Urkunde 1388 Januar 6

Graf Engelbert von der Mark belehnt am 6. Januar 1388 den Herbord von Mallinchrode mit dem Burglehen zu Volmarstein.
Wortlaut
Die Urkunde ist in niederdeutscher Spache verfasst und wird hier nach Mallinckrodt (Band 1, S. 25-26) zitiert:[1]
Wy Engelbert, greve van der Marck, bekennen apen bair vor uns, unse erven ind nakomelingen, dat wy Herborde von Mallinchrode und synen rechten erven, die unse borchmanne waren tho Wettere ind dairtoe borchlene hadden dat alde Mallinchrot mit all seiner toebehoerige, gegeven hebben und beleenet und sie gemaket hebben unse erfborchmanne toe Volmestene, oir borchleen dair toe besitten, ind si soilen behalden dat alde Mallinchrot voirschreven alinch mit all sinen toebehoeringen, und in verbeteringe oirs borchleens so geven wy oen dat haus toe Volmestene gelegen, dat wanneer selige Herbort Moylich dede tymmern, mit eine garden daertoe gehoerich, und hebn dat gedain mit willen der rechten erven seligen Herbertz vurschreven. Voirtmeer so wyten wy oen und geven jairlix to heven uith unsen vryen guide ind bede toe Alberinchuisen, mit namen in Belena) der Wedwen guede to meye een mark und toe herveste twe mark, ind uith Hennekens guide toe Alberinchuisen twelf penninge sodanes geldes, als men in dem ambte von Wetter die bede mede betalt. Vortmeer so hebben wy oen gegeven in der Wenegerer marke ind in der Hulsberger marke in oer itlich sess sweine, des jairs in eckeren ind in boick toe dryven, und in denselven marken vuerboeten und tymmerholt ind vort all oir noitturft. Vortmehr so hebben wy oen gegeven einen garden gelegen an den berge boven dem Veihuissdyke ind eine wische, geheiten die Kalverkamp, und den Veihuissdyck, een haus darin toe tymmeren, behalten uns und unse erven dat water. Oick hebben wy oen gegeven die weyde up den Wellen, sover als die onse ist, ind einen kleinen wischplass gelegen an den Wellen. Oick so wise wy oen und geven sess koigeweide in unsen kampe an der alden Rure. Up dat alle dise puncte stede und vast sint und toe ewigen dagen woll gehalden werden, so hebben wir dess mehren secherheit unse ingesiegell vor uns, unse rechten erven ind nakommelingen, greven toe der Marcke, an diesen brieff doin hangen. Datum a. d. millesimo trecentesimo octuagesimo octavo ipso die epiphanie domini. Vidimus in Urkunde 1413 Juli 22.
Übersetzung
Übersetzt ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:
Wir, Engelbert, Graf von der Mark, bekennen für uns, unseren Erben und Nachkommen, dass wir Herbort von Mallinckrodt und seinen rechtmäßigen Erben, die unsere Burgmänner zu Wetter waren und dazu als Burglehn das alte Mallinckrodt mit all seinem Zubehör hatten, gegeben und verliehen haben.
Wir haben sie zu unseren Erbburgmännern zu Volmarstein gemacht, damit sie dort ihr Burglehn besitzen. Sie sollen das besagte alte Mallinckrodt vollständig mit all seinem Zubehör behalten. Zur Aufbesserung ihres Burglehns geben wir ihnen das Haus zu Volmarstein, welches der selige Herbort Moylich einst bauen ließ, mitsamt einem dazugehörigen Garten. Dies haben wir mit dem Willen der rechtmäßigen Erben des besagten seligen Herbort getan.
Weiterhin weisen wir ihnen zu und geben ihnen jährlich zu erheben aus unserem freien Gut und der Steuer zu Alberinghausen, namentlich in Belena (aus dem Gut der Witwe), im Mai eine Mark und im Herbst zwei Mark; sowie aus Hennekens Gut zu Alberinghausen zwölf Pfennig desjenigen Geldes, mit dem man im Amt Wetter die Bede bezahlt.
Weiterhin haben wir ihnen in der Weniger Mark und in der Hulsberger Mark das Recht gegeben, jährlich jeweils sechs Schweine in die Eichelmast und die Bucheckern zu treiben. Zudem erhalten sie in denselben Marken Brennholz und Bauholz sowie überhaupt alles für ihren Bedarf.
Grundstücke und Gewässer: Weiterhin haben wir ihnen einen Garten gegeben, gelegen an dem Berge oberhalb des Viehhausteiches, sowie eine Wiese namens Kalverkamp und den Viehhausteich selbst, um ein Haus darin zu bauen – wobei wir uns und unseren Erben die Wasserrechte vorbehalten. Auch haben wir ihnen die Weide auf den Wellen gegeben, soweit sie uns gehört, und einen kleinen Wiesenplatz, gelegen an den Wellen. Ebenso weisen wir ihnen zu und geben ihnen sechs Kuhweiden in unserem Kamp an der alten Ruhr.
Damit all diese Punkte stetig und fest sind und bis in ewige Tage wohl eingehalten werden, haben wir zu größerer Sicherheit unser Siegel für uns, unsere rechtmäßigen Erben und Nachkommen, Grafen zu der Mark, an diesen Brief hängen lassen.
Im Jahre des Herrn 1388, am Tag der Erscheinung des Herrn selbst.
Literatur
- Krumbholtz, Robert: Urkundenbuch der Familien von Volmerstein und von der Recke bis zum Jahre 1437. Münster 1917. Seite 205
- Mallinckrodt, Gustav von: Urkundenbuch der Familie von Mallinckrodt. Band 1: 1250-1580. Bonn 1911
Siehe auch
Anmerkungen
- ↑ Mallinckrodt, Gustav von: Urkundenbuch der Familie von Mallinckrodt. Band 1: 1250-1580. Bonn 1911