Urkunde 1381 Februar 16
Der Offizial des Bistums Köln schreibt am 16. Februar 1381 an die Priester der Stadt und Diözese, dass die kirchlichen Strafen, die gegen die Priester und Einwohner der Grafschaft Mark wegen der Nichtbezahlung der Zehnten an den Erzbischof verhängt worden sind, aufgehoben werden, jedoch die säumigen Zahler bei Androhung der Exkommunikation aufgefordert seien, die schuldigen Zehnten bis zum 22. April nachzuliefern.
Wortlaut
Die Urkunde ist in lateinischer Sprache verfasst und wird nach Rübel (Band II, S. 138-140) zitiert: [1]
Officialis curie Coloninsis plebano in Pastulo Coloniensi necnon universis et singulis ecclesiarum rectoribus et plebanis ceterisque presbiteris et clericis civitatis et diocesis Coloniensis salutem in domino. Ex certis et legitimis causis nos moventibus et coram nobis deductis pronunciamus, decernimus et declaramus rectores, presbiteros et plebanos ecclesiarum ac clerum et ecclesiasticas personas utriusque sexus comitatus Markensis penas et censuras processum et mandatorum a nobis a curia nostra jamdicta ad instantiam procuratorem fiscalium ipsius curie aut alterius eorundem contra eosdem plebanos, presbiteros, clerum ac personas ecclesiasticas dudum factorum et emissorum de et super non solutione seu recusatione decimarium reverendissimo in Cristo patri ac domino nostro, domino Friderico dei gratia archiepiscopo Coloniensis per clerum suarum civitatum et diocesis predictarum ultimo concessarum et per eos solvi debitarum, necnon penas et sententias aliorum processum et madatorum contra impedientes jurisdictionem ecclesiaticam domini nostri archiepiscopi predicti in comitatu Markensis predicto ad eorundem procuratorem aut alterius ipsorum instantiam factorum et emissorum minimine incidisse, ipsosque hujusmodi sententiis et penis non fuisse nee esse ligatos ipsosque proccesus et mandata super solutione decimarum emissos et emissa revocamus et annullamus, quos et que sic revocata et annullata, interdictum quoque ecclesiasticum, premissorum occasione si quod sit latum, quod nos nostro ex officio ac dictis causis nos moventibus in hiis scriptis relaxamus relaxatum necnon supradictos rectores, presbiteros et personas eccelesiaticas omnes ac singulos ac singulas, quos et quas nos a quibuscunque excommunicationis, suspensionis et interdicti sententiis, si quas occasione premissorum vel etiam non servando statuta provincialia ecclesie Coloniensis contra spectabilem ac nobilem dominum comitem de Marka per nos mandata servari inciderunt, ad cautelam in hiis scriptis absolvimus, absolutos et absolutas tenatis atque publice nuntietis, monendo eosdem et easdem singulariter singulos et singulas, ut infra hinc et castrinum dominice quasi modo proxime affuturum decimas eidem domino nostro archiepiscopo vel collectori earundem ad hoc deputato exsolvant integraliter supradictas. Alioquin ipsos et ipsas singulariter singulos et singulas, quos et quas extunc propter hoc ab officiis divinorum et ingressu ecclesie suspendimus, suspensos et suspensas, quam suspensionem si per quindecim dies dictum crastinum immediate sequentes animo, quod absit sustinuerint seu alter eorum sustinuerit indurato, ipsos et ipsas ac eorum et earum quemlibet et quamlibet, quos et quas nos ex tunc propter hoc in hiis scriptis excommunicamus, excommunicatos et excommunicatas in ecclesiis vestris publice nuntietis, rescribendo nobis scriptum autenticis sigillis vestris sigillatum presentibus transfigendo, quicquid feceritis in premissis. Datum anno domini 1381 die 16. mensis Februarii.
