soyne gegeven und synt gesoynt myt den borgermeisteren, dem raede und den gemeynen borgeren to Dorpmunde, myt eren helperen und erer helperer helperen in formen und wysen as hir na geschreven steit.

1. To dem eyrsten dat alle vanegene up beyden syden, dey nú ghevanegen synt eff in diesser veyde ghevanegen synt gewest, sunder underscheit myt eyner alder orveyde qwyt solen syn.

2. All unbetalt geld, al royff und al brand solen ock an beyden syden qwyt wesen und dar sal genslichen syn up vertegen.

3. Vart alle voreveyde solen wesen uythgescheiden und alle man sal weder belent wesen in syme rechte to blyvene.

4. Vart so wat eygener lude uyth unseme lande vartmer na diesseme dage in er stat to Dorpmunde komet, dey syn wes sey syn, und der lude herschap navolget, dar welt dey borgermeistere van Dorpmunde dey lude to verboden und dar to helpen, dat sich dey lude myt ereme herschape scheiden myt vrüntschapen, so vele as sey kunnen und moigen.

5. Vart wat gudes unse undersaten to Dorpmunde er diesser veyde in geloven in ghebracht hebbt, dar mogen sey dey ghene umme manen, dey sey dat hebt antwordet. Und hedde dey rad van Dorpmunde des wat gehaven, dat solen sey richten tusschen dit und sente Peters dage ad cathedram.

6. Vart were ok dat dey van Dorpmunde eff ere borgere wat in geloven hedden bracht in unse slotte er dieser veyde, dar mogen sey dey ghene umme manen, den sey dat antwordet hebbt. Und hedde wy eff unse amptlude des wat ghebort, dat sole wy und sey ock richten tusschen dit und sonte Peters dage ad cathedram.

7. Vart van der erfitale wegene, belegen by Velkoyen hus, dar wy, dey greve und dey rad van Dorpmunde uns eyner weere an vermetet, dar moige wy den greven und den rad van Dorpmnnde umme anspreken, wanner uns des noyt is. Des gelikes moigen uns dey greve und dey rad van Dorpmunde weder umme don.

8. Vart van der erfftale, dey belegen is up der Emscher by der Kortenmolen, des welle wy staden deme greven van Dorpmunde und twen uythe dem rade to Dorpmunde, dat sey dat moigen behalden, dat dat eer erve sy. Ock umme dat land, dat horen solde in den hoff to Lynne, des syn wy ghebleven by Johanne Weyten van dem Cleve und dey van Dorpmunde synt des gebleven by hern Johanne van Wickede, dat dey uns undereyn ander dar van solen scheiden.

9. Vart umme dey sehryft und breyve, dey dey van Dorpmunde over uns geschreven hebbet, des sole wy und sey mallich by unser vrunde twe blyven, dey dey sake verhoren und uns undereyn ander dar van myt vrüntschapen eder myt rechte scheiden.

10. Vartmer so sal Schoneweder und dey rad van Dorpmunde erer sake undereynander gande blyven by den soynebreyven und scheidebreyven myt unsen segele besigelt, dey) dey stat van Dorpmunde hebbt, und wat dey uythwyset, des solen Conrad Schoneweder und dey rad van Dorpmunde up beyde syden volgen, und dat sal mallich dem anderen don.

11. Vart so hebbet dey borgermeistere und rad van Dorpmunde geseget, dat sey des ghedichtes, dat ghedichtet is over uns und unse vründe, rades dades und aller wysschap unschuldich syn, unde vunde men wene, dey dat ghedan hedde, dem moige wy dar umme don tospreken.

12. Vartmer so en solen dey van Dorpmunde unse undersaten, dey een schuldich synt, nicht meynedich schelden umme ere schult eff sey en solen der nicht kaken und solen ok dar neynen perde schaden up don tusschen dit und sente Peters dage ad cathedram nest komende sunder argelyst.

13. Vartmer unse slotte Dorstvelde und Korneborgh dey hebbe wy gesat in hand der borgermeistere van Soest.

14. Vart Morryan, syne sone und all dey ghene, dey to dem Bosslare wont, und ere helpere, dey unse vyande synt, dey solen buten dieser soyne blyven.

15. Vart so sal Johan Wickede van der Vyrbeke umme dey sake. dey eme brake is to der partye, dey dar tohord, wonhachtich bynnen Dorpmunde, syner vründe twe maken, und dey partye vorg. solen ok erer vrunde twe maken, dey beseyn und verramen solen, eff sey sey icht kunnen scheiden. Kunnen sey des nicht don, efft dan er welich to dem anderen wat to seggene hedde, dar mach hey eme ume tospreken.

