Urkunde 1375 September 14

Die Gebrüder von Hövel zu Stockum geben am 14. September 1375 aus dem Hof Stockum durch Tausch dem Kloster Cappenberg den Grund und Platz zur Errichtung und Anlegung der Kapelle und des Kirchhofs zu Horst im Kirchspiel Werne.
Wortlaut
Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst. Ihr Wortlaut wird nach Kindlinger zitiert: [1]
Wy Johan Lambert und Herman Brodere van Hovele doet kundlich allen Luden, dat wy hebbet vorwesselt rechtlike und redelike den Heren des Klosters to Kapenberghe myt Willen al der gener, de des to done hadden, den Plaes, Stede und Grunt, dar de Kapelle und Kirchof to Horst in dem Kerspele to Werne oppe geleghen is, und sint utgegan und vortyet in dissen openen Breven al der Rechtes, dat wy an deme vorg. Grunde, Capellen ofte Kerchove hadden, ofte wy und unse Erven ofte yemand van unser wegene hir na hebben mochten mit also gedanen Unterscede, dat de Kerkere van Werne, so we de sy, ofte syn Ghefelle alle veirten Nacht twe Misse doen, de ene in der vorg. Capellen, und de anderen in der Kerken to Werne vor uns und unse alderen und Nakomelinghe, und vor de ghene, de dar jarlikes Rente ofte tydlikes Almissen in gevet. Darumme hebben wy und de Hoveslude to Stochem, de dar by sin befeten, uns dar to verbunde, dat de Lude, de dar to ghenomet sint unde ere Nakomelinge, alse de Breve haldet, de dar op vullenkomeliker vor Gerichte gegeven sint, alle Jar erflike und ewelike oppe sunte Mertinsdach in dem Wintere twe Mark Geldes, alse to Munstere genge sin und geve, eyme Kerkeren van Werne, so we de is, to Werne bynnen sollen antworden und betalen &c. &c. - Datum anno Domini M°. CCC° LXX°. quinto, die exaltationis sancte Crusis.
Übersetzung
Ins Hochdeutsche übertragen lautet der Urkundentext wie folgt:
Wir, Johann Lambert und Hermann, Brüder von Hövel, tun kund allen Leuten, dass wir rechtmäßig und redlich mit den Herren des Klosters zu Cappenberg – mit Willen all jener, die damit zu tun hatten – den Platz, die Stätte und den Grund, auf dem die Kapelle und der Kirchhof zu Horst im Kirchspiel Werne gelegen sind, vertauscht haben.
Wir sind (aus dem Besitz) heraustreten und verzichten in diesen offenen Briefen auf alles Recht, das wir an dem vorgenannten Grund, der Kapelle oder dem Kirchhof hatten oder das wir, unsere Erben oder jemand von unsertwegen hiernach haben könnten, mit folgendem Unterschied (folgender Bedingung):
Dass der Pfarrer von Werne, wer auch immer dies sei, oder sein Gehilfe alle vierzehn Tage zwei Messen hält:
Die eine in der vorgenannten Kapelle (zu Horst),
die andere in der Kirche zu Werne,
und zwar für uns, unsere Vorfahren und Nachkommen sowie für jene, die dafür jährlich Renten oder zeitweilige Almosen geben.
Darum haben wir und die Hofleute zu Stockum, die dort ansässig sind, uns dazu verbunden, dass die Leute, die dort genannt sind, und ihre Nachkommen – wie es die Briefe halten, die darüber vollkommen vor Gericht gegeben sind – jedes Jahr erblich und ewiglich am Sankt-Martins-Tag im Winter zwei Mark Geld, wie sie in Münster gang und gäbe sind, einem Pfarrer von Werne, wer auch immer er ist, innerhalb von Werne übergeben und bezahlen sollen usw. usw.
Datum: Im Jahre des Herrn 1375, am Tag der Erhöhung des heiligen Kreuzes (14. September).
Literatur
- Niklas Kindlinger: Geschichte der Familie und Herrschaft von Volmestein - ein Beytrag zur Geschichte des Bauern- und Lehnwesens, und der Staatsverfassung. Welcher die Urkunden enthält. Osnabrück 1801.
Anmerkungen
- ↑ Niklas Kindlinger: Geschichte der Familie und Herrschaft von Volmestein - ein Beytrag zur Geschichte des Bauern- und Lehnwesens, und der Staatsverfassung. Welcher die Urkunden enthält. Osnabrück 1801.