Schützenverein Hamm-Süden 1888

Der Schützenverein Hamm-Süden 1888 e. V. ist ein Schützenverein im Hammer Stadtteil Hamm-Süden. Der Verein zählt zu den traditionsreichen Brauchtumsvereinen des südlichen Stadtgebietes und richtet jährlich das Schützenfest im Stadtteil aus.
Geschichte
Gründung und Kaiserzeit
Der Verein wurde im Jahr 1888 als „Schützenverein der Südenfeldmark“ gegründet. Zu den Initiatoren gehörten unter anderem Johann Schmidt, Heinrich Heitfeld, Wilhelm Hoppe, Heinrich Luttermann und Heinrich Killwink. Ein Schützenfest fand im Gründungsjahr zunächst nicht statt.
Bereits 1889 wurde das erste Stiftungsfest mit mehr als 300 Mitgliedern gefeiert. Die ursprünglichen Statuten nannten als Ziele die Pflege des kameradschaftlichen Zusammenhalts sowie das Schießen als traditionelle Fertigkeit.
Zwischenkriegszeit
1922 entstand eine eigene Schießgruppe, die zu den ältesten organisierten Sportschießgruppen im Hammer Raum zählt. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Schützenfest zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Südenfeldmark.
Während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs wurde das Vereinsleben stark eingeschränkt. Viele Unterlagen und Teile des Inventars gingen verloren, einzelne Erinnerungsstücke blieben jedoch erhalten.
Neubeginn nach 1945
Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1950 die Wiedergründung des Vereins. Bereits 1951 konnte wieder ein Schützenfest gefeiert werden. 1955 wurde auch die Schießgruppe neu aufgebaut und nahm an Wettbewerben im Stadtverband teil.
1960 entstand ein neuer Schießstand am Standort „Haumann im Judeneck“. Nach einem Großbrand im Jahr 1975 musste der Verein zeitweise auf andere Anlagen ausweichen. 1978 wurde unter den Hammer Zentralhallen ein neuer Schießstand eingeweiht.
Entwicklung seit den 1980er Jahren
1988 beging der Verein sein 100-jähriges Bestehen mit einem großen Festumzug, an dem rund 1.500 Teilnehmer teilnahmen und der etwa 10.000 Besucher anzog.
Seit 1991 bestehen Kontakte zu Schützen aus Oranienburg und dem Ortsteil Lehnitz. 1997 wurde auf dem eigenen Schützenplatz an der Richard-Wagner-Straße ein Vereinsheim mit Schießstand fertiggestellt.
2013 feierte der Verein sein 125-jähriges Jubiläum, 2014 folgte das 125-jährige Bestehen der Avantgarde.
Nach der Corona-Pandemie wurde das Schützenfest konzeptionell überarbeitet und stärker auf Familien ausgerichtet. Das Kinderfest entwickelte sich dabei zu einer eigenständigen Veranstaltung mit mehreren hundert Besuchern.
Vereinsstruktur
Der Verein gliedert sich in mehrere Abteilungen, darunter:
- Hauptverein
- Avantgarde
- Schießgruppe
- Familien- und Nachwuchsgruppen
Die Schießgruppe besteht seit 1922 und nimmt regelmäßig an sportlichen Wettkämpfen teil.
Schützenfest
Das jährlich stattfindende Schützenfest bildet den Mittelpunkt des Vereinsjahres. Höhepunkt ist das Vogelschießen zur Ermittlung des Schützenkönigs. Zum Fest gehören außerdem Festumzüge, musikalische Veranstaltungen und ein Kinderfest.
Schützenjournal
1973 erschien erstmals das „Südener Schützenjournal“. Es war die erste regelmäßig erscheinende Schützenzeitschrift im Hammer Stadtgebiet. Zunächst erschienen jährlich eine Winter- und eine Sommerausgabe, seit 2014 wird eine Ausgabe pro Jahr veröffentlicht.
Bedeutung für den Stadtteil
Der Verein gehört zu den prägenden Traditionsvereinen im Hammer Süden und beteiligt sich regelmäßig an Veranstaltungen des örtlichen Gemeinschaftslebens.