Urkunde 1521 Februar 18

Sechs mit Lambert von Oer befreundete Personen schreiben am 18. Februar 1521 an den Herzog von Kleve und bitten ihn, im Streit mit Goddert von Harmen diesen zurecht zu weisen.
Wortlaut
Die Urkunde ist in niederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Offenburg (S. 176) auszugsweise zitiert: [1]
Als Lambert zich to dem dage gestalt mit sinen frunden, hefft zich Gordt Harmen laten lusten in zodaner angesatten und in gegangen dagen Lamberten up sinen kerckwege unentsachter vehede, unverwarth (so wi bericht) vorgeholden, averweldiget, sins perdes berovet, geslagen und gewundet tho einer loeffte eine gevencknisse gedrungen, in welchen lofften gedachte Gordt Lambert nicht tho ge lovet tho halden, als einen Rittermetigen man, und em ein gevencklich sloeth, einen uncristlichen halsbandt umme gesloten, und en geholden als einen gebuer eder andern mysdeder, want de halsbandt inwendich mit vell scharpen tacken und scharpen vlomen also gestalt, dat men billich geynen cristenmenschen umme sluten solde, uth welchen gevenckligen slotte und halsbande Godt und de hilligen und frunde raith Lambert geholpen heben und sin liff und levendt gereddet. … daß er Lambert des vermetten gefenknisses und unglimpliken scheldens verlate.
Übersetzung
Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:
Als Lambert sich zu dem [vereinbarten] Tage mit seinen Freunden eingefunden hatte, hat sich Goddert Harmen herausgenommen, an ebendiesem festgesetzten und in den vergangenen Tagen Lambert auf seinem Kirchwege in unangekündigter Fehde, unerwartet (so wie wir Bericht erhalten haben), aufzulauern, ihn zu überwältigen, seines Pferdes zu berauben, ihn zu schlagen und zu verwunden.
[Er hat ihn] zum Gefängnis gedrängt, in welcher Gefangenschaft besagter Goddert Lambert nicht zu behandeln gedachte, wie es einem rittermäßigen (adligen) Mann zusteht. Und er hat ihm ein Gefängnisschloss, ein unchristliches Halsband, umgelegt und ihn gehalten wie einen Bauern oder einen anderen Missetäter; denn das Halsband war inwendig mit vielen scharfen Zacken und scharfen Spitzen so gestaltet, dass man billigerweise keinem Christenmenschen ein solches umlegen sollte. Aus welchem Halsband Gott und die Heiligen und der Freunde Rat Lambert geholfen und sein Leib und Leben gerettet haben.
…dass er Lambert von der vermessenen Gefangenschaft und dem schmähenden Lästern erlöse
Literatur
- Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193
- Werland, Peter: Der Ritter mit dem eisernen Halsband. In: Westfälischer Heimatkalender 1951. Münsterland. Münster 1950. S. 140-142
Anmerkungen
- ↑ Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193