16. Vart is to wettene, dat alle ansprake, dey wy to den van Dorpmunde hebbet eder hebbt gehat byt up diessen dagh, solen aliuch qwyt wesen, uythgescheiden dey article und puntte, dey in diesseme soynebreyve geschreven stan.

17. Vart do her Diderich van Volmestene und andere unse vrunde nederlagen, wat den van Dorpmunde dar van bort, wan dey vanegene geschattet synt en del off all, dat sal qwyt wesen sunder argelist.

18. Vart so solen alle argeliste in diessen vorg. saken und puntten lutterlichen wesen uythgescheiden.

Und hir hebt over und ane ghewesen soyne lude und degedyneges lude her Wilhem Freseken, domprovest to Monstere, her Johan Schurman, provest to Soest, Heydenrich van Ore dey alde, Huge van der Horst, Lambert Hake, Wenemar Dukere, her Diderich van Meyninehusen, her Diderich van Lünen, borgermeistere, Herman van dem Loe, ratman to Soest, Conrad van Lyndenhorst, greve, her Albert Swarte, her Herman Cleppinch, her Johan van Wickede dey alde, her Dethmar Cleppinch und her Arnd Suderman, borgermeistere ald und nye to Dorpmunde. Datum anno domini millesimo trecentesimo octuagesimo nono, sabbato proximo post diem beate Elizabeth vidue, nostro sub sigillo in testimonium premissorum presentibus appenso.

Übersetzung

Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:

Wir, Engelbert, Graf von der Mark, bekennen öffentlich in diesem Brief, dass wir für uns, unsere Helfer und die Helfer unserer Helfer einen Friedensschluss vereinbart und uns versöhnt haben mit den Bürgermeistern, dem Rat und den gemeinen Bürgern zu Dortmund, mit ihren Helfern und den Helfern ihrer Helfer, in der Form und Weise, wie es hiernach geschrieben steht:

Zum Ersten, dass alle Gefangenen auf beiden Seiten, die jetzt gefangen sind oder in dieser Fehde gefangen gewesen sind, ohne Unterschied mit einer alten Urfehde frei sein sollen.

Alles unbezahlte Geld, aller Raub und aller Brandschatzung sollen ebenfalls auf beiden Seiten erlassen sein, und darauf soll gänzlich verzichtet sein.

Weiterhin sollen alle früheren Fehden ausgeschlossen sein, und jedermann soll wieder (mit seinen Lehen) belehnt werden, um in seinem Recht zu bleiben.

Weiterhin: Wenn irgendwelche Eigenbehörigen aus unserem Lande fortan nach diesem Tage in die Stadt Dortmund kommen – wer auch immer sie seien – und die Herrschaft dieser Leute ihnen nachfolgt, dann wollen die Bürgermeister von Dortmund diesen Leuten das verbieten und dazu beitragen, dass sich diese Leute von ihrer Herrschaft in Freundschaft trennen, so weit sie es können und vermögen.

Weiterhin: Was an Gut unsere Untertanen vor dieser Fehde den Dortmundern zur Verwahrung anvertraut haben, darum mögen sie diejenigen mahnen, denen sie es übergeben haben. Und wenn der Rat von Dortmund etwas davon einbehalten hat, so sollen sie das zwischen jetzt und dem nächsten St.-Peters-Tag (Cathedra Petri / 22. Februar) regeln.

Weiterhin: Wenn es so wäre, dass die Dortmunder oder ihre Bürger vor dieser Fehde etwas im Vertrauen auf unsere Schlösser gebracht hätten, so mögen sie diejenigen darum mahnen, denen sie es übergeben haben. Und wenn wir oder unsere Amtleute etwas davon genommen haben, so wollen wir und sie das ebenfalls zwischen jetzt und dem St.-Peters-Tag richten.

Weiterhin wegen des Erbguts, gelegen bei Velkoys Haus, worauf wir, der Graf, und der Rat von Dortmund uns beide einen Anspruch anmaßen: Deswegen dürfen wir den Grafen und den Rat von Dortmund ansprechen, wann immer uns dies nötig erscheint. Das Gleiche dürfen der Graf und der Rat von Dortmund wiederum uns gegenüber tun.

