Urkunde 1397 Mai 31

Johann v. Volmarstein (Volmesteyne), Domküster zu Münster, schreibt am 31. Mai 1397 für sein Mündel Johann, Sohn des Dietrich von Volmarstein, einen Lehntag auf den Sonntag nach Jacobi aus und bittet die Pfarrer folgender Kirchen und Kirchspiele um Bekanntmachung: Hamm, Herringen und Pelkum, Kamen, Wickede, Aplerbeck, Westhofen, Berchum, Dahl, Letmathe, Breckerfeld, Sprockhoevel, Urbach, Rinkerode, Kirchhellen, Schwelm, Volmarstein, Hagen, Boele, Herdecke, Wetter, Wengern, Ende, Herbede, Hattingen, Steele, Essen, Bochum, Marl, Witten, Lütgendortmund, Brechten, Dreyre, Eichlinghofen, Barop, Kirchhörde, Wellinghofen, St. Peter, St. Nikolan, Unsere Frauen und St. Reinold zu Dortmund, Derne, Courl, Methler, Brackel, Asseln, Bockum und Hövel.
Wortlaut
Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst. Ihr Wortlaut wird nach Kindlinger zitiert: [1]
Den ersamen vromen Kercheren det hiligen Kerken und Kerspele tom Hamme, to Herringhen und Pylkem, to Kamen, to Wykkede, to Apelderbeke, to Westhoven, to Berchem, to Dale, to Lethmere, to Brekelvelde, to Sporchovele, to Wetteren, to Weneghern, to Ennede, to Herbeden, to Hatnegghe, to Stelen, to Essene, to Kobokem, to Marlere, to Wittene, to Lutteken Dorpmunde, to Brechtene, to Dryrre, to Ekelinchoven, to Badorpe, to Kerchorde, to Welinchoven, to sunte Petere to Dorpmunde, to sunte Nocolawes to Dorpmunde, to sunte Reynolde, to Dernen, to Kurlere, to Metlere, to Braclere, to Affelen, to Kercbokem und to Hovele do wy Johan van Volmesteyne Domkostere to Munstere vrentliken groten myt unsen Denste, und biddet ytliken bysunder vrentliken und ernstliken, dat y lantkuntliken willen zegghen und kundeghen over uwe Kercken, eyn ytlik zyne Kerspele, Gud, dat in ytlikes Kerspele beleghen ys, dat to Lene geyt van Johanne van Volmesteyne, seligen Hern Diderikes Sone van Volmesteyne Ritters, deme God ghenade, offte wey besetten is in uwen Kerspele, de Gud schuldich van eme to entfande; den legghe wi Johan vorg. Erve Vormundere eynen Mandagh over sees Weken van unseres Vedderen Johannes weghene van Volmesteyne, und uppe den nestn Sundagh na sunte Jacobs Dage des hilgen Apostels nest to komende, data desses Breyves, dan to wesene to Hesne by dem Hamme ytlik zyn menlike Leen dar to entfande, als ytlik to Rechte hebben zall: und hebt to Tuge des utlegeden Mandages ab ju ghescreven, unse Ingesegele don anhan dessen Breff. Datum anno Domini millesimo CCCmo XCmo septimo, ipso die ascensionis Domini ejusdem.
Übersetzung
Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:
Den ehrsamen, frommen Kirchherren der heiligen Kirchen und Kirchspiele zu Hamm, zu Herringen und Pelkum, zu Kamen, zu Wickede, zu Aplerbeck, zu Westhofen, zu Büderich [oder Bergkamen], zu Dahle, zu Letmathe, zu Breckerfeld, zu Sprockhövel, zu Wetter, zu Wengern, zu Ende, zu Herbede, to Hattingen, zu Steele, zu Essen, zu Kobbinghofen , zu Marl, zu Witten, zu Lütgendortmund, zu Brechten, zu Derne, zu Eving, zu Barop, zu Kirchhörde, zu Wellinghofen, zu St. Peter zu Dortmund, zu St. Nikolaus zu Dortmund, zu St. Reinoldi, zu Derne, zu Kurl, zu Methler, zu Brackel, zu Affeln, zu Kirchbochum und zu Hövel entbieten wir, Johann von Volmestein, Domküster zu Münster, freundlichen Gruß mit unseren Diensten und bitten jeden einzelnen besonders freundlich und ernstlich, dass Ihr öffentlich verkünden und bekannt machen wollt über Eure Kirchen, jeder in seinem Kirchspiel, welches Gut, das im jeweiligen Kirchspiel gelegen ist, von Johann von Volmestein – dem seligen Herrn Diederichs Sohn von Volmestein, Ritter, dem Gott gnädig sei – zu Lehen geht, oder wer in Eurem Kirchspiel ansässig ist, der schuldig ist, Gut von ihm zu empfangen.
Denen legen wir, Johann vorgenannter Erbvormund, von wegen unseres Vetters Johann von Volmestein einen Mahntag über sechs Wochen ab dem nächsten Sonntag nach dem Tage des heiligen Apostels St. Jakobus fest, welcher als nächster nach Datum dieses Briefes kommt, um dann zu Heessen bei Hamm zu sein, damit jeder dort sein Mannlehen empfange, wie es einem jeden von Rechts wegen gebührt. Und zum Zeugnis des oben geschriebenen ausgelegten Mahntages an Euch haben wir unser Siegel an diesen Brief hängen lassen.
Gegeben im Jahre des Herrn 1397, am Tag der Himmelfahrt desselben Herrn.
Bemerkungen
Die Datierung der Urkunde bezieht sich auf das bewegliche Fest Christi Himmelfahrt, dass im Jahr 1397 am 31. Mai begangen wurde.
Literatur
- Kindlinger, Niklas: Geschichte der Familie und Herrschaft von Volmestein - ein Beytrag zur Geschichte des Bauern- und Lehnwesens, und der Staatsverfassung. Welcher die Urkunden enthält. Osnabrück 1801
Standort
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen, Münster [2]