Urkunde 1310 April 10 c

Gerwin von Rinkerode stiftet am 10. April 1310 ein Jahresgedächtnis für sich und seine Familie in der Pfarrkirche zu Hövel.
Wortlaut
Die Urkunde ist in lateinischer Sprache verfasst. Ihr Wortlaut wird nach Kindlinger (S. 241-242) zitiert: [1]
In nomine sancte Trinitatis amen. Salubre est, ut eloquia sacra perhibent & testantur, quod fidelium memorie peragentur, peccatorum de vinculis ut solvantur, Nos Gherewinus de Rynkenrode miles castellanus in Marka tam pium opus confiderantes Domino inspirante singulis Christi fidelibus tam presentibus quam futuris hoc scriptum visuris & audituris volumus non latere. Quod divina conspiratione de cordis nostri motione & voluntate propria ad Dei laudem, Domine celi & omnium sanctorum suorum gloriam, omniumque fidelium vivorum & mortuorum remedium & subsidium peccatorum legavimus presentibus & legamus Ecclesie in Hovele site in Diocesi monasteriensi & Plebano ibidem qui fuerit, ex facultatibus nobis a Dea concessis quosdam redditus [...]les perpetue possidendos, videlicet tria Schepelina Ordei mensure hammonensis ex curti nostra propria sita in Duleberghe anno quodlibet crastino beati Martini hyemalis resumendos, omni occasione frivola deposita & semota: tali tamen interposita ratione, quod in dicta Ecclesia dicto crastino anno quolibet [...] vigiliis, missis & [...] memoria fideliter a sacerdote ibidem & Plebano peragatur, videlicet Gherewini, Metheldis, Gostie & omnium charorum nostrorum fidelium defunctorum. Cum vero [...] nostrorum memoria cum animarum [...] Tollet etiam dictos reditus idem plebanus ad usus & utilitatem sui, ministrans dicte Ecclesie dicto crastino, vel cum necesse fuerit, unium Talentum cere pro illuminationibus necessariis faciendis. Campanario vero suo unum denarium monasteriensem, ad dictam memoriam solempniter ut pulsetur. Et siquid, ut dictam est, dictis reditibus superfuerit, idem Plebanus conservabit. Cupientes nichilominus, volentes in premissa legatione secus facientes, nisi convertantur, ut dectera divine potentie conterantur. In cujus rei debitam firmitatem & robur evidens sigillum nostrum presentibus est annexum. Datum et actum Dominice incarnationis millesimo trecentesimo decimo, feria sexta post Dominicam Judica proximam, mensis aprilis.
Übersetzung
In die deutsche Sprache übertragen lautet der Urkundentext wie folgt:
Im Namen der Heiligen Dreifaltigkeit, Amen.
Es ist heilsam, wie die heiligen Schriften bezeugen und verkünden, dass die Gedächtnisse der Gläubigen begangen werden, damit sie von den Fesseln ihrer Sünden gelöst werden. Wir, Gerwinus von Rinkerode (Gherewinus de Rynkenrode), Ritter und Burgmann in der Mark, haben ein so frommes Werk in Betracht gezogen, vom Herrn inspiriert, und wollen, dass es allen Gläubigen in Christus, sowohl den Gegenwärtigen als auch den Zukünftigen, die dieses Schreiben sehen und hören werden, nicht unbekannt bleibt.
Nach göttlicher Eingebung und aus eigenem Antrieb haben wir zum Lob Gottes, zur Verherrlichung der Königin des Himmels und all ihrer Heiligen, zum Trost und zur Hilfe der Sünden aller lebenden und toten Gläubigen, der Kirche in Hövel (Hovele) in der Diözese Münster und dem dortigen Pfarrer, wer auch immer es sein mag, aus den uns von Gott gewährten Mitteln bestimmte Einkünfte zur ewigen Nutzung vermacht und vermachen sie hiermit. Nämlich drei Scheffel Gerste, Hammer Maßes, die jedes Jahr am Tag nach dem heiligen Martin im Winter (11. November) von unserem eigenen Hof in Dolberg (Duleberghe) zu erheben sind, wobei jede nichtige Ausrede beiseitegelassen und entfernt wird.
Dies geschieht jedoch unter der Bedingung, dass in der besagten Kirche am besagten Tag nach St. Martin jedes Jahr ein Gedächtnis mit Vigilen, Messen und Gebeten treu vom Priester und Pfarrer begangen wird, nämlich für Gerwinus, Machtheldis, Gostya und alle unsere lieben verstorbenen Gläubigen. Wenn unsere Gedächtnisse begangen werden, sollen sie mit den Seelen der vorgenannten verstorbenen Seelen gedenken.
Derselbe Pfarrer wird die besagten Einkünfte auch für seinen eigenen Gebrauch und Nutzen nehmen, wobei er der besagten Kirche am besagten Tag oder, wenn es nötig ist, ein Pfund Wachs für die notwendige Beleuchtung geben wird. Seinem Glöckner aber wird er einen Münsteraner Pfennig geben, damit für das besagte Gedächtnis feierlich geläutet wird. Und wenn, wie gesagt, von den besagten Einkünften etwas übrig bleibt, wird es derselbe Pfarrer aufbewahren.
Wir wünschen und wollen, dass alle, die in der vorgenannten Stiftung anders handeln, wenn sie nicht umkehren, von der göttlichen Macht zermalmt werden.
Zur gebührenden Bekräftigung und zum offenkundigen Beweis dessen ist unser Siegel an dieses Schreiben angefügt.
Gegeben und geschehen im Jahre der Menschwerdung des Herrn 1310, am Freitag nach dem nächsten Sonntag Judica, im Monat April.
Literatur
- Niklas Kindlinger: Geschichte der Familie und Herrschaft von Volmestein - ein Beytrag zur Geschichte des Bauern- und Lehnwesens, und der Staatsverfassung. Welcher die Urkunden enthält. Osnabrück 1801.
Anmerkungen
- ↑ Niklas Kindlinger: Geschichte der Familie und Herrschaft von Volmestein - ein Beytrag zur Geschichte des Bauern- und Lehnwesens, und der Staatsverfassung. Welcher die Urkunden enthält. Osnabrück 1801.