Übersetzung
Übersetzt in Deutsche lautet der Urkundentaxt wie folgt:
Der Offizial der Kölner Kurie entbietet dem Pfarrer in Pastulo Köln sowie allen und einzelnen Rektoren der Kirchen, Pfarrern und übrigen Priestern und Klerikern der Stadt und Diözese Köln seinen Gruß im Herrn.
Aus bestimmten und rechtmäßigen Gründen, die uns bewegen und die vor uns vorgebracht wurden, verkünden, entscheiden und erklären wir:
Dass die Rektoren, Priester und Pfarrer der Kirchen sowie der Klerus und die geistlichen Personen beiderlei Geschlechts der Grafschaft Mark keineswegs in die Strafen, Zensuren und Prozesse verfallen sind, die von uns und unserer vorgenannten Kurie auf Betreiben der fiskalischen Prokuratoren ebenjener Kurie (oder eines von ihnen) gegen diese Pfarrer, Priester und geistlichen Personen vor einiger Zeit eingeleitet und erlassen wurden. Diese betrafen die Nichtzahlung oder Verweigerung der Zehnten, die dem hochwürdigsten Vater in Christus und unserem Herrn, Herrn Friedrich, von Gottes Gnaden Erzbischof von Köln, durch den Klerus seiner vorgenannten Städte und Diözese zuletzt zugestanden worden waren und von jenen geschuldet wurden. Ebenso [erklären wir], dass sie nicht in die Strafen und Urteile anderer Prozesse verfallen sind, die gegen diejenigen erlassen wurden, welche die kirchliche Gerichtsbarkeit unseres vorgenannten Herrn Erzbischofs in der Grafschaft Mark behinderten.
Wir erklären, dass sie durch derartige Urteile und Strafen nicht gebunden waren und nicht gebunden sind. Wir widerrufen und annullieren jene Prozesse und Mandate, die bezüglich der Zahlung der Zehnten erlassen wurden. Diese widerrufenen und annullierten [Maßnahmen] sowie das kirchenrechtliche Interdikt, sofern ein solches aus diesem Anlass verhängt wurde, heben wir hiermit kraft unseres Amtes und aus den uns bewegenden Gründen auf.
Ebenso sollt ihr die obengenannten Rektoren, Priester und alle einzelnen geistlichen Personen als von uns losgesprochen ansehen und dies öffentlich verkünden. Wir haben sie nämlich von allen Urteilen der Exkommunikation, der Suspension und des Interdikts vorsorglich (ad cautelam) in diesem Schreiben freigesprochen – sofern sie in diese wegen der vorgenannten Dinge oder auch durch die Nichtbeachtung der Provinzialstatuten der Kölner Kirche verfallen sind (welche wir gegen den angesehenen und edlen Herrn Grafen von der Mark zu beachten befohlen hatten).
Dabei sollt ihr sie alle und jeden Einzelnen ermahnen, dass sie von jetzt an bis zum morgigen Tag nach dem Sonntag Quasimodogeniti die vorgenannten Zehnten an unseren Herrn Erzbischof oder den dafür bestellten Kollektor vollständig bezahlen.
Andernfalls sollt ihr in euren Kirchen öffentlich verkünden:
Dass wir sie alle und jeden Einzelnen ab jenem Zeitpunkt wegen dieser Sache vom göttlichen Amt und vom Betreten der Kirche suspendieren. Sollten sie (was fernbleiben möge) diese Suspension fünfzehn Tage lang, die unmittelbar auf den besagten Termin folgen, mit verhärtetem Gemüt ertragen, so exkommunizieren wir sie hiermit ab jenem Zeitpunkt wegen dieser Sache.
Über das, was ihr in dieser Angelegenheit getan habt, sollt ihr uns schriftlich Bericht erstatten, besiegelt mit euren authentischen Siegeln und angeheftet an dieses Schreiben.
Gegeben im Jahre des Herrn 1381, am 16. Tag des Monats Februar.
Literatur
- Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band II. Erste Hälfte. Dortmund 1890
Siehe auch
Anmerkungen
- ↑ Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band II. Erste Hälfte. Dortmund 1890