Urkunde 1085
Kaiser Heinrich IV. bekundet im Jahr 1085 [1], dass Swanhild, von Gottes Gnaden und mit kaiserlicher Zustimmung (concessione) Äbtissin des Stiftes Essen, ihn gebeten hat, die Schenkung zu bestätigen, die sie zu ihrem und ihrer Eltern Seelenheil aus ihren ererbten Gütern mit Zustimmung ihres Bruders Burghard und seiner Ehefrau Williberga dem Stift gemacht hat; Geisseren (Gesseron), Werrich (Vuedereke), Hückeswagen (Hukengesuuage), in Budenbonen die Hufe Meinhards, in Osterfeld (-uelde) das Gut Wiberts, in Birge das Gut Folmars, in Dasbeck (Thasbeke) das Gut Rotholfs und seiner (Ehefrau ?) Lucia. Ferner ihre Ministerialen Adelhard und Gisela mit ihren Kindern Adelheid, Hizaka, Regilind, Grimold, Rotholf, Gerhard. Der Kaiser nimmt diese Güter in seinen Schutz und bestätigt die Schenkung unter seinem Bann. - Siegelankündigung. - Dies ist geschehen auf einer Synode zu Mainz (Magontiensi) in Gegenwart von drei apostolischen Kardinallegaten, der Erzbischöfe Wezelin von Mainz, Sigewin von Köln, Liemar von Bremen (Bremense) und der Bischöfe Erpo von Münster (Monast.) und Konrad von Utrecht (Traiect.).
Wortlaut
Die Urkunde ist in lateinischer Sprache verfasst und lautet nach Niesert (S. 152-153) wie folgt:[2]
In nomine sanetę et indiuiduae trinitatis. ego Heinricus diuina fauente clementia imperator augustus. Notum esse iubemus omnium fidelium nostrorum uniuersitati. presentię scilicet et posteritati. qualiter Svanihildis dei gratia nostraque concessione asnidensis monasterii abbatissa nostrae dignitatis adiit clementiam. intimans celsitudini nostrę. qualiter ipsa sue consulens animae. pro se et parentum suorum eterna memoria. sancte dei genitrici Mariae. ad reliquias sanctorum Cosmae et Damiani. hace sua paternę hereditatis contulerit predia. consentiente quidem et annuente fratre suo Burghardo et coniuge sua domna Vuilliberga. ceterisque coheredibus suis. uidelicet Gesseron. Vuedereke. Hukengesuuage. Nec non et precaria sua in Budenbomen. I. mansum Meinhardi. In Osteruelde predium cuiusdam Vuiberti. et in Birge folmari predium. et in thasbeke predium Rotholfi et sue lucie. cum aliis quamplurimis precario iure adquisitis. Nec non et ministeriales suos ad easdem reliquias contradidit. Adelheidum et Gislam cum liberis suis. Adelheida. Hizaka. Regilinda et Grimoldum. Rotholfum. Gerhardum. Cuius sancte religionis uoto haec omnia in nostrae defensionis tuitionem suscipientes. ad supradictas reliquias haec eternaliter conseruanda. nostrae auctoritatis banno corroborauimus. et ut perenniter hec traditio stabilis perduret. hanc cartam inde conscribi. et sigilli nostri impressione iussimus insigniri. facta sunt hec in sancta magontiensi sinodo coram his testibus et banno suo hec confirmantibus. tribus scilicet sedis apostolicę nunciis cardinalibus. nec non et reuerendis archiepiscopis et episcopis. Vuezelino magontiense. Sigeuuino coloniense. Liemaro bremense. Erpone monasteriense. Conrado traiactense. ut quicumque hec infringere presumpserit. ante oculos dei anathema sit. Signum domni Heinrici imperatoris inuictissimi.
Übersetzung
Die deutsche Übersetzung der Urkunde lautet:
Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit. Ich, Heinrich, von Gottes gnädiger Huld Kaiser Augustus, befehlen, allen Gläubigen, unserer gegenwärtigen und zukünftigen Nachwelt, kundzutun:
Wie Svanihildis, von Gottes Gnaden und unserer Verleihung Äbtissin des Klosters Asnide, an unsere erhabene Gnade herantrat und unserer Hoheit mitteilte, wie sie, auf das Heil ihrer Seele bedacht, für sich und zum ewigen Gedächtnis ihrer Eltern, der heiligen Gottesmutter Maria, zu den Reliquien der Heiligen Cosmas und Damian, diese ihre väterlichen Erbgüter übertragen hat. Dies geschah mit Zustimmung und Einverständnis ihres Bruders Burghard und seiner Gemahlin, der Herrin Vuilliberga, sowie der übrigen Miterben, nämlich Gesseron, Vuedereke, Hukengesuuage.
Ebenso übergab sie auch ihre Prekarien in Budenbomen, einen Hof des Meinhard; in Osterfelde den Besitz eines gewissen Wuibert; und in Birge den Besitz Folmars; und in Thasbeke den Besitz Rotholfs und seiner Lucie, zusammen mit vielen anderen durch Prekarierecht erworbenen Besitzungen.
Desgleichen übergab sie auch ihre Ministerialen zu denselben Reliquien: Adelheid und Gisla mit ihren Kindern Adelheida, Hizaka, Regilinda und Grimold, Rotholf, Gerhard.
Dieses Gelübde der heiligen Religion nehmen wir an, alles dies in den Schutz unserer Verteidigung nehmend, um es für ewig den genannten Reliquien zu bewahren. Wir haben dies durch den Bann unserer Autorität bekräftigt, und damit diese Tradition dauerhaft stabil bleibe, haben wir befohlen, diese Urkunde darüber niederschreiben und mit dem Abdruck unseres Siegels auszeichnen zu lassen.
Dies geschah in der heiligen Mainzer Synode vor diesen Zeugen, die dies mit ihrem Bann bestätigten: nämlich drei Gesandten des apostolischen Stuhles, Kardinälen, und auch den ehrwürdigen Erzbischöfen und Bischöfen: Wecelinus von Mainz, Sigewin von Köln, Liemar von Bremen, Erpo von Münster, Konrad von Utrecht.
Wer immer dies zu verletzen wagt, soll vor den Augen Gottes im Kirchenbann sein.
Zeichen des Herrn Heinrich, des unbesiegten Kaisers.
Standort
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland [3]
Literatur
- Joseph Niesert: Münsterische Urkundensammlung. 2. Band. Coesfeld, Münster 1827