Urkunde 1351 August 26

Graf Engelbert von der Mark verpflichtet sich am 26. August 1351 dem Schiedsspruch zu fügen, der von den 4 Kompromissleuten zu Werl gefällt wird, welche er und der Erzbischof Wilhelm von Köln gewählt haben. Ursache war die Fehde zwischen dem Grafen und dem Ritter Godard von der Recke, der einige Bürger der Stadt Werl beraubt hat.
Wortlaut
Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Lacomblet (Band 3, S. 408) zitiert: [1]
Wir Engelbrecht greue van der Marken dun kunt allen luden, want her Godart van der Reke, rittere, unse undersesse lestwaerf der stat ind den burgeren van Werle umb sachen wille, die he zo un hatte ind noch het, asse he saet, etzliche name ind guet afgenomen ind andere geschichte ind ungeuoich gedan hatte, ind der eirwirdige in gode vader ind unse here, her Wilhelm ertzbusschof zo Colne darumb, want eme dieselue stat ind burgere gelych anderen syns gestichts steeden zo verdedingen ind verantwerden steynt, uns umb dieselue name ind geschichte zo wederdone na beheltnisse des verbuntnisse, dat tusschen eme ind uns gelegen is, gemaent ind geeyscht het: so syn wir des ouermitz unser vrunde rait zo rade worden ind ouerdragen, dat wir geloeft ind gelouen ind sicheren in guden truwen deme seluen unsen heren van Colne, dat sowes die vier raitlude die wir in dem vurschreuen verbuntnisse under eyn ander gekoren han, eyndrechlichen up die vurschreuen name ind geschichte tusschen dit ind sent Remeyssdage neist komende besagent, dat wir dat dun ind vaste ind stede halden sulen - Des zo urkunde han wir unse ingesegele an desen breif dun hangen, der gegeuen wart des vrydaichs na sent Bartholomeus dach des heilgen apostelen, in den jaren unss heren Dusent druhundert eyn ind vuntzich.
Übersetzung
Die Urkunde lautet ins Hochdeutsche übertragen wie folgt:
Wir, Engelbrecht, Graf von der Mark, tun allen Leuten kund:
Weil Herr Godart von der Recke, Ritter, unser Untertan, jüngst der Stadt und den Bürgern von Werl wegen gewisser Angelegenheiten, die er gegen sie hatte und, wie er sagt, noch hat, einiges an Besitztümern und Gütern genommen und andere Vorkommnisse (Taten) und Unannehmlichkeiten verübt hatte,
und weil der ehrwürdige und in Gott geliebte Vater und unser Herr, Herr Wilhelm, Erzbischof zu Köln, uns deswegen gemahnt und gefordert hat, dass wir wegen dieser erwähnten Wegnahmen und Vorkommnisse nach der Bestimmung des Bündnisses, das zwischen ihm und uns besteht, Genugtuung leisten sollen, da ihm diese Stadt und Bürger, gleich anderen Städten seines Bistums, zur Verteidigung und Verantwortung anvertraut sind:
So sind wir durch den Rat unserer Freunde zu einer Übereinkunft gekommen und haben beschlossen, dass wir dem selben unserem Herrn von Köln in gutem Glauben geloben, geloben und zusichern, dass alles, was die vier Räte, die wir im vorgenannten Bündnis untereinander gewählt haben, einhellig bezüglich der vorgenannten Wegnahmen und Vorkommnisse bis zum nächstkommenden Sankt-Remigius-Tag festsetzen, wir das tun und fest und beständig halten sollen.
Zur Urkunde dessen haben wir unser Siegel an diesen Brief hängen lassen, der gegeben wurde am Freitag nach dem Sankt-Bartholomäus-Tag des heiligen Apostels, in den Jahren unseres Herrn Tausend Dreihundert Einundfünfzig.
Literatur
- Krumbholtz, Robert: Urkundenbuch der Familien von Volmerstein und von der Recke bis zum Jahre 1437. Münster 1917. Seite 152
- Lacomblet, Theodor Joseph: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstifts Cöln, der Fürstenthümer Jülich und Berg, Geldern, Meurs, Cleve und Mark, und der Reichsstifte Elten, Essen und Werden. 3, von dem Jahr 1301 bis 1400 einschliesslich. Düsseldorf 1853
Siehe auch
- ↑ Lacomblet, Theodor Joseph: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstifts Cöln, der Fürstenthümer Jülich und Berg, Geldern, Meurs, Cleve und Mark, und der Reichsstifte Elten, Essen und Werden. 3, von dem Jahr 1301 bis 1400 einschliesslich. Düsseldorf 1853