Urkunde 1378 November 4 a

Godeke von Binkhof verspricht am 4. November 1378 Dietrich von der Recke wegen der ihm aus seinem Gut Binkhof verkauften Rente Rechte, Verzicht und Währschaft zu leisten und setzt dafür Bürgen mit der Verpflichtung zum Einlager in Unna.
Wortlaut
Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst. Ihr Wortlaut wird nach Merx (S. 176) zitiert: [1]
Ich Godeke van den Byynchove, Peternelle min echte husvrowe unde unse rechte erven enkennet openbare in dussen breyve, dei veyr mare geldes erfliker rente, dei wy vorcoft hebt Thiderike van der Reke unde sinen rechten erven ute unsen alingen gude ton Byynchove mit al siner tobehoringe, also dat belegen is, der sole wi en doen rechte vortichnusse unde warschap, als men pleget unde alzo boven unde beneden in den lande ein recht is. Hirvor hebbe wi en to borgen gesat Lamberte van Boynen, Hinrike den Drughen, dei mit mi unde ich mit en mit einer samender hand hebt gelovet unde in guden truwen gezekerd, werd dar en jenegerleyye brake were in dussen vorgescrevenen stucken, wan wi darume gemanet werdet, so sole wi inryden to Unna in eyne gemeine herberge, dar wi van en ingewiset werdet, unde nyeht van danne to schedene wi en hebben en vuldaen, wes en brake were in dussen vorgescrevenen stucken, al argelist utgescheden. To tughe des hebbe wi sementlike Godeke, Lamberd unde Hinrich vorgenomp unse ingezegele an dussen breif gehangen. Datum anno domini M°CCC°LXXIII° feria quinta ante festum Martini episeopi.
Übersetzung
Ins Hochdeutsche übertragen lautet der Urkundentext wie folgt:
Ich, Godeke von dem Byynchove, Peternelle, meine rechtmäßige Ehefrau, und unsere rechtmäßigen Erben bekennen öffentlich in diesem Brief:
Bezüglich der vier Mark Geldes an erblicher Rente, die wir Thiderich von der Recke und seinen rechtmäßigen Erben aus unserem gesamten Gut zum Byynchove mit all seinem Zubehör (so wie es gelegen ist) verkauft haben, so sollen wir ihnen dafür rechtmäßigen Verzicht und Gewährschaft leisten, wie es üblich ist und wie es oben und unten im Lande Recht ist.
Hierfür haben wir ihnen als Bürgen gesetzt: Lambert von Boenen und Hinrich den Drögen. Diese haben mit mir, und ich mit ihnen, mit „gesamter Hand“ (gesamtschuldnerisch) gelobt und in gutem Glauben zugesichert:
Sollte bezüglich der oben geschriebenen Punkte irgendein Mangel (Bruch) eintreten [d. h. wird die Rente nicht gezahlt], und wenn wir deswegen gemahnt werden, so sollen wir in Unna in eine öffentliche Herberge einreiten, in die wir von ihnen eingewiesen werden. Von dort dürfen wir nicht eher scheiden (abreisen), bis wir ihnen Genüge getan haben in allem, was an den vorgenannten Stücken mangelhaft war – jede Arglist ausgeschlossen.
Zum Zeugnis dessen haben wir – Godeke, Lambert und Hinrich – gemeinsam unsere Siegel an diesen Brief gehängt.
Datum im Jahre des Herrn 1378, am Donnerstag vor dem Fest des Bischofs Martin.
Literatur
- Merx, Otto: Urkundenbuch des Clarissenklosters, späteren Damenstifts Clarenberg bei Hörde. Dortmund 1908
Anmerkungen
- ↑ Merx, Otto: Urkundenbuch des Clarissenklosters, späteren Damenstifts Clarenberg bei Hörde. Dortmund 1908.