Heßlerstraße 12

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Heßlerstraße 12
Heßlerstraße 12.JPG

Wohnhaus (Baudenkmal) Heßlerstraße 12

Bezirk Hamm-Mitte
Stadtteil Mitte
Adresse Heßlerstraße 12
PLZ 59065
Typ Wohnhaus
existiert seit 1906
Denkmalliste Stadt Hamm No. 249 seit dem 03. Februar 1999
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Stand der Daten 14.03.2022

Die freistehende Villa wurde 1906 für den Oberlandesgerichtsrat Julius Issing als Wohngebäude errichtet. Seit 1997 ist das Gebäude für die Nutzung als Kindertagesstätte umgebaut. Die Nutzung als Waldorfkindergarten soll nach Planungen aus dem Jahr 2022 aufgegeben werden. Die Nachnutzung der Villa ist noch nicht geklärt.

Baubeschreibung

Bei dem Haus Heßlerstraße 12 handelt es sich um ein repräsentatives, freistehendes Villengebäude auf einem großen Grundstück, das rückwärtig an die Grünanlagen des Ostrings angrenzt. Auf diesem Grundstück wurde 1906 für den Oberlandesgerichtsrat Julius Issing das Wohnhaus nach Plänen des Maurermeisters Josef Bönninghaus errichtet. Der nächste Besitzer. der Fabrikant J. Auerbach, ließ rechts neben dem Haus eine Garage aus Eisenbeton errichten. Diese Erweiterung ist ebenso wie ein späterer rückwärtiger Anbau für die seinerzeitige Nutzung als Superintendantur nicht denkmalwürdig.

Die Villa ist ein zweigeschossiger Putzbau über einem hohen Kellersockel und besitzt ein Mansardendach. Die Fassaden sind neobarock ausgeformt. Die Eindeckung des Daches besteht aus roten Biberschwänzen, das sind flache, an der Unterkante halbrund geformte Dachziegel. Der Baukörper ist durch Vorsprünge an allen Fronten gegliedert. Der Zugang zum Haus erfolgt über eine offene Freitreppe, die in einer Loggia an der rechten Traufwand des Gebäudes mündet.

Das Innere der Villa besitzt einen mittleren Flur, in dem das gegenläufige und von der Rückseite belichtete Treppenhaus eingestellt ist. Um Flur und Treppenhaus gruppierten sich im Erdgeschoss ein Salon und ein Wohnzimmer zur Straße hin, zur Rückfront ein großes Esszimmer mit Veranda sowie im Winkel zwischen Eingang und Treppenhaus eine Küche mit Speisekammer. Im Obergeschoss befanden sich Privaträume und ein Bad, dieses direkt über dem Zugang zum Haus. Im Dachgeschoss waren verschiedene Kammern vorhanden.

Das Erdgeschoss weist feine Stuckdecken aus. Das Treppenhaus besitzt ein geschnitztes Geländer.

Bauveränderungen

Im Jahr 1997 erfolgte der Umbau der Villa zur Kindertagesstätte. Dabei wurden historische Bauteile weitestgehend erhalten und aufgearbeitet sowie Einbauten aus den 60er Jahren entfernt. U.a. konnte das Treppengeländer wieder freigelegt werden und durch schlichte Ergänzung den Anforderungen für Kindertageseinrichtungen angepasst werden. Die alten Parkettböden wurden aufgearbeitet, die Stuckdecken wurden restauriert.

Allerdings konnten die historischen Fenster auf Grund ihres Schlechten Zustandes nicht erhalten werden. Sie wurden durch neue, den alten Vorbildern entsprechende Fenster ersetzt. Gleiches galt für die stark beschädigten Innentüren.

Baudenkmaleintrag

Das Gebäude in seinem Inneren und Äußeren ist trotz der verschiedenen Umnutzungen bis heute in seinen wesentlichen Strukturen und Ausstattungsdetails erhalten, so dass es heute als ein wichtiger Beleg für den späthistorischen, gut bürgerlichen Wohnbau in Hamm bezeichnet werden muss. Das Gebäude ist bedeutend für die Stadt Hamm und die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse. Für die Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche Gründe vor.

Literaturnachweis

  • N.N.: Baudenkmalbeschreibung No. 249, Stadt Hamm - 65/Untere Denkmalbehörde