Weiterhin wegen des Erbguts, das an der Emscher bei der Kortenmolen gelegen ist: Dies wollen wir dem Grafen von Dortmund und zweien aus dem Rat zu Dortmund zugestehen, dass sie das behalten mögen, damit es ihr Erbe sei. Auch wegen des Landes, das zum Hof zu Lynne gehören sollte: Darin sind wir verblieben bei Johann Weyten von Kleve, und die von Dortmund sind verblieben bei Herrn Johann von Wickede, damit diese uns untereinander darüber den Streit schlichten.

Weiterhin wegen der Schriften und Briefe, welche die von Dortmund gegen uns geschrieben haben: Darin wollen wir und sie jeweils bei zwei unserer Freunde bleiben, welche die Sache verhören und uns untereinander darüber in Freundschaft oder nach Recht scheiden sollen.

Weiterhin soll Schoneweder und dem Rat von Dortmund ihre Sache untereinander so verbleiben, wie es die Sühnebriefe und Scheidebriefe ausweisen, die mit unserem Siegel besiegelt sind und welche die Stadt Dortmund besitzt. Und was diese ausweisen, dem sollen Conrad Schoneweder und der Rat von Dortmund auf beiden Seiten folgen, und das soll einer dem anderen tun.

Weiterhin haben die Bürgermeister und der Rat von Dortmund gesagt, dass sie an dem Spottgedicht , das über uns und unsere Freunde gedichtet wurde, an Rat, Tat und allem Wissen unschuldig sind. Und wenn man jemanden fände, der das getan hätte, den dürfen wir deswegen belangen.

Weiterhin sollen die Dortmunder unsere Untertanen, die ihnen etwas schulden, nicht wegen ihrer Schuld als meineidig beschimpfen oder sie deswegen bedrängen; auch sollen sie ihnen deswegen bis zum nächsten St.-Peters-Tag keinen Schaden an ihren Pferden zufügen, ohne Arglist.

Weiterhin: Unsere Schlösser Dorstfeld und Hörde (Korneborgh) haben wir in die Hand der Bürgermeister von Soest gegeben.

Weiterhin: Morryan, sein Sohn und alle jene, die zu Bodelschwingh (Bosslare) wohnen, sowie ihre Helfer, die unsere Feinde sind, sollen außerhalb dieser Sühne bleiben (vom Frieden ausgeschlossen sein).

Weiterhin soll Johann Wickede von der Vierbecke wegen der Sache, die ihm gegenüber der dort beteiligten Partei offensteht (die in Dortmund wohnhaft ist), zwei seiner Freunde benennen; und die besagte Gegenpartei soll ebenfalls zwei ihrer Freunde benennen, die prüfen und beraten sollen, ob sie sie irgendwie versöhnen können. Können sie das nicht tun, und wenn dann einer von ihnen dem anderen etwas vorzuwerfen hat, so mag er ihn darum belangen.

Weiterhin ist zu wissen, dass alle Ansprüche, die wir an die von Dortmund haben oder bis auf diesen Tag gehabt haben, völlig erlassen sein sollen, ausgenommen die Artikel und Punkte, die in diesem Sühnebrief geschrieben stehen.

Weiterhin: Als Herr Diedrich von Volmarstein und andere unserer Freunde Niederlagen erlitten, was den Dortmundern davon zusteht – wenn die Gefangenen ganz oder teilweise freigekauft sind –, das soll erlassen sein, ohne Arglist.

Weiterhin sollen alle Arglisten in diesen vorgenannten Sachen und Punkten gänzlich ausgeschlossen sein.

Zeugen und Beglaubigung Und hierüber und dabei sind als Sühneleute und Vermittler gewesen:

Herr Wilhelm Freseken, Dompropst zu Münster

Herr Johan Schurman, Propst zu Soest

Heidenreich von Oer der Ältere

Hugo von der Horst

Lambert Hake

Wenemar Dukere

Herr Diderich von Meyninehusen

Herr Diderich von Lünen, Bürgermeister

Herman van dem Loe, Ratsherr zu Soest

Conrad van Lyndenhorst, [Frei-]Graf

Herr Albert Swarte, Herr Herman Cleppinch, Herr Johan van Wickede der Ältere, Herr Dethmar Cleppinch und Herr Arnd Suderman, Bürgermeister alte und neue zu Dortmund.

Im Jahre des Herrn 1389, am nächsten Samstag nach dem Tage der seligen Witwe Elisabeth (Samstag, 20. November 1389), unter unserem Siegel, das zum Zeugnis des Vorangegangenen an diese (Urkunde) gehängt wurde.

Literatur

  • Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band II. Erste Hälfte. Dortmund 1890, S. 215-218

Siehe auch

  1. Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band II. Erste Hälfte. Dortmund 1890
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