Zum Inhalt springen

Urkunde 1383 April 29

Aus HammWiki
Siegel der Stadt Hamm im 14. Jahrhundert

Ein Schreiben der Stadt Hamm betreffend den Nachlaß Beles, Ehefrau Gerwins under der Loven, datiert auf den 29. April 1383. In dem Schreiben werden Greite Bodekers als Einwohnerin von Hamm und Hynse, den Umbekuommerden, als Bürger von Hamm genannt.

Regest

Dösseler fasst den Inhalt des Schreibens wie folgt zusammen: [1]

Greite Bodekers, wohnhaft zu Hamm, als nächste Erbin ihrer zu Soest verst. Schwester Bele, Ehefrau des Gherwyns under der Lovoen. Zur Einziehung des Nachlasses bevollmächtigte die Erbin Hynse, den Umbekuommerden, B. zu Hamm. Zuversichtserklärung (gheloven) und Zusicherung der Schadloshaltung betreffend weitere etwaige Erbansprüche und der Gegenseitigkeit in Nachlaßangelegenheiten durch den Rammer Rat.

Urkundentext

Dösseler gibt den Urkundentext wie folgt wieder: [2]

Den ersamen bescheidenen mannen und heren burghermeisteren und raetluden tho Soest, unsen guden vrunden, scruve wij burghermeistere und raetlude thom Hamme unsen bereiden deynst tho erer beheghelicheit. Juwe bescheidenhet begher wij to wetene, dat Greite Bodekers, dey by uns wont, hevet uns laten vorstan, wo dat by ju sij gestorven Bele; Gherwyns under der Loven echte vrowe, und dey was Greyten eghte und rechte suster; und dat erve, dat zelghe Bele hevet aghterghelaten, dar sy Greite tho dey neste erve und eyn recht volghersche. Und des hevet Greyte vurs. vor uns ghekorn und ghesat Hynsen, den Umbekummerden, unsen burghere, brengger dusses breyves, tho eynen rechten vormunden unde hevet eme ghegheven wollenkomen maght tho hevene und tho borne und ut tho manene alzodane erve, alze uppe Greiten vorvoallen is na dode zelgen Belen vors. Warumme wii bidden juwe ersamyeheit mit allen vlite, clat gil willen wesen vorderlim Hynsen, brengger dusses breyves, clat men em alzodane erve antworde und volgen late unvortoget. Und juwe ersamycheit mach des sekerliken tho uns seyn und hebben des eynen gansen gheloven. Qweme gij ofte juwe nakomelyngge des in eynighe ansprake van des erves weghene, dat Hinsen vors. wirt gheantwordet, in desser zake, als na tode zelgen Belen vors., dar van wyl wij und unse nakomelyngge entheven und qwijt maken ju undjfuwen nakomelynngen und schade los halden. Und wilt dat och gherne vordeynen in gheliken ofte in mern saken, wanner dat vellet by uns, dar wij macht hebbet. Und des hebben wij dussen breyf laten besegelt mit unser stades groten inghesegele tho eynem tuge. Datum anno domini Mo CCCo octogesimo tertio in vigilia Ascensionis eiusdem.

Übersetzung

Ins Hochdeutsche übertragen lautet der Urkundentext wie folgt:

Den ehrsamen, besonnenen Männern und Herren Bürgermeistern und Ratsleuten zu Soest, unseren guten Freunden, schreiben wir, Bürgermeister und Ratsleute zu Hamm, unseren bereitwilligen Dienst zu ihrem Wohlgefallen.

Eurer Besonnenheit möchten wir zu wissen tun, dass Greite Bodekers, die bei uns wohnt, uns hat wissen lassen, dass bei euch die selige Bele gestorben ist. Sie war Gerwyns unter der Löwen rechtmäßige Ehefrau und sie war Greites leibliche und rechtmäßige Schwester. Und an dem Erbe, das dieselbe selige Bele hinterlassen hat, ist Greite die nächste Erbin und eine rechtmäßige Nachfolgerin.

Und hierfür hat die vorgenannte Greite vor uns Hynsen den Umbekummerden, unseren Bürger und Überbringer dieses Briefes, zu einem rechtmäßigen Vormund (Bevollmächtigten) gewählt und eingesetzt. Sie hat ihm die vollkommene Macht gegeben, dasjenige Erbe zu heben, zu empfangen und einzufordern, welches Greite nach dem Tode der vorgenannten seligen Bele zugefallen ist.

Warum wir Eure Ehrsamkeit mit allem Fleiß bitten, dass ihr Hynsen, dem Überbringer dieses Briefes, förderlich sein wollt, damit man ihm dieses Erbe unverzüglich aushändigt und zukommen lässt. Und Eure Ehrsamkeit mag sich dessen bei uns gewiss sein und darauf volles Vertrauen haben.

Sollte vonseiten dieses Erbes, das dem vorgenannten Hinsen in dieser Sache ausgehändigt wird – wie nach dem Tode der vorgenannten seligen Bele –, irgendein Anspruch gegen euch oder eure Nachkommen entstehen, so wollen wir und unsere Nachkommen euch und eure Nachkommen davon entlasten, quittmachen und schadlos halten. Und wir wollen dies auch gerne in gleichen oder größeren Angelegenheiten erwidern, wann immer sich das bei uns ergibt, wo wir die Macht dazu haben.

Und dazu haben wir diesen Brief mit dem großen Siegel unserer Stadt als Zeugnis besiegeln lassen.

Gegeben im Jahre des Herrn 1383, am Vorabend von Christi Himmelfahrt.

Standort

Stadtarchiv Soest [3]

Literatur

  • Dösseler, Emil: Toversichtsbriefe für Soest 1325-1639, Münster 1969

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Dösseler, Emil: Toversichtsbriefe für Soest 1325-1639, Münster 1969, S.33
  2. Emil Dösseler: Toversichtsbriefe für Soest 1325-1639, Münster 1969, S.355-356
  3. Bestand A, Signatur 1878
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von HammWiki. Durch die Nutzung von HammWiki erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.