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St. Antonius

Aus HammWiki

Die katholische Pfarrkirche St. Antonius liegt - landschaftlich durchaus reizvoll - in der Bauerschaft Geithe im Stadtbezirk Uentrop. Die Kirchengemeinde St. Antonius gehört seit Juni 2010 zum Pastoralverbund Hamm-Mitte-Osten.

Im Zeitraum Juni bis Ende des Jahres 2014 wurde der Innenraum von St. Antonius einer umfangreichen Sanierung unterzogen.[1]

Geschichte

Ehemals befand sich im der Geithe eine Kapelle aus Fachwerk, die im Jahre 1785 errichtet wurde. Sie bestand aus einem ca. 11 m langem flachgedeckten Schiff, sowie einem dreiseitigen Chor. Der hölzerne Dachreiter über dem Hauptportal war mit zwei kleinen Glocken bestückt.

Der Grundstein für den noch heute bestehenden neogotischen Ziegelbau nach den Plänen von Kreisbauinspektor Reimann vom Staatshochbauamt in Soest wurde am 5. Juli 1896 gelegt. Bereits am 12. September 1897 konnte der Bau dem hl. Antonius von Padua geweiht werden. Ein Teil der Ausstattung der bestehenden Kirche stammt wahrscheinlich aus dem 1808 aufgelösten Kloster Kentrop in Hamm.

Unmittelbar an der Kirche führt die Römerroute entlang, wobei die im Schatten der Kirche gelegene Gastwirtschaft Schulte-Geithe mit kleinem gemütlichen Biergarten nicht nur Radtouristen zum Verweilen einlädt.

Baudenkmaleintrag

Die katholische Pfarrkirche St. Antonius von Padua ist ein vierjochiger, neugotischer Backsteinsaalbau mit eingezogenem polygonalem Chor und eingezogenem Strebewerk. Der Westturm mit vierseitigem Helm besitzt einen Laternenaufsatz mit originaler Verglasung.

Die Kirche ist ein typisches Beispiel einer Dorfkirche kurz vor der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert und bedeutend für die Geschichte des Ortes. Zudem kommt ihr Bedeutung als landschaftlicher Akzent zu. Sie ist daher aus ortsgeschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen ein Denkmal. [2]

Orgel

Zur Orgel schreibt die Kirchenmusikerin und Organistin Kathrin Borda anlässlich der Orgelmesse nach der abgeschlossenen Reinigung und Revision durch die Orgelbauwerkstatt Sauer & Heinemann am 24. Oktober 2026 folgendes: [3]

Die Orgel in St. Antonius wurde 1900 durch die Orgelbauwerkstatt Franz Eggert aus Paderborn als rein pneumatisches Kegelladeninstrument errichtet. Das Instrument verfügte im Originalzustand über 12 Register, die sich auf zwei Manuale und Pedal verteilten und kann in ihrer originalen Disposition als typische Vertreterin einer symphonischen Dorforgel angesehen werden, welche von zahlreichen Orgelbauern dieser Epoche nahezu baugleich realisiert wurden.

In den 1980er Jahren erfolgte durch die Werkstatt Fleiter/Münster ein größerer Eingriff in das Instrument, der die Disposition um drei Register erweiterte und in Teilen dem klanglichen Zeitgeist anpasste, sowie die pneumatische in eine mechanische Spieltraktur umwandelte. 2026 erfolgten umfangreiche Reinigungs- und Revisionsmaßnahmen mit einer Teilrekonstruktion im Bereich der Disposition durch die Orgelbauwerkstatt Sauer&Heinemann/Höxter.


Disposition der Eggert-Orgel nach der Revision 2026 durch die Orgelbauwerkstatt Sauer & Heinemann/Höxter

Intonation: Burhard Klimke

Hauptwerk, I. Manual

Prinzipal 8', Hohlflöte 8', Gambe 8' (2026), Oktave 4', Progessio 2', Oboe 8' (ca. 1980)

Positiv, II. Manual

Gedackt 8', Salicional 8', Flöte 4', Waldflöte 2' (ca. 1980)

Pedal

Subbass 16', Prinzipalbass 8, Gedacktbass 8', Choralbass 4' (ca. 1980)

Zur Renovierung der Orgel im jahr 2026 siehe auch Orgelbauwerkstatt Sauer & Heinemann

Bibliothek

Der Dachboden des Pfarrhauses von St. Antonius hat lange Zeit einen ungehobenen Schatz beherbergt. Die Bibliothek der Pfarrei umfasste bei ihrer Entdeckung 225 Titel in 180 Bänden. Ein Teil der Bibliothek stammt aus dem früheren Franziskanerkloster in Hamm, darunter das wohl älteste Buch in Hamm, eine Bibel aus dem Jahr 1506. Zehn weitere Bände aus der Bibliothek stammen ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert.

Die Sammlung wurde Anfang des 21. Jahrhunderts entdeckt und zur Restaurierung, Systematisierung und Katalogisierung in die Universitäts - und Landesbibliothek Münster verbracht. Seit 2014 befindet sich die Sammlung in der Stadtbücherei.[4]

Bildergalerie

Presseartikel

Literatur

  • Ein Blick ins alte Hamm: Die Antonius-Kapelle in Geithe, in: Unser Westfalen 2006, S. 36 (mit Abb.).
  • Dr. Friedrich Wilhelm Jerrentrup: Uentrop: Evangelische Pfarrkirche und Katholische Pfarrkirche St. Antonius in Geithe,
    in: Jerrentrup, Peter, Feußner; Alte Kirchen in Hamm, Hamm 1999, Seite 64 bis 71
  • Friedrich Wilhelm Jerrentrup: Katholische Pfarrkirche St. Antonius,
    in: Beaugrand, Jerrentrup, Nowoczin, von Scheven, Peter, Feußner, Kirchen der Neuzeit in Hamm, Hamm 2002, Seite 180 bis 185
  • Georg Dehio, unter wissenschaftlicher Leitung von Ursula Quednau: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler - Nordrhein-Westfalen II Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, Seite 395

Geografische Koordinaten

Koordinaten: 51° 40' 45.32" N, 7° 54' 59.81" O

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Torsten Haarmann: Auffrischung für St. Antonius in: wa.de vom 24. Juni 2014
  2. ↑ Denkmalwertbegründung - zitiert nach Denkmalliste der Stadt Hamm, Bestandsverzeichnis lfd. Nummer 15
  3. ↑ Kathrin Borda: Orgelmesse. Anässlich der abgeschlossenen Reinigung und Revision der Eggert-Orgel aus dem Jahr 1900 durch die Orgelbauwerkstatt Sauer & Heinemann. Programmblatt vom 24.10.2026
  4. ↑ vgl. Georg Sander: Hamms ältestes Buch. Bibel von 1506 gehört zum Konvolut der St.-Antonius-Bibliothek in der Stadtbücherei. Westfälischer Anzeiger vom 19. April 2014
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