Aufschwörungstafeln: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:W AT 02030 r - Aufschwörungstafel Engelbert von Beverförde 1623.jpg|thumb|left|Proband: '''Engelbert von Beverförde''', Eltern: Johann Christoph von Beverförde und Kiliana von Brabeck]]
[[Datei:W AT 02030 r - Aufschwörungstafel Engelbert von Beverförde 1623.jpg|thumb|left|Proband: '''Engelbert von Beverförde''', Eltern: Johann Christoph von Beverförde und Kiliana von Brabeck]]
[[Datei:W AT 00643 r 01- Bernhard Engelbert Christian von Beverförde 1698-1699.jpg|thumb|right|Proband: '''Bernhard Engelbert Christian von Beverförde'''; Vater: Johann Friedrich von Beverförde, Mutter: Maria Ida von Plettenberg]]  
[[Datei:W AT 00643 r 01- Bernhard Engelbert Christian von Beverförde 1698-1699.jpg|thumb|right|Proband: '''Bernhard Engelbert Christian von Beverförde'''; Vater: Johann Friedrich von Beverförde, Mutter: Maria Ida von Plettenberg]]  
[[Datei:Elverfeldt gen. von Beverförde, Friedrich Clemens Johann Nepomuk Karl Maria von -- Vater - Elverfeldt, Karl Friedrich von -- Mutter - Vittinghoff gen. Schell, Franziska Christina von.jpg|thumb|left|Aufschwörungstafel des '''Friedrich Clemens Johann Nepomuk Karl Maria von Elverfeldt gen. von Beverförde zu Werries''', 1787]]


Die Aufschwörungstafel des [[Engelbert von Beverförde]] aus dem Jahr 1623 diente ihm zur Aufnahme in das Domkapitel von Münster.
Die Aufschwörungstafel des [[Engelbert von Beverförde]] aus dem Jahr 1623 diente ihm zur Aufnahme in das Domkapitel von Münster.
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Noch aufschlussreicher ist die Aufschwörungstafel seines Bruders Ferdinand - siehe [[:Datei:W AT 00642-1 r 01 - Ferdinand von Beverförde-1688.jpg|Aufschwörungstafel des Ferdinand von Beverförde]] -, die bis auf die Namen der Eltern und Großeltern der bereits oben erwähnten Kiliane von Brabeck sämtliche Vorfahren namensmäßig aufführt; und dies, obwohl diese Tafel etwa 10 Jahre älter war als die von Bernhard Engelbert Christian und bei der Erstellung seines Dokuments sicherlich vorlag.
Noch aufschlussreicher ist die Aufschwörungstafel seines Bruders Ferdinand - siehe [[:Datei:W AT 00642-1 r 01 - Ferdinand von Beverförde-1688.jpg|Aufschwörungstafel des Ferdinand von Beverförde]] -, die bis auf die Namen der Eltern und Großeltern der bereits oben erwähnten Kiliane von Brabeck sämtliche Vorfahren namensmäßig aufführt; und dies, obwohl diese Tafel etwa 10 Jahre älter war als die von Bernhard Engelbert Christian und bei der Erstellung seines Dokuments sicherlich vorlag.
[[Datei:Elverfeldt gen. von Beverförde, Friedrich Clemens Johann Nepomuk Karl Maria von -- Vater - Elverfeldt, Karl Friedrich von -- Mutter - Vittinghoff gen. Schell, Franziska Christina von.jpg|thumb|left|Aufschwörungstafel des '''Friedrich Clemens Johann Nepomuk Karl Maria von Elverfeldt gen. von Beverförde zu Werries''', 1787]]


