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Urkunde 1378 November 4

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Godeke von Binkhof verkauft am 4. November 1378 vor dem Richter Johann von dem Berge zu Hamm an Dietrich von der Recke eine jährliche Geldrente aus seinem Gut zum Binkhof.

Wortlaut

Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst. Ihr Wortlaut wird nach Merx (S. 175-176) zitiert: [1]

Ich Godeke van den Byynchove, Peternelle min echte hus­vrowe, Johan, Lubberd, Kunne unde Peternelle unse echte kindere unde vartmer al unse rechten erven enkennet openbare in dussen breyve, dat wi hebt vorcoft rechtliken unde redeliken erfliken to bezittene Thiderike van der Reke unde synen rechten erven veyr marc geldes, as to Unna ofte to Camen genge unde geve is, ute unsen alingen gude ton Byynchove, alzo dat gelegen is mit al siner tobehoringe; unde hebt en dei gegeven ume eyne summen geldes, dei uns wol unde al betalt is. Ande wi unde unse rechten erven solen Thiderike vorgenomd unde sinen rechten erven dei vorgenomden veyr marc geldes geven ande betalen alle jar op sunte Mertynsdach in den wintere, er dan anders jenegerleye gulde ofte gued darut gehaven ofte geboerd werde; en dede wi des nicht oppe den vorscrevenen dach, so solde wi dei vorgenomden veyr marc geldes en dryspidel betalen. Vartmer si wi gekomen vor Johanne van den Berghe richter ton Hamme in der tyt unde hebt der veyr marc geldes utgegaen unde vor­tegen, alzo recht in. Al dusse vorgescrevenen rede hebbe ich Godeke vorgenomd vor mi unde vor al mine rechten erven loved unde sikerd, in guden truwen Thiderike vorgenomd unde sinen rechten erven stede unde vast to haldene sunder argelist; unde hebbe des to tughe der warheid min ingezegel an dussen breif gehangen. Unde ich Johan richter vorgenomd enkenne, dat Godeke, sin echte husvrowe, er kindere vorgenomd dusser vor­genomde veyr mark hebt vortegen, unde sind der alinch utgegaen vor dem hegeden gerichte, dar ich stat und stoel bezeten hadde unde ordel unde recht over gevunden unde gewist ward, alzo recht is. Dar over unde an waren richteslude gekorn an beident siden Conrad van der Reke, Goswin van Velmede, Gerd Copman unde guder lude genoch. Des to tughe so hebbe ich Johan richter vorgenomd min ingezegel mit Godeken vorgenomd an dussen breif gehangen. Datum anno domini M°CCC°LXXVIII° feria quinta ante festum Martini episcopi.

Übersetzung

Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:

Ich, Godeke von dem Byynchove, Peternelle, meine rechtmäßige Ehefrau, Johan, Lubberd, Kunne und Peternelle, unsere rechtmäßigen Kinder, und ferner all unsere rechtmäßigen Erben, bekennen öffentlich in diesem Brief:

Dass wir Thiderich von der Recke und seinen rechtmäßigen Erben rechtmäßig und redlich zum erblichem Besitz vier Mark Geldes verkauft haben – in der Währung, wie sie in Unna oder Kamen gang und gäbe ist. Diese Summe stammt aus unserem gesamten Gut zum Byynchove, so wie es mit all seinem Zubehör gelegen ist. Wir haben ihm diese für eine Summe Geldes gegeben, die uns vollständig und gut bezahlt wurde.

Wir und unsere rechtmäßigen Erben sollen dem vorgenannten Thiderich und seinen rechtmäßigen Erben die vorgenannten vier Mark Geldes jedes Jahr am Sankt-Martins-Tag im Winter geben und bezahlen, bevor irgendeine andere Abgabe oder Gut daraus entnommen oder erhoben wird. Würden wir dies am besagten Tag nicht tun, so sollten wir die vorgenannten vier Mark Geldes als Dreifaches bezahlen.

Ferner sind wir vor Johann von dem Berghe, dem derzeitigen Richter zu Hamm, erschienen und haben die vier Mark Geldes aufgegeben und darauf verzichtet, wie es Recht ist. All diese vorgenannten Worte habe ich, der vorgenannte Godeke, für mich und all meine rechtmäßigen Erben gelobt und zugesichert, in gutem Glauben dem vorgenannten Thiderich und seinen Erben stetig und fest zu halten ohne Arglist. Zum Zeugnis der Wahrheit habe ich mein Siegel an diesen Brief gehängt.

Und ich, der vorgenannte Richter Johan, erkenne an, dass Godeke, seine rechtmäßige Ehefrau und ihre vorgenannten Kinder auf diese vorgenannten vier Mark verzichtet haben und vollständig daraus hervorgegangen sind vor dem gehegten Gericht, wo ich statt und Stuhl besessen hatte und Urteil und Recht darüber gefunden und gewiesen wurde, wie es Recht ist.

Dabei waren als gewählte Rechtsleute von beiden Seiten Conrad von der Recke, Goswin von Velmede, Gerd Copman und genug andere gute Leute.

Zum Zeugnis dessen habe ich, der vorgenannte Richter Johan, mein Siegel zusammen mit dem vorgenannten Godeke an diesen Brief gehängt.

Datum: Im Jahre des Herrn 1378, am Donnerstag vor dem Fest des Bischofs Martin

Literatur

  • Otto Merx: Urkundenbuch des Clarissenklosters, späteren Damenstifts Clarenberg bei Hörde. Dortmund 1908

Anmerkungen

  1. Merx, Otto: Urkundenbuch des Clarissenklosters, späteren Damenstifts Clarenberg bei Hörde. Dortmund 1908.

Siehe auch

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