Aus der nächsten Generation ist die Aufschwörungstafel von [[Friedrich Christian von Beverförde|Friedrich Christian Heidenreich Theodor von Beverförde]] überliefert. Sie enthält ebenfalls sämtlich Namen der Vorfahren mit Ausnahme derer von Kiliana von Brabeck. Die Aufschwörungstafel - siehe [[:Datei:W AT 01462 r 01 - Friedrich Christian von Beverförde - 1722.jpg|Aufschwörungstafel des Friedrich Christian von Beverförde]] - ist im Jahr 1722 angelegt worden.
Aus der nächsten Generation ist die Aufschwörungstafel von [[Friedrich Christian von Beverförde|Friedrich Christian Heidenreich Theodor von Beverförde]] überliefert. Sie enthält ebenfalls sämtlich Namen der Vorfahren mit Ausnahme derer von Kiliana von Brabeck. Die Aufschwörungstafel - siehe [[:Datei:W AT 01462 r 01 - Friedrich Christian von Beverförde - 1722.jpg|Aufschwörungstafel des Friedrich Christian von Beverförde]] - ist im Jahr 1722 angelegt worden.
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Die Familie von Boeselager erwirbt im 18. Jahrhundert das Haus Heessen und ist bis heute Eigentümerin der Anlage. Der in der Aufschwörungstafel genannte Vater des Probanden, Friedrich Joseph von Boeselager ist der erste Besitzer des Anwesens. Allerdings bestand schon eine verwandtschaftliche Beziehung zum Haus Heessen über dessen Großmutter väterlicherseits, wie die Abbildung ausweist. Aus der Ahnenfolge wird ersichtlich, dass die Familie von Boeselager ihren Stammsitz auf Haus Nehlen hatte. Dieser Rittersitz, der von der Familie Boeselager im 17. Jahrhundert im Stil der Lipperenaissance von einer Wasserburg in ein Schloss umgebaut wurde, befindet sich im Stadtteil Berwicke der Gemeinde Welver und liegt an der Landstraße zwischen Hamm und Soest.  
Die Familie von Boeselager erwirbt im 18. Jahrhundert das Haus Heessen und ist bis heute Eigentümerin der Anlage. Der in der Aufschwörungstafel genannte Vater des Probanden, Friedrich Joseph von Boeselager ist der erste Besitzer des Anwesens. Allerdings bestand schon eine verwandtschaftliche Beziehung zum Haus Heessen über dessen Großmutter väterlicherseits, wie die Abbildung ausweist. Aus der Ahnenfolge wird ersichtlich, dass die Familie von Boeselager ihren Stammsitz auf Haus Nehlen hatte. Dieser Rittersitz, der von der Familie Boeselager im 17. Jahrhundert im Stil der Lipperenaissance von einer Wasserburg in ein Schloss umgebaut wurde, befindet sich im Stadtteil Berwicke der Gemeinde Welver und liegt an der Landstraße zwischen Hamm und Soest.  


Tatsächlich reicht die Geschichte der Familie von Boeselager weit über die in der hier abgebildeten Aufschwörungstafel hinaus. Bereits im 14. Jahrhundert war die Familie im Hochstift Magdeburg ansässig und lässt sich ab der Mitte des 15. Jahrhunderts in direkter Stammfolge belegen. <ref> vgl. [[https://de.wikipedia.org/wiki/Boeselager Artikel "Boeselager" bei Wikipedia] </ref>
Tatsächlich reicht die Geschichte der Familie von Boeselager weit über die in der hier abgebildeten Aufschwörungstafel hinaus. Bereits im 14. Jahrhundert war die Familie im Hochstift Magdeburg ansässig und lässt sich ab der Mitte des 15. Jahrhunderts in direkter Stammfolge belegen. <ref> vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Boeselager Artikel "Boeselager" bei Wikipedia] </ref>


=== von Galen zu Ermelinghof ===
=== von Galen zu Ermelinghof ===
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Für die Familie von der Recke auf [[Haus Heidemühle]] sind uns zwei Aufschwörungstafeln von Frauen überliefert, die aus zwei aufeinanderfolgenden Generationen stammen. Die Tafeln zeigen grob die Geschichte der Familie, die wesentlich aus den Häusern Recke zu Horst und Recke zu Uentrop abstammen und auf Haus Heidemühlen sesshaft wurden. Die linke Tafel zeigt die Ahnentafel der Charlotta Albertina von der Recke zu Heidemühlen, deren Vater Johann Matthias Friederich von der Recke zu Heidemühlen und deren Mutter Charlotta Albertina von Plettenberg war. Die rechte Seite zeigt dazu die Aufschwörungstafel ihrer Nichte Josina Wilhelmina Elisabeth von der Reck zu Heidemühle mit deren Eltern Diederich Henrich Conrad von der Recke zu Heidemühlen und Dorothea Sybilla von Dincklage. Dieser Adelsnachweis diente der Inhaberin im Jahr 1774 zum Eintritt in das Stift Clarenberg in Hörde.
Für die Familie von der Recke auf [[Haus Heidemühle]] sind uns zwei Aufschwörungstafeln von Frauen überliefert, die aus zwei aufeinanderfolgenden Generationen stammen. Die Tafeln zeigen grob die Geschichte der Familie, die wesentlich aus den Häusern Recke zu Horst und Recke zu Uentrop abstammen und auf Haus Heidemühlen sesshaft wurden. Die linke Tafel zeigt die Ahnentafel der Charlotta Albertina von der Recke zu Heidemühlen, deren Vater Johann Matthias Friederich von der Recke zu Heidemühlen und deren Mutter Charlotta Albertina von Plettenberg war. Die rechte Seite zeigt dazu die Aufschwörungstafel ihrer Nichte Josina Wilhelmina Elisabeth von der Reck zu Heidemühle mit deren Eltern Diederich Henrich Conrad von der Recke zu Heidemühlen und Dorothea Sybilla von Dincklage. Dieser Adelsnachweis diente der Inhaberin im Jahr 1774 zum Eintritt in das Stift Clarenberg in Hörde.
=== Familie von Torck in Nordherringen ===
Die Familie von Torck war u.a. auf dem Haus Nordherringen ansässig. Dort konnte sich die Familie, die ursprünglich in Edinghausen im Kirchspiel Flierich ihren Sitz hatte, über mehrere Generationen halten.
[[Datei:Torck, Rosina Berta Juliana von, Vater - Torck, Dietrich Adam von, Mutter - Schwansbell, Elisabeth Sophia Amalie (Homelie) von.jpg|thumb|left|Aufschwörungsttafel für '''Rosina Berta Juliana von Torck''', nach 1692]]
[[Datei:Friedrich Ludolph von Torck, Vater - Dietrich Adolph von Torck, Mutter - Josina Elisabeth von Freitag (Fridag).jpg|thumb|right|Aufschwörungsttafel für '''Friedrich Ludolph von Torck''', 1762]]
[[Datei:Johann Dietrich von Torck, Vater - Dietrich Adolph von Torck, Mutter - Elisabeth Charlotta von Freitag (Fridag).jpg|thumb|right|Aufschwörungsttafel für '''Friedrich Ludolph von Torck''', 1725]]
Von der Familie von Torck werden drei Abbildungen vorgelegt. Sie entsprechen drei aufeinander folgenden Generationen. Auf der linken Seite ist die älteste Generation zu erkennen, die mit Göddert von Torck seinen ältesten Vorfahren in der männlichen Linie aufweist. Die beiden Tafeln auf der rechten Seiten zeigen Aufschwörungstafeln der nachfolgenden beiden Generationen, die ältere oben. Die erstgenannte endet mit Jaspar von Torck in der väterlichen Linie. Er war mit Adelheid von Ovelacker verheiratet. Aus deren Ehe entstammte Caspar von Torck, der als ältester Vertreter der männlichen Linie mit Sibilla Margreta von Kall verheiratet war. Alle drei genannten Vertreter der Familie von Torck waren im Besitz von Haus Nordherringen. Diese Linie der Besitzer lässt sich durch die Tafeln mit Dietrich Adolf (verheiratet mit von Amalie Schwansbell), seinem gleichnamigen Sohn (verheiratet mit Elisabeth Charlotta von Fridag) vervollständigen.
Der oben genannte Göddert von Torck war der erste Besitzer von haus Nordheringen in der Familie von Torck. Er hatte das Haus im Jahr 1495 von der Familie Smeling erworben. Ludolph von Torck, dessen Aufschwörungstafel aus dem Jahr 1762 abgebildet ist, war der letzte Besitzer des Hauses Nordherringen. Das Haus mit allen dazugehörigen Kotten und Höfen wurde 1787 versteigert  und ging zum Teil in bürgerliche Familien über.


== Anmerkungen ==
== Anmerkungen ==
<references/>
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[[Kategorie:Geschichte]]